Kategorie: Logistik News

Ukrainekrieg – Fahrermangel

Quelle: Deutschlandfunk

In Deutschland eingesetzte LKW werden im Normalfall zu ca. 7% von Ukrainern gelenkt. Bei polnischen und litauischen Transportunternehmen ist ca. jede 3. Stelle mit einem ukrainischem Fahrer besetzt. Durch Einberufungsbescheide in die ukrainische Armee fehlen dem europäischen Transportmarkt mehr und mehr ukrainische Kollegen.

Schon vor dem Ukrainekrieg klagten deutsche Transportunternehmen über den zunehmenden Fahrermangel. Dieser wird aktuell auf ca. 80.000 nicht besetzte Stellen beziffert. In diesen Zahlen ist das Thema Ukrainekrieg noch nicht enthalten.

Durchschnittlicher Preis für Dieselkraftstoffe steigt rasant

Ca. 30% der Gesamtbetriebskosten eines LKW entfallen auf den Kraftstoffverbrauch. Dieser liegt bei Sattelzügen / Megatrailern bei ca. 35 Litern auf 100 km.

Aktuelle Preisentwicklung scheint noch lange nicht an ihrem Ende angekommen zu sein, da sich nach aktuellem Stand (08.03.22) auch noch keine Lösung im Krieg Russlands gegen die Ukraine abzeichnet,
darüber hinaus sogar ein sofortiger Lieferstopp sämtlicher Rohstoffimporte aus Russland als rosa Elefant im Raum steht.

Besonders viel Hoffnung darauf, dass sich die Kosten für Transporte nicht deutlich erhöhen werden, können wir unseren Kunden aktuell leider nicht machen.

“Global Gateway” – Europas Antwort auf die Neue Seidenstraße

Hinter der Bezeichnung “Global Gateway” verbirgt sich Europas Bazooka als Antwort auf Cinas Neue Seidenstrasse. So sollen bis zum Jahr 2027 insgesamt 300 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden. Straßen, Bahnlinien, Internetverbindungen, Gesundheitseinrichtungen oder Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff – die EU macht Ernst und verlässt ihre passive Rolle in der Geopolitik.

Europa macht Ernst – China im Visier

2013 kündigte China unter dem Stichwort “Neue Seidenstrasse” ein Infrastrukturprogramm an und sichert sich seitdem geopolitischen Einfluss. Nach offiziellen Angaben aus Peking flossen bisher 124 Milliarden Euro in Kredite an andere Länder, um in Infrastruktur zu investieren, die wiederum “in Zusammenarbeit” mit chinesischen Firmen entsteht. Oft kommen hier nur chinesische Unternehmen zum Zuge. China sichert sich dadurch politische und wirtschaftliche Vorteile. Sei es in Bezug auf Rohstoffzugriff in Afrika, Hafenanlagen in Europa oder gesicherte globale Handelswege unter chinesischer Kontrolle.

Alternativangebot zur Seidenstrasse

China wird im allgemeinen ein Mangel an Transparenz, schlechte Umwelt- und Arbeitsstandards sowie ein Vorgehen vorgeworfen, das viele in Abhängikeiten gebrachte Länder am Ende schlechter dastehen lasse. Von daher einigten sich schon im Sommer die G7 darauf, hunderte Milliarden in Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen zu investieren, um eine “positive, alternative Vision anbieten zu können.”

Michael Clauß, ständiger Vertreter der Bundesrepublik bei der EU sagte: “Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen. Das Angebot einer regel- und wertebasierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe werde für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein.”

Quelle: tagesschau.de

Preise für Paletten und Verpackungen – keine Entspannung bis Jahresende

Stark gestiegene Rohstoffpreise – dieses Thema begleitet uns schon seit einigen Monaten. Auch bei Paletten und Kartonagen bleiben die Preise noch bis Ende des Jahres auf sehr hohem Niveau. Diesem Thema widmet sich der Logistik-Watchblog.

Wellpappenrohpapier: +40%

Der VdW, der Verband der Wellpappen-Industrie, teilte Ende Juli mit, dass der Trend zu stark gestiegenen Rohstoffpreisen seit Ende 2020 unverändert anhalte, was die Herstellung von Kartons stark verteuert. So haben sich die Preise für Wellpappenrohpapier von September 2020 bis Juni 2021 um 40% erhöht. Bei altpapierbasierten Sorten gar um 60%. Dazu haben sich die Lieferzeiten auf ca. 6 Wochen erhöht, wobei 10 Tage einer normalen Laufzeit entsprächen.

Paletten: +200%

Gleiches gilt für Paletten. Neben allgemeinen Engpässen sind es vor allem die Kostensteigerungen, die für Unmut sorgen. Der Preis für Paletten in sogenannter „Speditionsqualität“ hat verglichen mit 2020 um über 200% zugelegt. Besonders stark sind die Preise seit Mai 2021 gestiegen. Laut dem Portal Packlog wird für den September mit Palettenpreisen von knapp unter 20,- Euro gerechnet. Dies ist zwar leicht günstiger als noch im August, ob dies nun aber als zaghaftes Anzeichen für das Ende der Preisrally zu bewerten ist, oder ob nicht nur die Ferien- und Urlaubszeit zu etwas niedrigerer Nachfrage geführt haben, bleibt abzuwarten.

Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und hohe Kosten und Knappheit werden so vermutlich weiterhin zur Tagesordnung gehören. Zumindest rechnet der VdW nicht mit einer Entspannung.

DHL Zustelldrohne Paketkopter – Entwicklung eingestellt

Wie Welt.de berichtet, hat die DHL die Entwicklung der Zustelldrohne, auch Paketkopter genannt, eingestellt. Ebenfalls beendet wurde ein Pilotprojekt in Tansania mit dem Drohnenhersteller Wingcopter. Während man sich für den deutschen Raum Anwendungsmöglichkeiten für die Zustellung in schwer zugängliche Gebiete erhofft hatte, wie z.b. die Zustellung auf Inseln oder im Alpenraum, ging es in Tansania um die Frage, ob es gelingt, per Drohne Medikamente in entlegene Gebiete  auszuliefern.

“Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Anwendungsfälle für den DHL Paketkopter getestet, in denen die Drohne vor allem dann zum Einsatz kam, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich war oder deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätte”

Hr. Edenhofer, Sprecher DHL

Die Entwicklung und Technologie von Logistikdrohnen steht noch am Anfang. Bisher lässt sich allerdings feststellen, dass die technischen Kapazitäten von Quadrocoptern nicht ausreichen, um schwere Lasten zu tragen und lange Strecken zurückzulegen. Vor allem sind sie sehr wetteranfällig. Über die technische Seite hinaus sind Fragen der Kontrolle und Regulierung im Luftraum noch zu klären.

Deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum

Unabhängig von den üblichen saisonalen Schwankungen, gerade rund um die feiertagslastigen Monate April, Mai und Juni ist weiterhin ein deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum festzustellen.

In einem aktuellen Artikel der Verkehrsrundschau  wird beschrieben, wie sich die Entwicklung des internationalen Handels (läuft wieder auf Hochtouren) ebenso auswirkt, wie die Havarie der Ever Given im Suez Kanal. Letzere erreiche z.B. den nachgelagerten Hinterlandverkehr nun zeitversetzt. Da besonders im Binnenschifffahrts- und Schienenverkehr Ressourcen Mangelware sind, wächst der Druck auf den europäischen Straßengüterverkehr. 

Wasserstoff LKW – erster Praxistest verläuft zufriedenstellend

Zwischen 12. November und 22. Dezember wurde der Prototyp eines Wasserstoff LKW einem Praxiseinsatz unterzogen. Die Nutzung eines voll ausgeladenen 26 t Truck über 1800 Kilometer in der anspruchsvollen Topografie des Bergischen Landes ergaben folgende Erkenntnisse:

  • Auch bei treibstoffsparender Fahrweise kam der Truck 230 km weit
  • Zur Verfügung stand eine Antriebsleistung von 230 Watt, was bei steileren Anstiegen nur bedingt ausreichend ist, da das Fahrzeug teilweise nur 60 Km/h bergauf fahren konnte
  • Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 11,3 Kg / 100 Kilometer
  • aktuellem Kilopreis für Wasserstoff ergibt das einen Treibstoffpreis von ca. 0,50 Euro pro Kilometer
  • Zwei Testfahrer wurden eingesetzt. Beide kamen problemlos mit der Bedienung zurecht

Michael te Heesen, Juniorchef des Logistikdienstleisters ABC-Logistik ist hochzufrieden mit den Ergebnissen dieses ersten Feldversuchs und ist zuversichtlich, dass aktuelle Probleme sich im Zuge des weiteren technischen Fortschritts mindern oder gar lösen lassen. Für ihn ist der Wasserstoff LKW damit eine zumindest interessante Perspektive für den Straßengüterverkehr.  „„Dafür, dass es ein Prototyp ist, sind wir sehr zufrieden“.

Quelle: DVZ

Baden Würtemberg startet als 3. Bundesland Feldversuch für Oberleitungs-LKW

Nach Hessen und Schleswig Holstein startet nun Baden Würtemberg einen Feldversuch für Oberleitungs-LKW. Allerdings diesmal auf keiner Autobahn sondern der Bundesstraße B462. Diese ist zwar zweispurig und damit autobahnähnlich, allerdings ohne Seitenstreifen. Ausserdem musste die Oberleitung unter einer Brücke hindurch und in einer Kurve montiert werden. Der Testabschnitt ist fast fertig gestellt und der Pilotbetrieb soll im Frühjahr 2021 starten. An den Kosten beteiligt sich das Bundesumweltministerium mit 17,8 Millionen Euro sowie das Land Baden Würtemberg mit 1,2 Millionen Euro. Insgesamt ist der Testbetrieb auf 3 Jahre angesetzt. Hier geht es zum Artikel auf eurotransport.de

EU Parlament regelt Ruhe- und Rückkehrzeiten neu

Seit 4 Jahren wurde in Europa daran gearbeitet, grenzüberschreitende Straßengütertransporte neu zu regeln. Nicht länger hinzunehmen war, dass sich ein System entwickelt hat, welches immer häufiger auf Sozialdumping, Ausbeutung der Fahrer und Niedrigpreisen beruht.  Nun hat eine große Mehrheit der EU Parlamentarier für Änderungen gestimmt.

So wird es z.B. eine Rückkehrpflicht für LKW geben, um gegen Scheinfirmen vorzugehen, die nur auf dem Papier existieren, während Fahrer und LKW ununterbrochen und heimatlos durch Europa fahren. Alle 8 Wochen müssen LKW zurück in ihr Heimatland, alle 4 Wochen die Fahrer. Auch darf die Ruhezeit am Wochenende nicht mehr in der Kabine verbracht werden. Es muss für Fahrer eine ordentliche Unterkunft besorgt werden. Dies gilt zukünftig auch für Klein LKW, die bisher fast ohne Sozialauflagen durch Europa fahren dürfen.  So müssen z.B. Ruhezeiten bei Klein LKW bisher lediglich handschriftlich festgehalten werden. Ab Juli 2026 werden digitale Tachographen Pflicht werden.

Hier geht’s zum Artikel auf tagesschau.de

vorsichtige Zeichen des Aufschwungs

Im Handelsblatt sieht man klare Signale für ein „Erwachen“ Wirtschaft. So sind lt. Statistischem Bundesamt im Einzelhandel die Umsätze im Mai 2020 gegenüber dem coronafreien Mai 2019  um 3,9% gestiegen. Und lt. Ifo Umfrage unter 9000 Firmen war der Geschäftsklimaindex im Mai und Juni stark gestiegen. Weitere Indikatoren, wie z.B. der LKW Maut Index, in dem tatsächlich gefahrene Lastwagenkilometer gemessen werden, zeigen ebenfalls in Richtung Erholung. Auch die Autoindustrie sieht Lichtblicke: Wie zuvor schon BMW hat auch Volkswagen zum 1. Juli die Kurzarbeit in den deutschen Werken aufgehoben. Die momentane Auslastung liege bei 75 bis 95 %, die Nachfrage ziehe wieder an.

Ein weiterer Indikator, der Einkaufsmanagerindex für die Eurozonen Industrie des Instituts IHS Markit zeigt zumindest vorsichtiges Wachstum an. Und eine Umfrage der Prüfungsgesellschaft PwC unter Finanzvorständen deutscher börsennotierter Konzerne ergab, dass erwartet wird, den diesjährigen Umsatzrückgang auf maximal 10% zu begrenzen.

Von allgemeiner Entspannung allerdings kann nicht gesprochen werden. Ein hoher Automobilmanager sagte dem Handelsblatt, dass im Moment vor allem aufgestaute Bestellungen abgearbeitet werden. Zwar erholt sich die Nachfrage in Deutschland leicht, aber wichtige Exportmärkte wie Frankreich, Großbritannien und Italien liegen weiter am Boden. So wird die Autoproduktion in Deutschland lt. ICI-Institut der Universität St. Gallen in diesem Jahr von 5,1 auf ca. 3,8 Millionen Autos sinken, was unter anderem bereits zu Stellenstreichungen und dem Stopp von Ausbauplänen geführt hat.

Darüber hinaus erwartet Ifo Präsident Fuest im Herbst Insolvenzen, vor allem im Gast- und Veranstaltungsgewerbe.

LKW Fahrleistungsindex steigt wieder

Gemäß aktueller Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat die Fahrleistung der mautpflichtigen LKW auf Bundesautobahnen im Mai 2020 um 6,1% gegenüber April 2020 zugelegt, liegt im Vergleich zum Mai 2019 allerdings um 7,3%  zurück. Der Fahrleistungsindex wird aus den Prozessdaten der Mauterhebung berechnet und liefert somit zeitnah konjunkturelle Anhaltspunkte. Denn wirtschaftliche Aktivität steht in unmittelbarem Zusammenhang zur erbrachten Fahrleistung. Hier geht’s zur Pressemitteilung auf destatis.de .