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Logistik News
Relevantes für den Güterverkehr per LKW

Logistik News
Relevantes für den Güterverkehr per LKW

Mauterhöhung für LKW über 3,5 Tonnen
21. Juni 2024

Ab 1. Juli 2024 wird die Maut für LKW mit mehr als 3,5 Tonnen eingeführt. Fällig wird die Maut auf Autobahnen und Bundesfernstraßen. Dies gilt für Fahrzeuge, die für den Güterverkehr eingesetzt werden. Fahrzeuge von Handwerksbetrieben können von der Maut befreit werden. Weitere Informationen zur Maut finden Sie z.B. auf der Seite von Toll Collect.

Je nach Euro-Schadstoffklasse verteuert sich der Transportkilometer um ca. 0,20 €. So wird für neuere Motorwagen und SoloTrucks mit Schadstoffklasse Euro 6 ein Aufpreis von 15,1 Cent / Kilometer fällig. Ältere Fahrzeuge mit Schadstoffklasse 1 z.B. zahlen 24,8 Cent / KM. Eine Auflistung der genauen Mauttarife haben wir für Sie verlinkt.

Leerfahrten – Verkehr reißt 2023 erneut Klimaziele
17. April 2024

Wie der Expertenrat für Klimafragen und das Umweltbundesamt bekannt gaben, hat der Verkehrssektor auch in 2023 erneut die vereinbarten Klimaziele überschritten. Statt 134 Millionen Tonnen CO2 wurden 146,8 Millionen Tonnen CO2 emittiert.

Für 2023 gibt es noch keine Zahlen. Aber in 2022 ergaben die Auswertungen, dass ca. 38% aller gewerblichen Fahrten auf deutschem Bundesgebiet sogenannte Leerfahrten waren.

(Quelle Statista + Kraftfahrtbundesamt)

Flexibilität auf Verladerseite verhindert Leerfahrten

Viele Leerfahrten könnten vermieden werden, wenn man die verladende Kundschaft von etwas höherer Terminflexibilität überzeugen kann. Das ist bei großen Werksanlieferungen natürlich nicht möglich – aber gerade kleinere mittelständische Verlader oder auch Privatkunden schränken die zur Verfügung stehende Durchführungsfrist eher ein und wissen oft nicht, was an dieser Einschränkung alles dranhängt.

Feste Terminvorgaben bedeuten für die Spedition ein erhöhtes Haftungsrisiko, einen höheren Stress- und Konfliktlevel für alle Beteiligten und eben vor allem Leerkilometer.

Feste Terminvorgaben bedeuten für die Spedition, dass man eben nicht warten kann, bis ein passender LKW in der Nähe frei ist, sondern man muss LKW nutzen, die im schlechtesten Fall noch viel Anfahrt haben, damit der Termin nicht gefährdet wird.

Terminliche Flexibilität versuchen wir über entsprechende Preisanreize zu fördern. Flexibilität ist aus unserer Sicht Win-Win.  Fixe Terminvorgaben werden allerdings konsequent beaufpreist.
Mit dieser Linie sind wir bisher ganz gut gefahren.

Marktlage LKW Verkehr
15. März 2024

Die Preise in unserem Transportpreiskalkulator für europaweite LKW-Transporte ändern sich oft, da es sowohl eher ruhige Phasen gibt als auch die berühmte Saison mit all ihren kurzen Feiertagswochen.

Über unseren neuen „Marktlage“ – Button möchten wir unseren Kunden das aktuelle Preisniveau nachvollziehbar vermitteln.  Neben vielen anderen Faktoren, die bei der Preisfindung eine Rolle spielen, möchten wir 3 besonders hervorheben:

  1. Interne Auswertung

Seit 2007 organisieren wir europaweite Landverkehre und werten diese hinsichtlich verschiedener Parameter regelmäßig aus.

2. BALM Fahrleistungsindex

Über das BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) werden zeitnah die in Deutschland anfallenden Mautdaten ausgewertet und als Mautstatistik bereitgestellt. Etwas verkürzt, aber nicht falsch: Fallen mehr Mautkilometer an, ist mehr zu transportieren. Dies ist ein Indikator für Preissteigerungen für Versender.

3. Timocom Transportbarometer

Die Timocom ist eine der wichtigsten Spot-Markt-Plattformen. Hier wird das Verhältnis von aktuell verfügbarem Laderaum und aktuell verfügbarer Ladung angezeigt. Mehr Ladung verfügbar als freier Laderaum ist z.B. ein Indikator für Preissteigerungen für Versender.  

Mautsätze werden stark erhöht und ausgeweitet
30. März 2023

In dieser Woche einigte sich die Regierungskoalition auf das Modernisierungspaket für Klimaschutz und Planungsbeschleunigung. Dies wird ab 1.12. 2023 Auswirkungen auf die Frachtraten für LKW-Transporte haben, denn die Mautsätze werden fast verdoppelt und auf kleinere LKW ausgeweitet.

ab 1.12. 2023: CO2-Aufschlag: 200€ / je Tonne CO2 – was heißt das konkret?

Bei einem 40 Tonner LKW mit Euro 6 Norm, der aktuell mit ca. 0,19 € je KM Maut zu kalkulieren ist, kommen ca. 20 Cent hinzu auf dann ca. 0,40 € / KM.

Ausserdem wird die Mautabgabe zukünftig schon für alle LKW ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen erhoben. Dies gilt ab Juli 2024.

Maut-Mehreinnahmen werden größtenteils in die Schiene investiert

Vereinbart wurde, dass ca. 80% dieser Mehreinnahmen, direkt in den Schienenverkehr investiert werden sollen.

Ukrainekrieg – Fahrermangel
9. März 2022

Quelle: Deutschlandfunk

In Deutschland eingesetzte LKW werden im Normalfall zu ca. 7% von Ukrainern gelenkt. Bei polnischen und litauischen Transportunternehmen ist ca. jede 3. Stelle mit einem ukrainischem Fahrer besetzt. Durch Einberufungsbescheide in die ukrainische Armee fehlen dem europäischen Transportmarkt mehr und mehr ukrainische Kollegen.

Schon vor dem Ukrainekrieg klagten deutsche Transportunternehmen über den zunehmenden Fahrermangel. Dieser wird aktuell auf ca. 80.000 nicht besetzte Stellen beziffert. In diesen Zahlen ist das Thema Ukrainekrieg noch nicht enthalten.

Durchschnittlicher Preis für Dieselkraftstoffe steigt rasant
8. März 2022

Ca. 30% der Gesamtbetriebskosten eines LKW entfallen auf den Kraftstoffverbrauch. Dieser liegt bei Sattelzügen / Megatrailern bei ca. 35 Litern auf 100 km.

Aktuelle Preisentwicklung scheint noch lange nicht an ihrem Ende angekommen zu sein, da sich nach aktuellem Stand (08.03.22) auch noch keine Lösung im Krieg Russlands gegen die Ukraine abzeichnet,
darüber hinaus sogar ein sofortiger Lieferstopp sämtlicher Rohstoffimporte aus Russland als rosa Elefant im Raum steht.

Besonders viel Hoffnung darauf, dass sich die Kosten für Transporte nicht deutlich erhöhen werden, können wir unseren Kunden aktuell leider nicht machen.

„Global Gateway“ – Europas Antwort auf die Neue Seidenstraße
2. Dezember 2021

Hinter der Bezeichnung „Global Gateway“ verbirgt sich Europas Bazooka als Antwort auf Cinas Neue Seidenstrasse. So sollen bis zum Jahr 2027 insgesamt 300 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden. Straßen, Bahnlinien, Internetverbindungen, Gesundheitseinrichtungen oder Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff – die EU macht Ernst und verlässt ihre passive Rolle in der Geopolitik.

Europa macht Ernst – China im Visier

2013 kündigte China unter dem Stichwort „Neue Seidenstrasse“ ein Infrastrukturprogramm an und sichert sich seitdem geopolitischen Einfluss. Nach offiziellen Angaben aus Peking flossen bisher 124 Milliarden Euro in Kredite an andere Länder, um in Infrastruktur zu investieren, die wiederum „in Zusammenarbeit“ mit chinesischen Firmen entsteht. Oft kommen hier nur chinesische Unternehmen zum Zuge. China sichert sich dadurch politische und wirtschaftliche Vorteile. Sei es in Bezug auf Rohstoffzugriff in Afrika, Hafenanlagen in Europa oder gesicherte globale Handelswege unter chinesischer Kontrolle.

Alternativangebot zur Seidenstrasse

China wird im allgemeinen ein Mangel an Transparenz, schlechte Umwelt- und Arbeitsstandards sowie ein Vorgehen vorgeworfen, das viele in Abhängikeiten gebrachte Länder am Ende schlechter dastehen lasse. Von daher einigten sich schon im Sommer die G7 darauf, hunderte Milliarden in Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen zu investieren, um eine „positive, alternative Vision anbieten zu können.“

Michael Clauß, ständiger Vertreter der Bundesrepublik bei der EU sagte: „Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen. Das Angebot einer regel- und wertebasierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe werde für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein.“

Quelle: tagesschau.de

Preise für Paletten und Verpackungen – keine Entspannung bis Jahresende
6. September 2021

Stark gestiegene Rohstoffpreise – dieses Thema begleitet uns schon seit einigen Monaten. Auch bei Paletten und Kartonagen bleiben die Preise noch bis Ende des Jahres auf sehr hohem Niveau. Diesem Thema widmet sich der Logistik-Watchblog.

Wellpappenrohpapier: +40%

Der VdW, der Verband der Wellpappen-Industrie, teilte Ende Juli mit, dass der Trend zu stark gestiegenen Rohstoffpreisen seit Ende 2020 unverändert anhalte, was die Herstellung von Kartons stark verteuert. So haben sich die Preise für Wellpappenrohpapier von September 2020 bis Juni 2021 um 40% erhöht. Bei altpapierbasierten Sorten gar um 60%. Dazu haben sich die Lieferzeiten auf ca. 6 Wochen erhöht, wobei 10 Tage einer normalen Laufzeit entsprächen.

Paletten: +200%

Gleiches gilt für Paletten. Neben allgemeinen Engpässen sind es vor allem die Kostensteigerungen, die für Unmut sorgen. Der Preis für Paletten in sogenannter „Speditionsqualität“ hat verglichen mit 2020 um über 200% zugelegt. Besonders stark sind die Preise seit Mai 2021 gestiegen. Laut dem Portal Packlog wird für den September mit Palettenpreisen von knapp unter 20,- Euro gerechnet. Dies ist zwar leicht günstiger als noch im August, ob dies nun aber als zaghaftes Anzeichen für das Ende der Preisrally zu bewerten ist, oder ob nicht nur die Ferien- und Urlaubszeit zu etwas niedrigerer Nachfrage geführt haben, bleibt abzuwarten.

Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und hohe Kosten und Knappheit werden so vermutlich weiterhin zur Tagesordnung gehören. Zumindest rechnet der VdW nicht mit einer Entspannung.

DHL Zustelldrohne Paketkopter – Entwicklung eingestellt
9. August 2021

Wie Welt.de berichtet, hat die DHL die Entwicklung der Zustelldrohne, auch Paketkopter genannt, eingestellt. Ebenfalls beendet wurde ein Pilotprojekt in Tansania mit dem Drohnenhersteller Wingcopter. Während man sich für den deutschen Raum Anwendungsmöglichkeiten für die Zustellung in schwer zugängliche Gebiete erhofft hatte, wie z.b. die Zustellung auf Inseln oder im Alpenraum, ging es in Tansania um die Frage, ob es gelingt, per Drohne Medikamente in entlegene Gebiete  auszuliefern.

„Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Anwendungsfälle für den DHL Paketkopter getestet, in denen die Drohne vor allem dann zum Einsatz kam, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich war oder deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätte“

Hr. Edenhofer, Sprecher DHL

Die Entwicklung und Technologie von Logistikdrohnen steht noch am Anfang. Bisher lässt sich allerdings feststellen, dass die technischen Kapazitäten von Quadrocoptern nicht ausreichen, um schwere Lasten zu tragen und lange Strecken zurückzulegen. Vor allem sind sie sehr wetteranfällig. Über die technische Seite hinaus sind Fragen der Kontrolle und Regulierung im Luftraum noch zu klären.

Deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum
28. Mai 2021

Unabhängig von den üblichen saisonalen Schwankungen, gerade rund um die feiertagslastigen Monate April, Mai und Juni ist weiterhin ein deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum festzustellen.

In einem aktuellen Artikel der Verkehrsrundschau  wird beschrieben, wie sich die Entwicklung des internationalen Handels (läuft wieder auf Hochtouren) ebenso auswirkt, wie die Havarie der Ever Given im Suez Kanal. Letzere erreiche z.B. den nachgelagerten Hinterlandverkehr nun zeitversetzt. Da besonders im Binnenschifffahrts- und Schienenverkehr Ressourcen Mangelware sind, wächst der Druck auf den europäischen Straßengüterverkehr. 

Wasserstoff LKW – erster Praxistest verläuft zufriedenstellend
18. Januar 2021

Zwischen 12. November und 22. Dezember wurde der Prototyp eines Wasserstoff LKW einem Praxiseinsatz unterzogen. Die Nutzung eines voll ausgeladenen 26 t Truck über 1800 Kilometer in der anspruchsvollen Topografie des Bergischen Landes ergaben folgende Erkenntnisse:

  • Auch bei treibstoffsparender Fahrweise kam der Truck 230 km weit
  • Zur Verfügung stand eine Antriebsleistung von 230 Watt, was bei steileren Anstiegen nur bedingt ausreichend ist, da das Fahrzeug teilweise nur 60 Km/h bergauf fahren konnte
  • Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 11,3 Kg / 100 Kilometer
  • aktuellem Kilopreis für Wasserstoff ergibt das einen Treibstoffpreis von ca. 0,50 Euro pro Kilometer
  • Zwei Testfahrer wurden eingesetzt. Beide kamen problemlos mit der Bedienung zurecht

Michael te Heesen, Juniorchef des Logistikdienstleisters ABC-Logistik ist hochzufrieden mit den Ergebnissen dieses ersten Feldversuchs und ist zuversichtlich, dass aktuelle Probleme sich im Zuge des weiteren technischen Fortschritts mindern oder gar lösen lassen. Für ihn ist der Wasserstoff LKW damit eine zumindest interessante Perspektive für den Straßengüterverkehr.  „„Dafür, dass es ein Prototyp ist, sind wir sehr zufrieden“.

Quelle: DVZ

Transportpreis – Indikatoren zeigen nach oben
11. September 2020
Der LKW Maut Fahrleistungsindex wird aus digitalen Prozessdaten der Lkw-Mauterhebung berechnet. 

Baden Würtemberg startet als 3. Bundesland Feldversuch für Oberleitungs-LKW
29. Juli 2020

Nach Hessen und Schleswig Holstein startet nun Baden Würtemberg einen Feldversuch für Oberleitungs-LKW. Allerdings diesmal auf keiner Autobahn sondern der Bundesstraße B462. Diese ist zwar zweispurig und damit autobahnähnlich, allerdings ohne Seitenstreifen. Ausserdem musste die Oberleitung unter einer Brücke hindurch und in einer Kurve montiert werden. Der Testabschnitt ist fast fertig gestellt und der Pilotbetrieb soll im Frühjahr 2021 starten. An den Kosten beteiligt sich das Bundesumweltministerium mit 17,8 Millionen Euro sowie das Land Baden Würtemberg mit 1,2 Millionen Euro. Insgesamt ist der Testbetrieb auf 3 Jahre angesetzt. Hier geht es zum Artikel auf eurotransport.de

EU Parlament regelt Ruhe- und Rückkehrzeiten neu
10. Juli 2020

Seit 4 Jahren wurde in Europa daran gearbeitet, grenzüberschreitende Straßengütertransporte neu zu regeln. Nicht länger hinzunehmen war, dass sich ein System entwickelt hat, welches immer häufiger auf Sozialdumping, Ausbeutung der Fahrer und Niedrigpreisen beruht.  Nun hat eine große Mehrheit der EU Parlamentarier für Änderungen gestimmt.

So wird es z.B. eine Rückkehrpflicht für LKW geben, um gegen Scheinfirmen vorzugehen, die nur auf dem Papier existieren, während Fahrer und LKW ununterbrochen und heimatlos durch Europa fahren. Alle 8 Wochen müssen LKW zurück in ihr Heimatland, alle 4 Wochen die Fahrer. Auch darf die Ruhezeit am Wochenende nicht mehr in der Kabine verbracht werden. Es muss für Fahrer eine ordentliche Unterkunft besorgt werden. Dies gilt zukünftig auch für Klein LKW, die bisher fast ohne Sozialauflagen durch Europa fahren dürfen.  So müssen z.B. Ruhezeiten bei Klein LKW bisher lediglich handschriftlich festgehalten werden. Ab Juli 2026 werden digitale Tachographen Pflicht werden.

Hier geht’s zum Artikel auf tagesschau.de

vorsichtige Zeichen des Aufschwungs
2. Juli 2020

Im Handelsblatt sieht man klare Signale für ein „Erwachen“ Wirtschaft. So sind lt. Statistischem Bundesamt im Einzelhandel die Umsätze im Mai 2020 gegenüber dem coronafreien Mai 2019  um 3,9% gestiegen. Und lt. Ifo Umfrage unter 9000 Firmen war der Geschäftsklimaindex im Mai und Juni stark gestiegen. Weitere Indikatoren, wie z.B. der LKW Maut Index, in dem tatsächlich gefahrene Lastwagenkilometer gemessen werden, zeigen ebenfalls in Richtung Erholung. Auch die Autoindustrie sieht Lichtblicke: Wie zuvor schon BMW hat auch Volkswagen zum 1. Juli die Kurzarbeit in den deutschen Werken aufgehoben. Die momentane Auslastung liege bei 75 bis 95 %, die Nachfrage ziehe wieder an.

Ein weiterer Indikator, der Einkaufsmanagerindex für die Eurozonen Industrie des Instituts IHS Markit zeigt zumindest vorsichtiges Wachstum an. Und eine Umfrage der Prüfungsgesellschaft PwC unter Finanzvorständen deutscher börsennotierter Konzerne ergab, dass erwartet wird, den diesjährigen Umsatzrückgang auf maximal 10% zu begrenzen.

Von allgemeiner Entspannung allerdings kann nicht gesprochen werden. Ein hoher Automobilmanager sagte dem Handelsblatt, dass im Moment vor allem aufgestaute Bestellungen abgearbeitet werden. Zwar erholt sich die Nachfrage in Deutschland leicht, aber wichtige Exportmärkte wie Frankreich, Großbritannien und Italien liegen weiter am Boden. So wird die Autoproduktion in Deutschland lt. ICI-Institut der Universität St. Gallen in diesem Jahr von 5,1 auf ca. 3,8 Millionen Autos sinken, was unter anderem bereits zu Stellenstreichungen und dem Stopp von Ausbauplänen geführt hat.

Darüber hinaus erwartet Ifo Präsident Fuest im Herbst Insolvenzen, vor allem im Gast- und Veranstaltungsgewerbe.

LKW Fahrleistungsindex steigt wieder
10. Juni 2020

Gemäß aktueller Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat die Fahrleistung der mautpflichtigen LKW auf Bundesautobahnen im Mai 2020 um 6,1% gegenüber April 2020 zugelegt, liegt im Vergleich zum Mai 2019 allerdings um 7,3%  zurück. Der Fahrleistungsindex wird aus den Prozessdaten der Mauterhebung berechnet und liefert somit zeitnah konjunkturelle Anhaltspunkte. Denn wirtschaftliche Aktivität steht in unmittelbarem Zusammenhang zur erbrachten Fahrleistung. Hier geht’s zur Pressemitteilung auf destatis.de .

China pushed Piräus in die TOP 4 europäischer Handelshäfen
26. Mai 2020

Seit 2016 gehört der China Ocean Shipping Company (Cosco) die Mehrheit am Hafen Piräus. Von der Troika (EU Kommision, EZB und internationaler Währungsfonds) gefordert und von der damaligen griechischen Regierung vehement bekämpft, hat die Privatisierung des Hafens zu einem starken Aufschwung und relevanten Einnahmen für Griechenland geführt. In 2019 wurden 5,65 Millionen TEU Containereinheiten verladen, rund 13 mal mehr als noch 2008. Im europäischen Vergleich liegt Piräus damit hinter Rotterdam, Antwerpen und Hamburg auf Rang 4. Bremerhaven, Valencia und Algeciras folgen auf den Plätzen. Für Griechenland und China lohnt das Geschäft: 5,4 Millionen Euro erhielt der griechische Staat im letzten Jahr von Cosco. Darüber hinaus werden Aufträge für den Hafenausbau an griechische Firmen, wie dem Baukonzern Tekal, vergeben. Für China ist Piräus der erste Platz, an dem chinesische Waren aus Fernost anlanden und auf Züge und andere Schiffe verteilt werden. Wirtschaftlicher Brückenkopf unter eigenem Einfluss. Oder „Kopf des Drachen in Europa“, wie chinesische Analysten sagen. Hier geht es zum Originalartikel auf focus.de.

Lieferkettenaktivität nimmt wieder zu
7. Mai 2020

Langsam geht es wieder aufwärts. Die Lieferketten kommen wieder in Schwung. Dies geht aus den aktuellen Daten des Supply Chain Activity Index des Unternehmens Shippeo hervor. Datengrundlage ist die gemessene Aktivität von über 3000 Fabriken und Warenlagern in Europa. Allein letzte Woche sei die durchschnittliche Lieferkettenaktivität von 30% auf 38% des Vor Corona Niveaus gestiegen, woraus sich eine gewisse Erholung ableiten lässt. Am stärksten betroffen von der Krise waren der Automobil- und Transportsektor, denn es mussten viele Werke und Produktionslinien stillgelegt werden. Dagegen wurde der Nahrungsmittelsektor wenig beeinflusst. Supermärkte blieben während der Krise geöffnet, es mussten lediglich Betriebsabläufe angepasst werden. Hier geht es zum Artikel in der Verkehrsrundschau.

Schienenverkehr zwischen China und Deutschland auf vor Corona Niveau
4. Mai 2020

In der Wirtschaftswoche ist ein Interview mit Frau Nikutta zu lesen, der DB Cargo Chefin, welche im Januar 2020 den Posten übernommen hat. Darin geht es um die unmittelbaren Effekte auf der Corona Krise auf den Schienen Verkehr, um den Preiskampf mit LKW Transporten und um das wieder normalisierte Auftragsniveau für den Schienentransport aus China nach Deutschland. Bis Ende des Monats werden zwischen China und Deutschland ca. 70 Züge gefahren sein. Damit befindet sich dieser Bereich nun wieder auf dem Niveau der Vor Corona Zeit. Frau Nikutta rechnet hier sogar noch mit weiterem Wachstum. Neben diesen ersten positiven Anzeichen für Entspannung der Gesamtlage bleiben die alten Schwierigkeiten aber bestehen. Seit Jahren schreibt DB Cargo Verluste und mit der Corona Krise sind ausgerechnet Aufträge der Hauptkunden aus Stahl- und Autoindustrie weggefallen. Immerhin gibt es aber einzelne Bereiche mit Wachstum. So hat das Transportvolumen für Zellulose, Getreide und Propylen für die Produktion von Desinfektionsmitteln zugelegt. Hier geht es zum kompletten Interview in der Wirtschaftswoche.

#LogistikHilft stellt Duschcontainer an Verkehrsknotenpunkten auf
21. April 2020

Über die unzumutbaren hygienischen Zustände für LKW Fahrer, welche derzeit auch gerne als Helden bezeichnet werden, wurde in den letzten Tagen schon viel geschrieben. Nun startete die Initiative #LogistikHilft und begann seit letztem Donnerstag damit, Duschcontainer auf Rastplätzen und wichtigen Verkehrsknotenpunkten aufzustellen. An dieser Initiative sind neben dem Bundesverkehrsministerium auch Branchenvertreter, der BGL sowie das Fraunhofer IML beteiligt. Zeitnah werden Duschkabinen und WCs  aber nicht nur an Rastplätzen aufgestellt, sondern auch an Umschlaghöfen und Verladestellen. Ziel ist ebenfalls, LKW Fahrer mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel zu versorgen. Die LKW Fahrer werden dazu aufgerufen, Missstände bei hygienischen Bedingungen direkt an die Branchenverbände oder das Verkehrsministerium zu melden. Hier geht es zur Homepage der Initiative #LogistikHilft.

Euronews berichtet von „Riesenstau bis fast nach Warschau“
20. April 2020

Ilona Jüngst berichtet auf eurotransport.de von derzeitigen Grenz-Erfahrungen. So stehen LKW, die von Polen nach Deutschland wollen, über einen Tag im Stau. Ähnlich war es vor einigen Wochen in entgegengesetzter Richtung bei der Einreise nach Polen zu beobachten. Grund hierfür sind vor allem Verzögerungen bei der Zollanmeldung. Im Moment ist eine erhöhte Anzahl LKW mit Rohstoffen aus Russland, Weißrussland und der Ukraine auf dem Weg nach Deutschland mit häufig unvollständigen Zollpapieren, was zusätzlichen  Arbeitsaufwand bedeutet. Gleichzeitig gibt es durch Krankheit viele Ausfälle beim polnischen Zollpersonal, zusätzlich zu den derzeit gültigen Sicherheitsbestimmungen. So dürfen aktuell maximal 50 Personen in das Zollterminal eintreten und Fahrer müssen für die Dauer des Verzollungsvorgang anwesend sein und können nicht wie üblich in der Kabine Ihres LKW warten.

DB Schenker – schwere Vorwürfe
9. April 2020

Die Corona Krise produziert aktuell große und teilweise schwer einschätzbare Verwerfungen am Transportmarkt. Während immer mehr Fuhrunternehmen und Speditionen Kurzarbeit anmelden, weil große Auftragsvolumina etwa aus der Automobilindustrie weggefallen sind, steigt die Nachfrage nach Transporten mit Lebensmitteln oder Hygieneartikeln. Und immer wieder fallen einige Großunternehmen negativ auf, die versuchen, die Corona Krise für sich positiv zu nutzen.

Man denke etwa an das DAX Schwergewicht Adidas, welches erst versuchte, die Zahlung der Ladenmieten seiner Stores auszusetzen, und nach Kritik aus der Gesellschaft doch zurück in die Spur fand, von einem Fehler sprach und sich anschließend entschuldigt hat. Oder denken wir an den Fußballverein Liverpool, der versuchte an Staatsgelder zu gelangen, weil die Geschäftsführung, bzw. die Investoren, der Meinung waren, es herrsche an der Anfield Road nach 4 Wochen Fussballpause wirtschaftliche Not. Im Jahr 2019 gewann man übrigens die Champions League und schloss das Geschäftsjahr mit einem satten Gewinn von 50 Millionen Euro vor Steuern ab. Die Reaktionen waren deutlich, das Image ist stark ramponiert und nun rudert man kleinlaut zurück. Kommen wir zu den heutigen Logistik NEWS:

DB Schenker auf den Spuren von Adidas oder dem FC Liverpool

Jede Branche braucht scheinbar sein eigenes Adidas oder Liverpool und so kommen wir zum  Champions League Teilnehmer der Logistik. Kommen wir zu DB Schenker. Was ist passiert? Regina Weinrich von eurotransport.de berichtete am 7.4. von einem Statement des BGL (Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung), wonach dieser ein Abrutschen in die Illegalität für Teile des deutschen Marktes für Transportdienstleistungen feststellt. Zur Untermauerung veröffentlichte Matthias Rathmann (Chefredakteur trans aktuell + eurotransport) zwei besonders extreme Fälle aus der Frachtenbörse Timocom, bei denen DB Schenker seinem Frachtführer 0,51 bzw. 0,53 Euro pro Lastenkilometer zahlen wollte. Beide Ladungen waren Komplettladungen für Standard-Sattelauflieger. Als Faustformel gilt ein Betrag von 1,25 Euro / Km als kostendeckend.

Illegale Frachtangebote durch DB Schenker

Nach Einschätzung von Branchenkennern kann daher ein Frachtführer, der die Transporte für DB Schenker ausführt, bei diesen Konditionen nicht in Einklang mit der Sozial- und Steuergesetzgebung arbeiten. Der BGL bezieht hier klar Stellung: „Diese Angebote sind illegal, da sie nicht mehr mit den Vorschriften zum Mindestlohn und auch dem Kabotage-Verbot vereinbar sind“. Er fordert die Betreiber von Frachtenbörsen dazu auf, illegale Offerten, wie die von DB Schenker umgehend an das Bundesamt für Güterverkehr und den Zoll zu melden, da diese Angebote nicht mit dem deutschen Mindestlohngesetz und dem Kabotage Verbot vereinbar sein könnten. Die Transportbranche dürfe „nicht dem kurzfristigen Profitdenken einiger Krisengewinnler geopfert werden“, mahnt der BGL. Über Zugriff auf Mautdaten für das BAG (Bundesamt für Güterverkehr, könne Verstößen gegen das Kabotageverbot sofort nachgegangen werden. Da diese Daten keine personenbezogenen sind, wäre dies unter Datenschutzgesichtspunkten möglich.

DB Schenker erhöht Zahlungsziel auf 60 Tage

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass DB Schenker bereits im Februar für Negativschlagzeilen sorgte, als es im Zuge der Corona Krise plötzlich das Zahlungsziel für seine angeschlossenen Dienstleister von 30 auf 60 Tage erhöhte. Roman Mayer, Vorstandsmitglied im Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) bezeichnete dies als „Schlag ins Kontor für unsere Transportdienstleister“. Lutz Lauenroth von der DVZ berichtete. Der Beschluss das Zahlungsziel derart zu verlängern steht in Zusammenhang mit der Kooperation von DB Schenker mit dem Finanzdienstleister Taulia. Gemeinsam hat man ein sogenanntes „Fast Payment Programm“ initiiert. Fuhrunternehmen, die ihre Frachtraten „vorzeitig“ erhalten wollen, können dieses Programm nutzen. Kleiner Haken an der Sache: Je nach gewünschtem Auszahlungstag wird ein Abschlag fällig, der nach „äußerst attraktiven, tagesgenauen Zinsen“ berechnet werde, so ein Sprecher von DB Schenker gegenüber der DVZ.  Der LBT appellierte damals an die Fairness von Schenker und forderte das Unternehmen auf, seine Entscheidung nochmals zu überdenken. Bislang (Stand heute) sind Korrekturen oder Entschuldigungen seitens DB Schenker nicht bekannt.

Sicherlich hat man auch bei DB Schenker unter der Corona Krise zu leiden, das wird niemand bestreiten wollen. Doch für viele stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen, dass über die Firmenmutter Deutsche Bahn der öffentlichen Hand und damit dem Steuerzahler gehört, wirklich so hart gegen angeschlossene Sub Unternehmer vorgehen muss, oder doch eher als gutes Beispiel voran gehen sollte. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben.  

Quellen:
Boerse.ard.de
Kicker.de
Eurotransport.de
Dvz.de

Gemeinsames Webportal von Logistik und Handel
8. April 2020

Heute in den Logistik NEWS: Deutschlands führende Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL und DSLV wollen der Corona Krise gemeinsam mit den Vertretern des Handels, namentlich Handelsinstitut EHI und Handelsverband Deutschland (HDE), entgegentreten. Dafür wurde auf der Plattform „Gemeinsam Handeln“ die Suche nach Logistikkapazitäten integriert. Dort wird versucht, Transportnachfrage und Transportangebote unkompliziert zusammenzubringen. Aktuell ist es hinsichtlich der Transportkapazitäten unübersichtlich: Während z.B. in der Automobillogistik enorme Laderaumkapazitäten frei geworden sind, besteht im Lebensmittelbereich enorme Transportnachfrage. Über das Portal können Handelsunternehmen, die aufgrund der Corona Pandemie Kapazitäten suchen, vernetzt werden mit Logistikunternehmen, die über freie Lagerflächen, freien Laderaum oder verfügbares Logistikpersonal verfügen.

Hier geht es zum Artikel auf eurotransport.de

Logistik in Frankreich – 59% der LKW stehen still
6. April 2020

Wie der französische Branchenverband FNTR berichtet, haben aktuell 86% der Straßentransportunternehmen ihre Geschäftsaktivität ganz oder teilweise eingestellt. Das bedeutet, dass derzeit durchschnittlich 59% der LKW still stehen.  Auch bei der Hälfte der Lebensmittellogistiker muss ein Rückgang des Geschäfts verzeichnet werden. 36% haben sogar ganz aufgegeben. Vor allem aber ist der Non-Food Bereich betroffen. Nach der Einstellung der Arbeit bei Lieferanten und Kunden war die Mehrheit der Transportunternehmen gezwungen gewesen, Kurzarbeit anzumelden. Völlig gestörte Warenströme führen zu einer Vielzahl Leerfahrten. Unternehmen, die noch aktiv sind, müssen Ihre Planung und Taktung stark umstellen. Die Logistik News verlinken zum Original Artikel: Hier geht es zum Artikel  auf eurotransport.de

Supply Chain ? Supply Puzzle !
4. April 2020

Die Warenversorgung in Zeiten der Corona Krise gestaltet sich herausfordernd. Engpässe bei einigen Warengruppen (Nudeln, Toilettenpapier, usw.), Container bleiben in Seehäfen stehen, einigen Fuhrunternehmen wird Personal knapp, anderen brechen Aufträge weg und es muss Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das Handelsblatt zeigt anhand aktueller Daten der Ulmer Frachtbörse Transporeon, wie durcheinander der Transportmarkt gerade durch die Lebensmittelversorgung gebracht wird. „Ein Drittel aller Lebensmittel-Lieferungen gingen vor der Coronakrise üblicherweise an Hotels, Restaurants und Kantinen. Dieser Markt ist nun nahezu weggebrochen.“ Sagt Transporeon-CEO Stephan Sieber. In der aktuellen Lage wird Essen mehr daheim zubereitet. Deswegen stieg die Anlieferung bei Supermärkten um ca. 20% an.

Stationärer Handel schließt – Amazon profitiert

Auch bei der Büroversorgung kann man einen ähnlichen Switch beobachten. „Die Belieferung von Officegebäuden mit Büromaterial fällt derzeit deutlich“, beobachtet Karl Gernandt, Berater von Großinvestor Klaus-Michael Kühne. Millionenfache Verlagerung ins Homeoffice führt im Gegenzug zu einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach bunten Espresso-Kapseln. Ähnliche Verschiebungen sind beim stationären Einzelhandel zu beobachten. Behördlich verordnete Ladenschließungen, damit verbundener ausfallender Umsatz und daraus resultierend kaum Bewegung in den Logistiklägern, die den stationären Einzelhandel versorgen. Auf der anderen Seite haben profitiert Amazon wie kaum ein anderer und hat für Deutschland beschlossen, temporär ca. 350 neue Arbeitskräfte einzustellen und den Stundenlohn zu erhöhen.

China schickt wieder erste Frachter

Auch auf die Ladungsträger wirkt sich das Corona Virus stark unterschiedlich aus. Die Containerschifffahrt musste zu Beginn des Jahres starke Verzögerungen bei der Abfahrt aus China verkraften und rechnen insgesamt mit einem starken Rückgang bei Umsatz und Gewinn. Man rechne aber ab Ende April mit wieder anziehendem Geschäft. Erste Frachter aus China machen sich derzeit wieder voll beladen auf den Weg nach Europa. Die Luftfracht dagegen sieht sich aktuell starker Nachfrage gegenüber, weil der Seeweg in den vergangenen Wochen kaum nutzbar war. Da gleichzeitig viele Passagierflieger derzeit fehlen und Verbindungen eingestellt worden sind, haben sich die Frachtraten teils dramatisch entwickelt. Es fehlt einfach an Transportkapazitäten. Im Bereich der LKW Verkehre z.B. ist das Angebot für den europäischen Straßentransport innerhalb kürzester Zeit um ca. 20% zurückgegangen. Vor allem für Touren von und nach Benelux, Frankreich, Italien und Spanien. Doch auch hier muss man von Branche zu Branche schauen. Während bei Chemie, Pharma und Handel die Transportnachfrage steigt, ist sie bei der Automobilindustrie in der zweiten Märzhälfte auf Zweimonatssicht um 40% eingebrochen. „Viele Automobil-Speditionen suchen derzeit händeringend nach Aufträgen“, bestätigt Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Die aktuelle Situation hat Karl Gernandt von Kühne + Nagel treffend beschrieben. „Aus der Supply Chain ist ein Supply Puzzle geworden“.

Hier geht es zum Originalartikel auf handelsblatt.com

Starke Nachfrage nach Logistik Immobilien und Lagerfläche
3. April 2020

Wie dem Digital Commerce Magazin zu entnehmen ist, herrscht derzeit starke Nachfrage nach freien Lagerkapazitäten. Gerade der Lebensmittelhandel benötigt enorme Kapazitäten, um die aktuelle Nachfrage bedienen zu können. Weniger wegen der sogenannten Hamsterkäufe, sondern weil Kantinenessen, Kita- und Schulverpflegung, Restaurantbesuche komplett ausfallen und die Menschen nun zu Hause das Essen auf den Tisch bringen müssen. Um es zu präzisieren: Gem. Kuno Neumeier, Gründer und Chef von Logivest, einem Beratungsunternehmen, wurde in Deutschland 2019 insgesamt 7 Millionen Quadratmeter Lagerfläche vermietet. In der ersten Woche des Lockdowns 2020 gingen bei Loginvest Anfragen für insgesamt 1 Million Quadratmeter Fläche ein. Gesucht werde alles von 5.000 bis 10.000 Quadratmeter Fläche. Vor allem die Kühl- und Tiefkühlwaren der Lebensmittelhändler müssen zwischengelagert werden, weil die Zentrallager die gegenwärtige Warenflut kaum noch aufnehmen können. Ebenso wird Lagerfläche benötigt für Bestellungen, die vor Monaten in Asien ausgelöst, inzwischen auf den Weg gebracht sind, hier aber nur stark eingeschränkt verkauft werden können. Dies trifft Fachhandel oder Textilhandel, dem Frühjahrskollektionen jetzt ausgeliefert werden. Diese Auswirkungen der Coronakrise treffen auf einen ohnehin angespannten und seit Jahren wachsenden Markt für Logistikflächen.

Zum Originalartikel auf www.etailment.de geht es hier.

Corona Pandemie – Deutsche Post erarbeitet Notfallplan
31. März 2020

Für den Fall, dass mit weiteren Beschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Coronavirus Pandemie zu rechnen ist, arbeitet die Deutsche Post derzeit an einem Notfallplan. Wie ein Sprecher der Deutschen Post mitteilte, wäre durch umfangreiche Quarantäne Maßnahmen die weitere Briefzustellung gewährleistet. So sind Zusteller in einigen Gebieten der Bundesrepublik bereits in Schutzkleidung unterwegs. Auch verzichte man derzeit bei Einschreiben oder der Paketzustellung auf die Unterschrift des Empfängers. In der „Welt am Sonntag“ war zu lesen, dass es ebenfalls Planungen gibt, die Zustellung der Post auf wenige Tage der Woche zu beschränken. So sollen im Extremfall nur wichtige Behörden ihre Post erhalten. Andere Sendungen sollen dann eingelagert werden oder auch ein genereller Annahmestopp wird diskutiert.

Zum Artikel auf Deutschlandfunk.de geht es hier. Das waren die heutigen Logistik News.

Spediteure und Betreiber des Hamburger Hafen beklagen Containerstau
30. März 2020

Weil Geschäfte geschlossen sind, finden Spediteure derzeit oft keinen Abnehmer für die Waren. Die Container bleiben daher erstmal dort, wo Sie angekommen sind, auf den Terminals. Ähnliche Containerstaus musste auch China vor einigen Wochen erleben. Vorrübergehend geschlossene Betriebe und die Tatsache, dass verspätet Container in den Terminals eingetroffen sind, deren Transport durch Winterstürme verzögert worden war, stellt die Hamburger Logistik vor große Herausforderungen. “Wir können das im Moment noch abpuffern, aber es wird zunehmend schwierig”, sagte Stefan Saß, Geschäftsführer des Vereins Hamburger Spediteure. Für die kommenden Wochen darf man wohl mit Entspannung rechnen, da aus China weniger Container als üblicherweise ankommen werden.

Hier geht es zum Originalartikel auf NTV.de

Gütertransportpakt geschlossen für Versorgungssicherheit
27. März 2020

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, hat der Bund mit der Logistikbranche und deren Dachverbänden einen Gütertransportpakt geschlossen, um „die Versorgungssicherheit zu garantieren“, so Verkehrsminister Scheuer. Darin geregelt sind unter anderem die Aufhebung des Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen und gesonderte Spuren für den Lebensmittelverkehr.  Ausserdem wolle Scheuer „nicht mehr akzeptieren, dass Brummi-Fahrer schlecht behandelt werden“. Etwa durch mangelnde Hygiene in sanitären Einrichtungen oder bei den Rahmenbedingungen in Logistikzentren. Zum Originalartikel auf rnd.de geht es hier.

Lieferketten teilweise unterbrochen – zusätzlich Fahrermangel
26. März 2020

Nicht nur ist die Produktion bestimmter Ausgangsstoffe und Waren derzeit eingeschränkt. Zusätzlich fehlen ca. 20% osteuropäische Fahrer, die während der Coronakrise zu Hause bleiben und nicht wie sonst quer durch Europa fahren. Das sagt Günter Jocher, Vorstand des Logistikunternehmen Group7 aus München. Weiter: “Durch die Kontrollen kommt es in Europa zu Wartezeiten an den Grenzen von einem bis zwei Tagen.” so Jocher. Wir erinnern uns, dass in der letzten Woche gerade an der Grenze zu Polen teilweise 60 Kilometer Stau durch rigorose Kontrollen der polnischen Grenzschützer entstanden sind. Immerhin haben diese sich nun verkürzt nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich eingeschaltet hatte. So gibt es nun Sonderregelungen für polnische LKW Fahrer bei Rückkehr in deren Heimat. Sie müssen nun nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne wenn Sie durch Deutschland gefahren sind. Darüber hinaus bemüht sich derzeit Verkehrsminister Scheuer darum, deutsche Speditionen und Fahrer als Ersatz zu gewinnen, die normalerweise für Firmen im Einsatz sind, die nun wegen der Coronakrise nicht produzieren. Hier geht es zum Originalartikel auf www.n-tv.de

Kooperation zwischen UPS und deutschem Start-up Wingcopter
25. März 2020

Das deutsche Start-up Wingcopter aus Darmstadt soll für UPS die nächste Generation Paketlieferdrohnen entwickeln. Dies teile UPS Flight Forward am Dienstag mit und wir nehmen in den Logistik News das Thema gerne auf. Die Drohnen von Wingcopter können senkrecht starten und landen und können Reichweiten bis zu 120 Kilometer überbrücken. Dabei erreichen Sie bis zu 240 km/h. Nachdem UPS Flight Forward im vergangenen Jahr bereits mit ersten kommerziellen Drohnenlieferflügen an ein Krankenhaus in North Carolina begonnen hatte, wird nun ein erweiterter Einsatz für Handelsprodukte, medizinischen Produkten oder Medikamenten sondiert. Zum Original Artikel auf verkehrsrundschau.de geht es hier.

Lenkzeiten angepasst wegen Corona Krise
20. März 2020

Heutige Logistik News von Eurotransport.de. Dort wird berichtet, darf die tägliche Lenkzeit ab sofort bis voraussichtlich zum 17.4.2020 höchstens fünfmal pro Woche auf zehn Stunden erhöht werden. Grundlage ist eine aktuelle Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums. An zwei aufeinander folgenden Wochenenden dürfen Fahrer ab sofort eine reduzierte Ruhezeit einlegen. Diese Änderungen gelten allerdings nur u.a. für Waren des täglichen Bedarfs (Lebens- und Futtermittel z.B.), Güter zur medizinischen Versorgung oder Treibstoffen. Auch wurden Ausnahmeregelungen zur Kabotage erlassen und gemäß DIHK aktuell bis zum 30.09.2020 gültig. Zum Originalartikel auf Eurotransport.de geht es hier.

Logistik in Zeiten von Corona
19. März 2020

Heutige Logistik News aus dem Tagesspiegel. Dort gab es ein interessantes Gespräch mit Thomas Wimmer. Er ist Chef der Bundesvereinigung Logistik und spricht über Lkw-Staus, überflüssige Produkte und eine positive Grundhaltung. Dabei betont Wimmer vor allem die Stärken von Logistik: Sachlich bleiben, Herausforderungen lösen, die Wirtschaft in Gang halten. Zum Originalartikel auf tagesspiegel.de geht es hier.

Mauterhöhung für LKW über 3,5 Tonnen
21. Juni 2024

Ab 1. Juli 2024 wird die Maut für LKW mit mehr als 3,5 Tonnen eingeführt. Fällig wird die Maut auf Autobahnen und Bundesfernstraßen. Dies gilt für Fahrzeuge, die für den Güterverkehr eingesetzt werden. Fahrzeuge von Handwerksbetrieben können von der Maut befreit werden. Weitere Informationen zur Maut finden Sie z.B. auf der Seite von Toll Collect.

Je nach Euro-Schadstoffklasse verteuert sich der Transportkilometer um ca. 0,20 €. So wird für neuere Motorwagen und SoloTrucks mit Schadstoffklasse Euro 6 ein Aufpreis von 15,1 Cent / Kilometer fällig. Ältere Fahrzeuge mit Schadstoffklasse 1 z.B. zahlen 24,8 Cent / KM. Eine Auflistung der genauen Mauttarife haben wir für Sie verlinkt.

Leerfahrten – Verkehr reißt 2023 erneut Klimaziele
17. April 2024

Wie der Expertenrat für Klimafragen und das Umweltbundesamt bekannt gaben, hat der Verkehrssektor auch in 2023 erneut die vereinbarten Klimaziele überschritten. Statt 134 Millionen Tonnen CO2 wurden 146,8 Millionen Tonnen CO2 emittiert.

Für 2023 gibt es noch keine Zahlen. Aber in 2022 ergaben die Auswertungen, dass ca. 38% aller gewerblichen Fahrten auf deutschem Bundesgebiet sogenannte Leerfahrten waren.

(Quelle Statista + Kraftfahrtbundesamt)

Flexibilität auf Verladerseite verhindert Leerfahrten

Viele Leerfahrten könnten vermieden werden, wenn man die verladende Kundschaft von etwas höherer Terminflexibilität überzeugen kann. Das ist bei großen Werksanlieferungen natürlich nicht möglich – aber gerade kleinere mittelständische Verlader oder auch Privatkunden schränken die zur Verfügung stehende Durchführungsfrist eher ein und wissen oft nicht, was an dieser Einschränkung alles dranhängt.

Feste Terminvorgaben bedeuten für die Spedition ein erhöhtes Haftungsrisiko, einen höheren Stress- und Konfliktlevel für alle Beteiligten und eben vor allem Leerkilometer.

Feste Terminvorgaben bedeuten für die Spedition, dass man eben nicht warten kann, bis ein passender LKW in der Nähe frei ist, sondern man muss LKW nutzen, die im schlechtesten Fall noch viel Anfahrt haben, damit der Termin nicht gefährdet wird.

Terminliche Flexibilität versuchen wir über entsprechende Preisanreize zu fördern. Flexibilität ist aus unserer Sicht Win-Win.  Fixe Terminvorgaben werden allerdings konsequent beaufpreist.
Mit dieser Linie sind wir bisher ganz gut gefahren.

Marktlage LKW Verkehr
15. März 2024

Die Preise in unserem Transportpreiskalkulator für europaweite LKW-Transporte ändern sich oft, da es sowohl eher ruhige Phasen gibt als auch die berühmte Saison mit all ihren kurzen Feiertagswochen.

Über unseren neuen „Marktlage“ – Button möchten wir unseren Kunden das aktuelle Preisniveau nachvollziehbar vermitteln.  Neben vielen anderen Faktoren, die bei der Preisfindung eine Rolle spielen, möchten wir 3 besonders hervorheben:

  1. Interne Auswertung

Seit 2007 organisieren wir europaweite Landverkehre und werten diese hinsichtlich verschiedener Parameter regelmäßig aus.

2. BALM Fahrleistungsindex

Über das BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) werden zeitnah die in Deutschland anfallenden Mautdaten ausgewertet und als Mautstatistik bereitgestellt. Etwas verkürzt, aber nicht falsch: Fallen mehr Mautkilometer an, ist mehr zu transportieren. Dies ist ein Indikator für Preissteigerungen für Versender.

3. Timocom Transportbarometer

Die Timocom ist eine der wichtigsten Spot-Markt-Plattformen. Hier wird das Verhältnis von aktuell verfügbarem Laderaum und aktuell verfügbarer Ladung angezeigt. Mehr Ladung verfügbar als freier Laderaum ist z.B. ein Indikator für Preissteigerungen für Versender.  

Mautsätze werden stark erhöht und ausgeweitet
30. März 2023

In dieser Woche einigte sich die Regierungskoalition auf das Modernisierungspaket für Klimaschutz und Planungsbeschleunigung. Dies wird ab 1.12. 2023 Auswirkungen auf die Frachtraten für LKW-Transporte haben, denn die Mautsätze werden fast verdoppelt und auf kleinere LKW ausgeweitet.

ab 1.12. 2023: CO2-Aufschlag: 200€ / je Tonne CO2 – was heißt das konkret?

Bei einem 40 Tonner LKW mit Euro 6 Norm, der aktuell mit ca. 0,19 € je KM Maut zu kalkulieren ist, kommen ca. 20 Cent hinzu auf dann ca. 0,40 € / KM.

Ausserdem wird die Mautabgabe zukünftig schon für alle LKW ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen erhoben. Dies gilt ab Juli 2024.

Maut-Mehreinnahmen werden größtenteils in die Schiene investiert

Vereinbart wurde, dass ca. 80% dieser Mehreinnahmen, direkt in den Schienenverkehr investiert werden sollen.

Ukrainekrieg – Fahrermangel
9. März 2022

Quelle: Deutschlandfunk

In Deutschland eingesetzte LKW werden im Normalfall zu ca. 7% von Ukrainern gelenkt. Bei polnischen und litauischen Transportunternehmen ist ca. jede 3. Stelle mit einem ukrainischem Fahrer besetzt. Durch Einberufungsbescheide in die ukrainische Armee fehlen dem europäischen Transportmarkt mehr und mehr ukrainische Kollegen.

Schon vor dem Ukrainekrieg klagten deutsche Transportunternehmen über den zunehmenden Fahrermangel. Dieser wird aktuell auf ca. 80.000 nicht besetzte Stellen beziffert. In diesen Zahlen ist das Thema Ukrainekrieg noch nicht enthalten.

Durchschnittlicher Preis für Dieselkraftstoffe steigt rasant
8. März 2022

Ca. 30% der Gesamtbetriebskosten eines LKW entfallen auf den Kraftstoffverbrauch. Dieser liegt bei Sattelzügen / Megatrailern bei ca. 35 Litern auf 100 km.

Aktuelle Preisentwicklung scheint noch lange nicht an ihrem Ende angekommen zu sein, da sich nach aktuellem Stand (08.03.22) auch noch keine Lösung im Krieg Russlands gegen die Ukraine abzeichnet,
darüber hinaus sogar ein sofortiger Lieferstopp sämtlicher Rohstoffimporte aus Russland als rosa Elefant im Raum steht.

Besonders viel Hoffnung darauf, dass sich die Kosten für Transporte nicht deutlich erhöhen werden, können wir unseren Kunden aktuell leider nicht machen.

„Global Gateway“ – Europas Antwort auf die Neue Seidenstraße
2. Dezember 2021

Hinter der Bezeichnung „Global Gateway“ verbirgt sich Europas Bazooka als Antwort auf Cinas Neue Seidenstrasse. So sollen bis zum Jahr 2027 insgesamt 300 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden. Straßen, Bahnlinien, Internetverbindungen, Gesundheitseinrichtungen oder Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff – die EU macht Ernst und verlässt ihre passive Rolle in der Geopolitik.

Europa macht Ernst – China im Visier

2013 kündigte China unter dem Stichwort „Neue Seidenstrasse“ ein Infrastrukturprogramm an und sichert sich seitdem geopolitischen Einfluss. Nach offiziellen Angaben aus Peking flossen bisher 124 Milliarden Euro in Kredite an andere Länder, um in Infrastruktur zu investieren, die wiederum „in Zusammenarbeit“ mit chinesischen Firmen entsteht. Oft kommen hier nur chinesische Unternehmen zum Zuge. China sichert sich dadurch politische und wirtschaftliche Vorteile. Sei es in Bezug auf Rohstoffzugriff in Afrika, Hafenanlagen in Europa oder gesicherte globale Handelswege unter chinesischer Kontrolle.

Alternativangebot zur Seidenstrasse

China wird im allgemeinen ein Mangel an Transparenz, schlechte Umwelt- und Arbeitsstandards sowie ein Vorgehen vorgeworfen, das viele in Abhängikeiten gebrachte Länder am Ende schlechter dastehen lasse. Von daher einigten sich schon im Sommer die G7 darauf, hunderte Milliarden in Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen zu investieren, um eine „positive, alternative Vision anbieten zu können.“

Michael Clauß, ständiger Vertreter der Bundesrepublik bei der EU sagte: „Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen. Das Angebot einer regel- und wertebasierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe werde für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein.“

Quelle: tagesschau.de

Preise für Paletten und Verpackungen – keine Entspannung bis Jahresende
6. September 2021

Stark gestiegene Rohstoffpreise – dieses Thema begleitet uns schon seit einigen Monaten. Auch bei Paletten und Kartonagen bleiben die Preise noch bis Ende des Jahres auf sehr hohem Niveau. Diesem Thema widmet sich der Logistik-Watchblog.

Wellpappenrohpapier: +40%

Der VdW, der Verband der Wellpappen-Industrie, teilte Ende Juli mit, dass der Trend zu stark gestiegenen Rohstoffpreisen seit Ende 2020 unverändert anhalte, was die Herstellung von Kartons stark verteuert. So haben sich die Preise für Wellpappenrohpapier von September 2020 bis Juni 2021 um 40% erhöht. Bei altpapierbasierten Sorten gar um 60%. Dazu haben sich die Lieferzeiten auf ca. 6 Wochen erhöht, wobei 10 Tage einer normalen Laufzeit entsprächen.

Paletten: +200%

Gleiches gilt für Paletten. Neben allgemeinen Engpässen sind es vor allem die Kostensteigerungen, die für Unmut sorgen. Der Preis für Paletten in sogenannter „Speditionsqualität“ hat verglichen mit 2020 um über 200% zugelegt. Besonders stark sind die Preise seit Mai 2021 gestiegen. Laut dem Portal Packlog wird für den September mit Palettenpreisen von knapp unter 20,- Euro gerechnet. Dies ist zwar leicht günstiger als noch im August, ob dies nun aber als zaghaftes Anzeichen für das Ende der Preisrally zu bewerten ist, oder ob nicht nur die Ferien- und Urlaubszeit zu etwas niedrigerer Nachfrage geführt haben, bleibt abzuwarten.

Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und hohe Kosten und Knappheit werden so vermutlich weiterhin zur Tagesordnung gehören. Zumindest rechnet der VdW nicht mit einer Entspannung.

DHL Zustelldrohne Paketkopter – Entwicklung eingestellt
9. August 2021

Wie Welt.de berichtet, hat die DHL die Entwicklung der Zustelldrohne, auch Paketkopter genannt, eingestellt. Ebenfalls beendet wurde ein Pilotprojekt in Tansania mit dem Drohnenhersteller Wingcopter. Während man sich für den deutschen Raum Anwendungsmöglichkeiten für die Zustellung in schwer zugängliche Gebiete erhofft hatte, wie z.b. die Zustellung auf Inseln oder im Alpenraum, ging es in Tansania um die Frage, ob es gelingt, per Drohne Medikamente in entlegene Gebiete  auszuliefern.

„Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Anwendungsfälle für den DHL Paketkopter getestet, in denen die Drohne vor allem dann zum Einsatz kam, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich war oder deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätte“

Hr. Edenhofer, Sprecher DHL

Die Entwicklung und Technologie von Logistikdrohnen steht noch am Anfang. Bisher lässt sich allerdings feststellen, dass die technischen Kapazitäten von Quadrocoptern nicht ausreichen, um schwere Lasten zu tragen und lange Strecken zurückzulegen. Vor allem sind sie sehr wetteranfällig. Über die technische Seite hinaus sind Fragen der Kontrolle und Regulierung im Luftraum noch zu klären.

Deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum
28. Mai 2021

Unabhängig von den üblichen saisonalen Schwankungen, gerade rund um die feiertagslastigen Monate April, Mai und Juni ist weiterhin ein deutlicher Frachtenüberhang gegenüber verfügbarem Laderaum festzustellen.

In einem aktuellen Artikel der Verkehrsrundschau  wird beschrieben, wie sich die Entwicklung des internationalen Handels (läuft wieder auf Hochtouren) ebenso auswirkt, wie die Havarie der Ever Given im Suez Kanal. Letzere erreiche z.B. den nachgelagerten Hinterlandverkehr nun zeitversetzt. Da besonders im Binnenschifffahrts- und Schienenverkehr Ressourcen Mangelware sind, wächst der Druck auf den europäischen Straßengüterverkehr. 

Wasserstoff LKW – erster Praxistest verläuft zufriedenstellend
18. Januar 2021

Zwischen 12. November und 22. Dezember wurde der Prototyp eines Wasserstoff LKW einem Praxiseinsatz unterzogen. Die Nutzung eines voll ausgeladenen 26 t Truck über 1800 Kilometer in der anspruchsvollen Topografie des Bergischen Landes ergaben folgende Erkenntnisse:

  • Auch bei treibstoffsparender Fahrweise kam der Truck 230 km weit
  • Zur Verfügung stand eine Antriebsleistung von 230 Watt, was bei steileren Anstiegen nur bedingt ausreichend ist, da das Fahrzeug teilweise nur 60 Km/h bergauf fahren konnte
  • Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 11,3 Kg / 100 Kilometer
  • aktuellem Kilopreis für Wasserstoff ergibt das einen Treibstoffpreis von ca. 0,50 Euro pro Kilometer
  • Zwei Testfahrer wurden eingesetzt. Beide kamen problemlos mit der Bedienung zurecht

Michael te Heesen, Juniorchef des Logistikdienstleisters ABC-Logistik ist hochzufrieden mit den Ergebnissen dieses ersten Feldversuchs und ist zuversichtlich, dass aktuelle Probleme sich im Zuge des weiteren technischen Fortschritts mindern oder gar lösen lassen. Für ihn ist der Wasserstoff LKW damit eine zumindest interessante Perspektive für den Straßengüterverkehr.  „„Dafür, dass es ein Prototyp ist, sind wir sehr zufrieden“.

Quelle: DVZ

Transportpreis – Indikatoren zeigen nach oben
11. September 2020
Der LKW Maut Fahrleistungsindex wird aus digitalen Prozessdaten der Lkw-Mauterhebung berechnet. 

Baden Würtemberg startet als 3. Bundesland Feldversuch für Oberleitungs-LKW
29. Juli 2020

Nach Hessen und Schleswig Holstein startet nun Baden Würtemberg einen Feldversuch für Oberleitungs-LKW. Allerdings diesmal auf keiner Autobahn sondern der Bundesstraße B462. Diese ist zwar zweispurig und damit autobahnähnlich, allerdings ohne Seitenstreifen. Ausserdem musste die Oberleitung unter einer Brücke hindurch und in einer Kurve montiert werden. Der Testabschnitt ist fast fertig gestellt und der Pilotbetrieb soll im Frühjahr 2021 starten. An den Kosten beteiligt sich das Bundesumweltministerium mit 17,8 Millionen Euro sowie das Land Baden Würtemberg mit 1,2 Millionen Euro. Insgesamt ist der Testbetrieb auf 3 Jahre angesetzt. Hier geht es zum Artikel auf eurotransport.de

EU Parlament regelt Ruhe- und Rückkehrzeiten neu
10. Juli 2020

Seit 4 Jahren wurde in Europa daran gearbeitet, grenzüberschreitende Straßengütertransporte neu zu regeln. Nicht länger hinzunehmen war, dass sich ein System entwickelt hat, welches immer häufiger auf Sozialdumping, Ausbeutung der Fahrer und Niedrigpreisen beruht.  Nun hat eine große Mehrheit der EU Parlamentarier für Änderungen gestimmt.

So wird es z.B. eine Rückkehrpflicht für LKW geben, um gegen Scheinfirmen vorzugehen, die nur auf dem Papier existieren, während Fahrer und LKW ununterbrochen und heimatlos durch Europa fahren. Alle 8 Wochen müssen LKW zurück in ihr Heimatland, alle 4 Wochen die Fahrer. Auch darf die Ruhezeit am Wochenende nicht mehr in der Kabine verbracht werden. Es muss für Fahrer eine ordentliche Unterkunft besorgt werden. Dies gilt zukünftig auch für Klein LKW, die bisher fast ohne Sozialauflagen durch Europa fahren dürfen.  So müssen z.B. Ruhezeiten bei Klein LKW bisher lediglich handschriftlich festgehalten werden. Ab Juli 2026 werden digitale Tachographen Pflicht werden.

Hier geht’s zum Artikel auf tagesschau.de

vorsichtige Zeichen des Aufschwungs
2. Juli 2020

Im Handelsblatt sieht man klare Signale für ein „Erwachen“ Wirtschaft. So sind lt. Statistischem Bundesamt im Einzelhandel die Umsätze im Mai 2020 gegenüber dem coronafreien Mai 2019  um 3,9% gestiegen. Und lt. Ifo Umfrage unter 9000 Firmen war der Geschäftsklimaindex im Mai und Juni stark gestiegen. Weitere Indikatoren, wie z.B. der LKW Maut Index, in dem tatsächlich gefahrene Lastwagenkilometer gemessen werden, zeigen ebenfalls in Richtung Erholung. Auch die Autoindustrie sieht Lichtblicke: Wie zuvor schon BMW hat auch Volkswagen zum 1. Juli die Kurzarbeit in den deutschen Werken aufgehoben. Die momentane Auslastung liege bei 75 bis 95 %, die Nachfrage ziehe wieder an.

Ein weiterer Indikator, der Einkaufsmanagerindex für die Eurozonen Industrie des Instituts IHS Markit zeigt zumindest vorsichtiges Wachstum an. Und eine Umfrage der Prüfungsgesellschaft PwC unter Finanzvorständen deutscher börsennotierter Konzerne ergab, dass erwartet wird, den diesjährigen Umsatzrückgang auf maximal 10% zu begrenzen.

Von allgemeiner Entspannung allerdings kann nicht gesprochen werden. Ein hoher Automobilmanager sagte dem Handelsblatt, dass im Moment vor allem aufgestaute Bestellungen abgearbeitet werden. Zwar erholt sich die Nachfrage in Deutschland leicht, aber wichtige Exportmärkte wie Frankreich, Großbritannien und Italien liegen weiter am Boden. So wird die Autoproduktion in Deutschland lt. ICI-Institut der Universität St. Gallen in diesem Jahr von 5,1 auf ca. 3,8 Millionen Autos sinken, was unter anderem bereits zu Stellenstreichungen und dem Stopp von Ausbauplänen geführt hat.

Darüber hinaus erwartet Ifo Präsident Fuest im Herbst Insolvenzen, vor allem im Gast- und Veranstaltungsgewerbe.

LKW Fahrleistungsindex steigt wieder
10. Juni 2020

Gemäß aktueller Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hat die Fahrleistung der mautpflichtigen LKW auf Bundesautobahnen im Mai 2020 um 6,1% gegenüber April 2020 zugelegt, liegt im Vergleich zum Mai 2019 allerdings um 7,3%  zurück. Der Fahrleistungsindex wird aus den Prozessdaten der Mauterhebung berechnet und liefert somit zeitnah konjunkturelle Anhaltspunkte. Denn wirtschaftliche Aktivität steht in unmittelbarem Zusammenhang zur erbrachten Fahrleistung. Hier geht’s zur Pressemitteilung auf destatis.de .

China pushed Piräus in die TOP 4 europäischer Handelshäfen
26. Mai 2020

Seit 2016 gehört der China Ocean Shipping Company (Cosco) die Mehrheit am Hafen Piräus. Von der Troika (EU Kommision, EZB und internationaler Währungsfonds) gefordert und von der damaligen griechischen Regierung vehement bekämpft, hat die Privatisierung des Hafens zu einem starken Aufschwung und relevanten Einnahmen für Griechenland geführt. In 2019 wurden 5,65 Millionen TEU Containereinheiten verladen, rund 13 mal mehr als noch 2008. Im europäischen Vergleich liegt Piräus damit hinter Rotterdam, Antwerpen und Hamburg auf Rang 4. Bremerhaven, Valencia und Algeciras folgen auf den Plätzen. Für Griechenland und China lohnt das Geschäft: 5,4 Millionen Euro erhielt der griechische Staat im letzten Jahr von Cosco. Darüber hinaus werden Aufträge für den Hafenausbau an griechische Firmen, wie dem Baukonzern Tekal, vergeben. Für China ist Piräus der erste Platz, an dem chinesische Waren aus Fernost anlanden und auf Züge und andere Schiffe verteilt werden. Wirtschaftlicher Brückenkopf unter eigenem Einfluss. Oder „Kopf des Drachen in Europa“, wie chinesische Analysten sagen. Hier geht es zum Originalartikel auf focus.de.

Lieferkettenaktivität nimmt wieder zu
7. Mai 2020

Langsam geht es wieder aufwärts. Die Lieferketten kommen wieder in Schwung. Dies geht aus den aktuellen Daten des Supply Chain Activity Index des Unternehmens Shippeo hervor. Datengrundlage ist die gemessene Aktivität von über 3000 Fabriken und Warenlagern in Europa. Allein letzte Woche sei die durchschnittliche Lieferkettenaktivität von 30% auf 38% des Vor Corona Niveaus gestiegen, woraus sich eine gewisse Erholung ableiten lässt. Am stärksten betroffen von der Krise waren der Automobil- und Transportsektor, denn es mussten viele Werke und Produktionslinien stillgelegt werden. Dagegen wurde der Nahrungsmittelsektor wenig beeinflusst. Supermärkte blieben während der Krise geöffnet, es mussten lediglich Betriebsabläufe angepasst werden. Hier geht es zum Artikel in der Verkehrsrundschau.

Schienenverkehr zwischen China und Deutschland auf vor Corona Niveau
4. Mai 2020

In der Wirtschaftswoche ist ein Interview mit Frau Nikutta zu lesen, der DB Cargo Chefin, welche im Januar 2020 den Posten übernommen hat. Darin geht es um die unmittelbaren Effekte auf der Corona Krise auf den Schienen Verkehr, um den Preiskampf mit LKW Transporten und um das wieder normalisierte Auftragsniveau für den Schienentransport aus China nach Deutschland. Bis Ende des Monats werden zwischen China und Deutschland ca. 70 Züge gefahren sein. Damit befindet sich dieser Bereich nun wieder auf dem Niveau der Vor Corona Zeit. Frau Nikutta rechnet hier sogar noch mit weiterem Wachstum. Neben diesen ersten positiven Anzeichen für Entspannung der Gesamtlage bleiben die alten Schwierigkeiten aber bestehen. Seit Jahren schreibt DB Cargo Verluste und mit der Corona Krise sind ausgerechnet Aufträge der Hauptkunden aus Stahl- und Autoindustrie weggefallen. Immerhin gibt es aber einzelne Bereiche mit Wachstum. So hat das Transportvolumen für Zellulose, Getreide und Propylen für die Produktion von Desinfektionsmitteln zugelegt. Hier geht es zum kompletten Interview in der Wirtschaftswoche.

#LogistikHilft stellt Duschcontainer an Verkehrsknotenpunkten auf
21. April 2020

Über die unzumutbaren hygienischen Zustände für LKW Fahrer, welche derzeit auch gerne als Helden bezeichnet werden, wurde in den letzten Tagen schon viel geschrieben. Nun startete die Initiative #LogistikHilft und begann seit letztem Donnerstag damit, Duschcontainer auf Rastplätzen und wichtigen Verkehrsknotenpunkten aufzustellen. An dieser Initiative sind neben dem Bundesverkehrsministerium auch Branchenvertreter, der BGL sowie das Fraunhofer IML beteiligt. Zeitnah werden Duschkabinen und WCs  aber nicht nur an Rastplätzen aufgestellt, sondern auch an Umschlaghöfen und Verladestellen. Ziel ist ebenfalls, LKW Fahrer mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel zu versorgen. Die LKW Fahrer werden dazu aufgerufen, Missstände bei hygienischen Bedingungen direkt an die Branchenverbände oder das Verkehrsministerium zu melden. Hier geht es zur Homepage der Initiative #LogistikHilft.

Euronews berichtet von „Riesenstau bis fast nach Warschau“
20. April 2020

Ilona Jüngst berichtet auf eurotransport.de von derzeitigen Grenz-Erfahrungen. So stehen LKW, die von Polen nach Deutschland wollen, über einen Tag im Stau. Ähnlich war es vor einigen Wochen in entgegengesetzter Richtung bei der Einreise nach Polen zu beobachten. Grund hierfür sind vor allem Verzögerungen bei der Zollanmeldung. Im Moment ist eine erhöhte Anzahl LKW mit Rohstoffen aus Russland, Weißrussland und der Ukraine auf dem Weg nach Deutschland mit häufig unvollständigen Zollpapieren, was zusätzlichen  Arbeitsaufwand bedeutet. Gleichzeitig gibt es durch Krankheit viele Ausfälle beim polnischen Zollpersonal, zusätzlich zu den derzeit gültigen Sicherheitsbestimmungen. So dürfen aktuell maximal 50 Personen in das Zollterminal eintreten und Fahrer müssen für die Dauer des Verzollungsvorgang anwesend sein und können nicht wie üblich in der Kabine Ihres LKW warten.

DB Schenker – schwere Vorwürfe
9. April 2020

Die Corona Krise produziert aktuell große und teilweise schwer einschätzbare Verwerfungen am Transportmarkt. Während immer mehr Fuhrunternehmen und Speditionen Kurzarbeit anmelden, weil große Auftragsvolumina etwa aus der Automobilindustrie weggefallen sind, steigt die Nachfrage nach Transporten mit Lebensmitteln oder Hygieneartikeln. Und immer wieder fallen einige Großunternehmen negativ auf, die versuchen, die Corona Krise für sich positiv zu nutzen.

Man denke etwa an das DAX Schwergewicht Adidas, welches erst versuchte, die Zahlung der Ladenmieten seiner Stores auszusetzen, und nach Kritik aus der Gesellschaft doch zurück in die Spur fand, von einem Fehler sprach und sich anschließend entschuldigt hat. Oder denken wir an den Fußballverein Liverpool, der versuchte an Staatsgelder zu gelangen, weil die Geschäftsführung, bzw. die Investoren, der Meinung waren, es herrsche an der Anfield Road nach 4 Wochen Fussballpause wirtschaftliche Not. Im Jahr 2019 gewann man übrigens die Champions League und schloss das Geschäftsjahr mit einem satten Gewinn von 50 Millionen Euro vor Steuern ab. Die Reaktionen waren deutlich, das Image ist stark ramponiert und nun rudert man kleinlaut zurück. Kommen wir zu den heutigen Logistik NEWS:

DB Schenker auf den Spuren von Adidas oder dem FC Liverpool

Jede Branche braucht scheinbar sein eigenes Adidas oder Liverpool und so kommen wir zum  Champions League Teilnehmer der Logistik. Kommen wir zu DB Schenker. Was ist passiert? Regina Weinrich von eurotransport.de berichtete am 7.4. von einem Statement des BGL (Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung), wonach dieser ein Abrutschen in die Illegalität für Teile des deutschen Marktes für Transportdienstleistungen feststellt. Zur Untermauerung veröffentlichte Matthias Rathmann (Chefredakteur trans aktuell + eurotransport) zwei besonders extreme Fälle aus der Frachtenbörse Timocom, bei denen DB Schenker seinem Frachtführer 0,51 bzw. 0,53 Euro pro Lastenkilometer zahlen wollte. Beide Ladungen waren Komplettladungen für Standard-Sattelauflieger. Als Faustformel gilt ein Betrag von 1,25 Euro / Km als kostendeckend.

Illegale Frachtangebote durch DB Schenker

Nach Einschätzung von Branchenkennern kann daher ein Frachtführer, der die Transporte für DB Schenker ausführt, bei diesen Konditionen nicht in Einklang mit der Sozial- und Steuergesetzgebung arbeiten. Der BGL bezieht hier klar Stellung: „Diese Angebote sind illegal, da sie nicht mehr mit den Vorschriften zum Mindestlohn und auch dem Kabotage-Verbot vereinbar sind“. Er fordert die Betreiber von Frachtenbörsen dazu auf, illegale Offerten, wie die von DB Schenker umgehend an das Bundesamt für Güterverkehr und den Zoll zu melden, da diese Angebote nicht mit dem deutschen Mindestlohngesetz und dem Kabotage Verbot vereinbar sein könnten. Die Transportbranche dürfe „nicht dem kurzfristigen Profitdenken einiger Krisengewinnler geopfert werden“, mahnt der BGL. Über Zugriff auf Mautdaten für das BAG (Bundesamt für Güterverkehr, könne Verstößen gegen das Kabotageverbot sofort nachgegangen werden. Da diese Daten keine personenbezogenen sind, wäre dies unter Datenschutzgesichtspunkten möglich.

DB Schenker erhöht Zahlungsziel auf 60 Tage

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass DB Schenker bereits im Februar für Negativschlagzeilen sorgte, als es im Zuge der Corona Krise plötzlich das Zahlungsziel für seine angeschlossenen Dienstleister von 30 auf 60 Tage erhöhte. Roman Mayer, Vorstandsmitglied im Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) bezeichnete dies als „Schlag ins Kontor für unsere Transportdienstleister“. Lutz Lauenroth von der DVZ berichtete. Der Beschluss das Zahlungsziel derart zu verlängern steht in Zusammenhang mit der Kooperation von DB Schenker mit dem Finanzdienstleister Taulia. Gemeinsam hat man ein sogenanntes „Fast Payment Programm“ initiiert. Fuhrunternehmen, die ihre Frachtraten „vorzeitig“ erhalten wollen, können dieses Programm nutzen. Kleiner Haken an der Sache: Je nach gewünschtem Auszahlungstag wird ein Abschlag fällig, der nach „äußerst attraktiven, tagesgenauen Zinsen“ berechnet werde, so ein Sprecher von DB Schenker gegenüber der DVZ.  Der LBT appellierte damals an die Fairness von Schenker und forderte das Unternehmen auf, seine Entscheidung nochmals zu überdenken. Bislang (Stand heute) sind Korrekturen oder Entschuldigungen seitens DB Schenker nicht bekannt.

Sicherlich hat man auch bei DB Schenker unter der Corona Krise zu leiden, das wird niemand bestreiten wollen. Doch für viele stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen, dass über die Firmenmutter Deutsche Bahn der öffentlichen Hand und damit dem Steuerzahler gehört, wirklich so hart gegen angeschlossene Sub Unternehmer vorgehen muss, oder doch eher als gutes Beispiel voran gehen sollte. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben.  

Quellen:
Boerse.ard.de
Kicker.de
Eurotransport.de
Dvz.de

Gemeinsames Webportal von Logistik und Handel
8. April 2020

Heute in den Logistik NEWS: Deutschlands führende Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL und DSLV wollen der Corona Krise gemeinsam mit den Vertretern des Handels, namentlich Handelsinstitut EHI und Handelsverband Deutschland (HDE), entgegentreten. Dafür wurde auf der Plattform „Gemeinsam Handeln“ die Suche nach Logistikkapazitäten integriert. Dort wird versucht, Transportnachfrage und Transportangebote unkompliziert zusammenzubringen. Aktuell ist es hinsichtlich der Transportkapazitäten unübersichtlich: Während z.B. in der Automobillogistik enorme Laderaumkapazitäten frei geworden sind, besteht im Lebensmittelbereich enorme Transportnachfrage. Über das Portal können Handelsunternehmen, die aufgrund der Corona Pandemie Kapazitäten suchen, vernetzt werden mit Logistikunternehmen, die über freie Lagerflächen, freien Laderaum oder verfügbares Logistikpersonal verfügen.

Hier geht es zum Artikel auf eurotransport.de

Logistik in Frankreich – 59% der LKW stehen still
6. April 2020

Wie der französische Branchenverband FNTR berichtet, haben aktuell 86% der Straßentransportunternehmen ihre Geschäftsaktivität ganz oder teilweise eingestellt. Das bedeutet, dass derzeit durchschnittlich 59% der LKW still stehen.  Auch bei der Hälfte der Lebensmittellogistiker muss ein Rückgang des Geschäfts verzeichnet werden. 36% haben sogar ganz aufgegeben. Vor allem aber ist der Non-Food Bereich betroffen. Nach der Einstellung der Arbeit bei Lieferanten und Kunden war die Mehrheit der Transportunternehmen gezwungen gewesen, Kurzarbeit anzumelden. Völlig gestörte Warenströme führen zu einer Vielzahl Leerfahrten. Unternehmen, die noch aktiv sind, müssen Ihre Planung und Taktung stark umstellen. Die Logistik News verlinken zum Original Artikel: Hier geht es zum Artikel  auf eurotransport.de

Supply Chain ? Supply Puzzle !
4. April 2020

Die Warenversorgung in Zeiten der Corona Krise gestaltet sich herausfordernd. Engpässe bei einigen Warengruppen (Nudeln, Toilettenpapier, usw.), Container bleiben in Seehäfen stehen, einigen Fuhrunternehmen wird Personal knapp, anderen brechen Aufträge weg und es muss Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das Handelsblatt zeigt anhand aktueller Daten der Ulmer Frachtbörse Transporeon, wie durcheinander der Transportmarkt gerade durch die Lebensmittelversorgung gebracht wird. „Ein Drittel aller Lebensmittel-Lieferungen gingen vor der Coronakrise üblicherweise an Hotels, Restaurants und Kantinen. Dieser Markt ist nun nahezu weggebrochen.“ Sagt Transporeon-CEO Stephan Sieber. In der aktuellen Lage wird Essen mehr daheim zubereitet. Deswegen stieg die Anlieferung bei Supermärkten um ca. 20% an.

Stationärer Handel schließt – Amazon profitiert

Auch bei der Büroversorgung kann man einen ähnlichen Switch beobachten. „Die Belieferung von Officegebäuden mit Büromaterial fällt derzeit deutlich“, beobachtet Karl Gernandt, Berater von Großinvestor Klaus-Michael Kühne. Millionenfache Verlagerung ins Homeoffice führt im Gegenzug zu einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach bunten Espresso-Kapseln. Ähnliche Verschiebungen sind beim stationären Einzelhandel zu beobachten. Behördlich verordnete Ladenschließungen, damit verbundener ausfallender Umsatz und daraus resultierend kaum Bewegung in den Logistiklägern, die den stationären Einzelhandel versorgen. Auf der anderen Seite haben profitiert Amazon wie kaum ein anderer und hat für Deutschland beschlossen, temporär ca. 350 neue Arbeitskräfte einzustellen und den Stundenlohn zu erhöhen.

China schickt wieder erste Frachter

Auch auf die Ladungsträger wirkt sich das Corona Virus stark unterschiedlich aus. Die Containerschifffahrt musste zu Beginn des Jahres starke Verzögerungen bei der Abfahrt aus China verkraften und rechnen insgesamt mit einem starken Rückgang bei Umsatz und Gewinn. Man rechne aber ab Ende April mit wieder anziehendem Geschäft. Erste Frachter aus China machen sich derzeit wieder voll beladen auf den Weg nach Europa. Die Luftfracht dagegen sieht sich aktuell starker Nachfrage gegenüber, weil der Seeweg in den vergangenen Wochen kaum nutzbar war. Da gleichzeitig viele Passagierflieger derzeit fehlen und Verbindungen eingestellt worden sind, haben sich die Frachtraten teils dramatisch entwickelt. Es fehlt einfach an Transportkapazitäten. Im Bereich der LKW Verkehre z.B. ist das Angebot für den europäischen Straßentransport innerhalb kürzester Zeit um ca. 20% zurückgegangen. Vor allem für Touren von und nach Benelux, Frankreich, Italien und Spanien. Doch auch hier muss man von Branche zu Branche schauen. Während bei Chemie, Pharma und Handel die Transportnachfrage steigt, ist sie bei der Automobilindustrie in der zweiten Märzhälfte auf Zweimonatssicht um 40% eingebrochen. „Viele Automobil-Speditionen suchen derzeit händeringend nach Aufträgen“, bestätigt Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Die aktuelle Situation hat Karl Gernandt von Kühne + Nagel treffend beschrieben. „Aus der Supply Chain ist ein Supply Puzzle geworden“.

Hier geht es zum Originalartikel auf handelsblatt.com

Starke Nachfrage nach Logistik Immobilien und Lagerfläche
3. April 2020

Wie dem Digital Commerce Magazin zu entnehmen ist, herrscht derzeit starke Nachfrage nach freien Lagerkapazitäten. Gerade der Lebensmittelhandel benötigt enorme Kapazitäten, um die aktuelle Nachfrage bedienen zu können. Weniger wegen der sogenannten Hamsterkäufe, sondern weil Kantinenessen, Kita- und Schulverpflegung, Restaurantbesuche komplett ausfallen und die Menschen nun zu Hause das Essen auf den Tisch bringen müssen. Um es zu präzisieren: Gem. Kuno Neumeier, Gründer und Chef von Logivest, einem Beratungsunternehmen, wurde in Deutschland 2019 insgesamt 7 Millionen Quadratmeter Lagerfläche vermietet. In der ersten Woche des Lockdowns 2020 gingen bei Loginvest Anfragen für insgesamt 1 Million Quadratmeter Fläche ein. Gesucht werde alles von 5.000 bis 10.000 Quadratmeter Fläche. Vor allem die Kühl- und Tiefkühlwaren der Lebensmittelhändler müssen zwischengelagert werden, weil die Zentrallager die gegenwärtige Warenflut kaum noch aufnehmen können. Ebenso wird Lagerfläche benötigt für Bestellungen, die vor Monaten in Asien ausgelöst, inzwischen auf den Weg gebracht sind, hier aber nur stark eingeschränkt verkauft werden können. Dies trifft Fachhandel oder Textilhandel, dem Frühjahrskollektionen jetzt ausgeliefert werden. Diese Auswirkungen der Coronakrise treffen auf einen ohnehin angespannten und seit Jahren wachsenden Markt für Logistikflächen.

Zum Originalartikel auf www.etailment.de geht es hier.

Corona Pandemie – Deutsche Post erarbeitet Notfallplan
31. März 2020

Für den Fall, dass mit weiteren Beschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Coronavirus Pandemie zu rechnen ist, arbeitet die Deutsche Post derzeit an einem Notfallplan. Wie ein Sprecher der Deutschen Post mitteilte, wäre durch umfangreiche Quarantäne Maßnahmen die weitere Briefzustellung gewährleistet. So sind Zusteller in einigen Gebieten der Bundesrepublik bereits in Schutzkleidung unterwegs. Auch verzichte man derzeit bei Einschreiben oder der Paketzustellung auf die Unterschrift des Empfängers. In der „Welt am Sonntag“ war zu lesen, dass es ebenfalls Planungen gibt, die Zustellung der Post auf wenige Tage der Woche zu beschränken. So sollen im Extremfall nur wichtige Behörden ihre Post erhalten. Andere Sendungen sollen dann eingelagert werden oder auch ein genereller Annahmestopp wird diskutiert.

Zum Artikel auf Deutschlandfunk.de geht es hier. Das waren die heutigen Logistik News.

Spediteure und Betreiber des Hamburger Hafen beklagen Containerstau
30. März 2020

Weil Geschäfte geschlossen sind, finden Spediteure derzeit oft keinen Abnehmer für die Waren. Die Container bleiben daher erstmal dort, wo Sie angekommen sind, auf den Terminals. Ähnliche Containerstaus musste auch China vor einigen Wochen erleben. Vorrübergehend geschlossene Betriebe und die Tatsache, dass verspätet Container in den Terminals eingetroffen sind, deren Transport durch Winterstürme verzögert worden war, stellt die Hamburger Logistik vor große Herausforderungen. “Wir können das im Moment noch abpuffern, aber es wird zunehmend schwierig”, sagte Stefan Saß, Geschäftsführer des Vereins Hamburger Spediteure. Für die kommenden Wochen darf man wohl mit Entspannung rechnen, da aus China weniger Container als üblicherweise ankommen werden.

Hier geht es zum Originalartikel auf NTV.de

Gütertransportpakt geschlossen für Versorgungssicherheit
27. März 2020

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, hat der Bund mit der Logistikbranche und deren Dachverbänden einen Gütertransportpakt geschlossen, um „die Versorgungssicherheit zu garantieren“, so Verkehrsminister Scheuer. Darin geregelt sind unter anderem die Aufhebung des Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen und gesonderte Spuren für den Lebensmittelverkehr.  Ausserdem wolle Scheuer „nicht mehr akzeptieren, dass Brummi-Fahrer schlecht behandelt werden“. Etwa durch mangelnde Hygiene in sanitären Einrichtungen oder bei den Rahmenbedingungen in Logistikzentren. Zum Originalartikel auf rnd.de geht es hier.

Lieferketten teilweise unterbrochen – zusätzlich Fahrermangel
26. März 2020

Nicht nur ist die Produktion bestimmter Ausgangsstoffe und Waren derzeit eingeschränkt. Zusätzlich fehlen ca. 20% osteuropäische Fahrer, die während der Coronakrise zu Hause bleiben und nicht wie sonst quer durch Europa fahren. Das sagt Günter Jocher, Vorstand des Logistikunternehmen Group7 aus München. Weiter: “Durch die Kontrollen kommt es in Europa zu Wartezeiten an den Grenzen von einem bis zwei Tagen.” so Jocher. Wir erinnern uns, dass in der letzten Woche gerade an der Grenze zu Polen teilweise 60 Kilometer Stau durch rigorose Kontrollen der polnischen Grenzschützer entstanden sind. Immerhin haben diese sich nun verkürzt nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich eingeschaltet hatte. So gibt es nun Sonderregelungen für polnische LKW Fahrer bei Rückkehr in deren Heimat. Sie müssen nun nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne wenn Sie durch Deutschland gefahren sind. Darüber hinaus bemüht sich derzeit Verkehrsminister Scheuer darum, deutsche Speditionen und Fahrer als Ersatz zu gewinnen, die normalerweise für Firmen im Einsatz sind, die nun wegen der Coronakrise nicht produzieren. Hier geht es zum Originalartikel auf www.n-tv.de

Kooperation zwischen UPS und deutschem Start-up Wingcopter
25. März 2020

Das deutsche Start-up Wingcopter aus Darmstadt soll für UPS die nächste Generation Paketlieferdrohnen entwickeln. Dies teile UPS Flight Forward am Dienstag mit und wir nehmen in den Logistik News das Thema gerne auf. Die Drohnen von Wingcopter können senkrecht starten und landen und können Reichweiten bis zu 120 Kilometer überbrücken. Dabei erreichen Sie bis zu 240 km/h. Nachdem UPS Flight Forward im vergangenen Jahr bereits mit ersten kommerziellen Drohnenlieferflügen an ein Krankenhaus in North Carolina begonnen hatte, wird nun ein erweiterter Einsatz für Handelsprodukte, medizinischen Produkten oder Medikamenten sondiert. Zum Original Artikel auf verkehrsrundschau.de geht es hier.

Lenkzeiten angepasst wegen Corona Krise
20. März 2020

Heutige Logistik News von Eurotransport.de. Dort wird berichtet, darf die tägliche Lenkzeit ab sofort bis voraussichtlich zum 17.4.2020 höchstens fünfmal pro Woche auf zehn Stunden erhöht werden. Grundlage ist eine aktuelle Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums. An zwei aufeinander folgenden Wochenenden dürfen Fahrer ab sofort eine reduzierte Ruhezeit einlegen. Diese Änderungen gelten allerdings nur u.a. für Waren des täglichen Bedarfs (Lebens- und Futtermittel z.B.), Güter zur medizinischen Versorgung oder Treibstoffen. Auch wurden Ausnahmeregelungen zur Kabotage erlassen und gemäß DIHK aktuell bis zum 30.09.2020 gültig. Zum Originalartikel auf Eurotransport.de geht es hier.

Logistik in Zeiten von Corona
19. März 2020

Heutige Logistik News aus dem Tagesspiegel. Dort gab es ein interessantes Gespräch mit Thomas Wimmer. Er ist Chef der Bundesvereinigung Logistik und spricht über Lkw-Staus, überflüssige Produkte und eine positive Grundhaltung. Dabei betont Wimmer vor allem die Stärken von Logistik: Sachlich bleiben, Herausforderungen lösen, die Wirtschaft in Gang halten. Zum Originalartikel auf tagesspiegel.de geht es hier.