LKW – Typen
Transportlexikon A-Z
LKW steht als Abkürzung für Lastkraftwagen. Gemeint sind stark motorisierte Kraftfahrzeuge, mit denen der Transport verschiedenster Waren durchgeführt werden kann. Bei Beauftragung eines Transportes können unterschiedliche Kosten je Kilometer entstehen. Je nachdem, mit welchem LKW sich die Fracht befördern lässt und welche spezifischen Anforderungen seitens der Kundschaft gestellt wird. In unserem Kalkulator bieten wir Transportpreise für verschiedene LKW-Typen an.
Planensprinter, Solotruck, Stückgut-LKW
Kleine, wendige LKW, auf Wunsch mit Ladebordwand. Entweder als Direktkurier oder als Stückgut (sehr günstig, aber es wird mehrmals umgeladen).
Sattelzug / Tautliner
Ein Sattelzug (Zugmaschine + Auflieger) hat eine Länge bis 16,5m, eine Breite von 2,55m und eine Höhe von ca. 2,70m. Als Hängerzug kommt er auf eine Länge von knapp 19m. In der Regel gibt es einen Planenaufbau, womit seitlich oder von oben (Edscha Verdeck) verladen werden kann. Er bietet Platz auf 13,6 Lademetern mit 2,47 cm Breite und einer Durchladehöhe von ca. 2,60m. Alternativ gibt es offene Sattelzüge oder Koffer LKW. Genau kann man das nicht angeben, da es viele verschiedene Ausführungen gibt. Befrachten kann man den Sattelzug in der Regel mit ca. 24t.
Sofern beide Verladestellen für LKW mit ca. 17m Gesamtlänge anfahrbar sind, ist der Transport auf einem Tautliner relativ günstig. Vor allem, wenn es sich um Beiladungen auf größeren Distanzen handelt. Ein Tautliner, oder auch Schiebeplanenauflieger oder Gardinenplanenauflieger, ist ein LKW mit Planenaufbau. Diese Plane lässt sich seitlich öffnen und der LKW somit seitlich verladen. Diese Art von Sattelauflieger wurde als Patent im Jahr 1969 von der Firma Boalloy Industries Ltd. angemeldet und fortan hergestellt.
Megatrailer
Der Megatrailer hat eine Innenhöhe von 3,0 m und kann das Dach für den Verladevorgang anheben. Anders als bei Sattelzügen mit ihrer Durchladehöhe von ca. 2,6 m können mit einem Megatrailer besonders große Höhen transportiert werden. Die Ladefläche bietet Platz auf 13,6 * 2,47 m. Zuladungen bis ca. 24 t sind möglich.
Jumbo Hängerzug
Bietet auf ca. 15m Länge Platz mit 3,00m Innenhöhe. Zugmaschine und Anhänger sind aber nicht gleich lang, sondern unterscheiden sich meistens hinsichtlich der Länge. Jumbo Hängerzüge sind Lastkraftwagen mit besonders großem Ladevolumen. Ca. 15 Lademeter stehen zur Verfügung und im Gegensatz zu normalen Sattelzügen steht eine Innenhöhe von ca. 3 Metern zur Verfügung. Die Durchladehöhe kann mit einem Hubdach (auch Edschaverdeck genannt) auf ca. 3,30 Meter vergrößert werden. Daher spricht man auch von Volumen-Transporten.
offener LKW
offene Plateau LKW oder Hängerzüge sind ideal, wenn die Breite der Transportgüter nicht unter Plane auf einen Sattelzug passt. Seecontainer oder größere Maschinen werden meist offen transportiert.
Tieflader
ein Tieflader bietet mit seinen Auffahrrampen die Möglichkeit der Verladung von hinten. Je nach Ladehöhe kann ein Tieflader Geräte, Maschinen oder Traktoren bis ca. 3,4m Höhe aufnehmen.
Tiefbett
Für alles, was höher als 3,4 m ist nutzt man einen Tiefbett LKW. Im Bett haben diese Fahrzeuge ca. 6 – 7 m Länge. Meist kann bis ca. 12 m teleskopiert werden.
LKW mit eigenem Bordkran
Für den Transport von z.B. Container nutzt man gerne einen Bordkran-LKW, welcher sich selbst be- und entladen kann. Die meisten dieser Bordkräne sind bis ca. 2,5 t problemlos nutzbar, sofern der LKW seitlich an den Containerstandort fahren kann. Bei höherem Gewicht, oder wenn weitere Strecken und Höhe überkrant werden muss, müssen wir einen externen Krandienst hinzuziehen und mit dem LKW Termin koordinieren. Zu diesem Thema haben wir einen eigenen Artikel über Bordkran-LKW erstellt.
weitere Bezeichnungen für LKW-Typen:
Planen-LKW – Um Waren wettergeschützt transportieren zu können bedient man sich der sogenannten Planen LKW. Anders als die offenen LKW haben diese einen Planenaufbau. Das können Planensprinter, Planensattelzüge bis hin zu Tiefbett LKW unter Plane sein. In der Regel wird für die Verladung die Plane seitlich geöffnet. LKW mit sogenanntem Edschaverdeck lassen sich zusätzlich von oben per Kran verladen.
Koffer-LKW – Im Gegensatz zu einem Planen-LKW ist die Ladefläche des Koffer LKW rundum mit festen Wänden kastenförmig geschlossen. Eine Beladung kann hier nur von hinten erfolgen (von einigen ganz wenigen Ausnahmen abgesehen). Entweder wird an eine Laderampe angedockt, oder der LKW besitzt eine eigene Hebebühne.
Offene LKW – sind LKW ohne Planenaufbau. Das können z.B. Tieflader mit Auffahrrampen sein, oder Tiefbett LKW, oder offene Gliederzüge und Plateausattel. Offene LKW kommen zum Einsatz für den Transport von z.B. Seecontainern, größere Landmaschinen, Mähdrescher oder Traktoren.
Frigo – Kühlkoffer – Ein Koffer-LKW, der über die Möglichkeit verfügt, den Laderaum auf eine bestimmte Temperatur zu kühlen. Wird insbesondere für den Transport von Lebensmitteln oder Pharmaprodukten eingesetzt. Kann beim Transport von Schnittblumen und Pflanzen ebenfalls erforderlich sein.
Lang-LKW (Gigaliner) – Bis Ende 2016 wurden in einem Feldversuch die Chancen und Risiken innovativer Fahrzeugkonzepte getestet. U.a. ging es um den Einsatz sogenannter Lang-LKW. Bei gleichbleibendem Gesamtgewicht von 40 t (bzw. 44 t im Kombiverkehr) darf die Länge dieser LKW für Sattelfahrzeuge von 16,50 m auf 17,80 m und die Länge für Gliederzüge von 18,75 m auf bis zu25,25 m erhöht werden. Es lässt sich kurz zusammengefasst sagen, dass zwei Lang-LKW soviel Ladung wie drei Standard-LKW transportieren können. Inzwischen wurden Lang-LKW in den Regelbetrieb überführt. Stand heute (2019), darf der verlängerte Sattelauflieger zunächst befristet bis 31.12.2023 weiter getestet werden.
Sattelauflieger – Als Auflieger bezeichnet man unmotorisierte Fahrzeuge für den Transport großer Warenmenge. Auch bekannt als Sattelauflieger verfügen diese Fahrzeuge meist über mehrere Hinterachsen, nicht jedoch über eine Vorderachse. Diese ist nicht notwendig, weil der Auflieger mit einer Sattelplatte auf einer Zugmaschine aufliegt und gezogen wird. Ein großer Vorteil ist die hohe Flexibilität. Auflieger lassen sich an verschiedene Zugfahrzeuge anhängen und sind deshalb vor allem im Güterkraftverkehr, im kombinierten Verkehr und in der Landwirtschaft im Einsatz und müssen mit eigenen Kennzeichen versehen werden.
Telesattel – Sattelauflieger, die ihre Ladefläche auf bis zu 40 Meter verlängern können, nennt man Telesattel. Typische Transportgüter für einen Telesattel sind z.B. Teile für Windkraftanlagen.
Hängerzug – Ein Hängerzug (oder auch Gliederzug genannt) ist ein LKW mit einem oder mehreren Anhängern. Ein Hängerzug ist im Vergleich zu einem Sattelzug etwas wendiger und bietet mehr Laderaum. Dadurch verringern sich die Transportkosten je Lademeter für den Versender. Allerdings muss man vorab prüfen, dass ein LKW in dieser Größenordnung auch wirklich beide Verladestellen erreichen kann. Die Gesamtlänge eines Gliederzugs beträgt max. 18,75 m. (Im Vergleich dazu ein Sattelzug ca. 17 m). Beengte Wohngebiete sind eher schwierig zu erreichen.
Ist die Zufahrt an beiden Verladestellen aber gegeben, ist der Transport als Beiladung auf einem Hängerzug sehr kosteneffizient. Im Idealfall kann der Hängerzug komplett ausgelastet werden (bei Komplettladungen spricht man von FTL, bei Beiladungen von LTL) und reduziert die Umweltbelastung durch reduziertem Kraftstoffverbrauch je Ladungstonne.
LKW Zusatzausstattung
ADR – Das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (Abkürzung ADR, von Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route), wurde am 30. September 1957 in Genf beschlossen. Es enthält besondere Vorschriften für den Transport von Gefahrgut. Es regelt unter anderen die Einstufung der zu transportierenden Güter als Gefahrgut und zugehörige Sicherheitsmaßnahmen, den Bau von Behältern, Tanks und Fahrzeugen für Gefahrguttransporte oder die Kennzeichnung und Dokumentation eines Gefahrguttransportes. Unter anderem fordert das ADR in vielen Fällen z.B. vom Fahrer, dass er einen Gefahrgutführerschein besitzen muss oder das Unternehmen, die Gefahrgüter befördern, einen Gefahrgutbeauftragten haben müssen.
A-Schild – Vielleicht haben Sie die weißen Schilder mit einem schwarzen A schon häufiger an LKW gesehen. LKW mit diesem sogenannten A-Schild transportieren Abfälle. Zum 1.6.2012 wurde mit der Neufassung des Kreislaufwirtschaftgesetztes (KrWG) die EU Abfall Richtlinie 2008/98/EG umgesetzt. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und die Abfallbewirtschaftung sicher für Mensch und Umwelt zu gestalten. Es handelt sich um die zentrale Regelung zu den Bereichen Entsorgung, Transport und Überwachung von Abfall, sowie juristischer Grundlagen für beteiligte Unternehmen und Institutionen. Die aktuelle Fassung betrifft die Kennzeichnung von Transportfahrzeugen. Abfalltransporte auf öffentlichen Straßen sind durch zwei deutlich erkennbare, rückstrahlende Abfallschilder (A-Schild) kenntlich gemacht werden. Diese Schilder sind vorne und hinten anzubringen.
Ameise / Hubwagen – Ein Hubwagen (umgangssprachlich auch Ameise genannt) ist ein Flurfördergerät (Link zur Themenseite Stapler-Transporte) und mit oder ohne elektrischem Antrieb erhältlich. Mit der Ameise können Transportpaletten, Gitterboxen und entsprechende Förderhilfsmittel auf ebenem Untergrund transportiert werden. Die Ameise hat zwei Metallzinken, die unter die Palette geschoben und dann angehoben werden können. Zur ebenerdigen Verladung wird neben dem Hubwagen auch eine Hebebühne am LKW benötigt.
Auffahrrampen – Werden Traktoren, Unimogs oder Stapler über Auffahrrampen verladen, kommen meist Tieflader LKW zum Einsatz, welche solche Auffahrrampen mitführen. Bei der Transportplanung ist zu klären, über welche Länge die Auffahrrampen verfügen müssen, damit die Verladung reibungslos funktioniert. Grundsätzlich empfiehlt sich folgende Faustformel:
Empfohlene maximale Steigung bei der Verladung: 30% (abhängig von der Power und dem Gewicht vom Traktor, Stapler, Unimog … )
(Auffahrhöhe (in cm) / maximaler Steigungswinkel (30) ) x 100 = Länge der Auffahrrampen.
Machen wir es an einem Beispiel konkret: Sie möchten einen Unimog auf einem Tieflader transportieren. Dieser hat eine Ladehöhe von z.B. 90 cm. Ihre Faustformel lautet: ( 90 / 30 ) x 100 = 300. Der LKW sollte also über Rampen von mind. 3m Länge verfügen.
Natürlich gibt es noch andere Faktoren zu berücksichtigen. Die verschiedenen Rampen unterscheiden sich auch in der Tragfähigkeit. Oder die maximale Steigung von 30% kann eventuell nicht von jedem Traktor bewältigt werden. usw.
Edscha – Hin und wieder schafft es ein Produkt- oder Firmenname, von der Allgemeinheit stellvertretend für eine bestimmte Tätigkeit oder eine bestimmte Funktion verwendet zu werden. So wird häufig nicht mehr gesucht sondern gegoogled. Statt einem Papiertaschentuch fragt man gleich nach einem Tempo. In der Logistikwelt nutzen wir gerne pauschal den Begriff „Edscha-Verdeck“ und meinen damit die Funktion, nicht nur die seitlichen Planen sondern auch das gesamte Dach eines Planen-LKW öffnen zu können. Dadurch kann dann auch von oben, z.B. mit einem Kran, verladen werden. Seit 1969 existiert ein Schiebeverdeck als Patent der Firma Edscha, einem deutschen Automobilzulieferer. Natürlich gibt es mittlerweile diese Verdecke auch von anderen Herstellern, aber wir sprechen meistens nur von einem Edscha.
Flurförderfahrzeuge – werden genutzt, um Ware zu heben und zu transportieren. Aus den Lager- oder Produktionshallen zum Beispiel sind Gabelstapler oder Hubwagen / Ameisen nicht wegzudenken. Anders als für den Hubwagen, braucht man aber einen Staplerschein für den Gebrauch dieser Stapler (Link zur Themenseite Stapler-Transporte).
Hebebühne | Ladebordwand – Die Hebebühne, auch Ladebordwand genannt, ermöglicht die ebenerdige Verladung. Je nach LKW Typ, Bauart und Alter stehen verschiedene Nutzlasten zur Verfügung. Daher ist es schwer, grundsätzliche und pauschale Leistungsangaben zum Thema Hebebühne zu machen.
Wir können aber sagen, was wir konkret für Sie anbieten können. Sollten Sie für Ihren Transport einen LKW mit Hebebühne + Hubwagen benötigen, bieten wir dies innerhalb folgender Beschränkung an:
| LKW Typ | max. Abmessung je Packstück LBH | max. Gewicht je Packstück | max. Zuladung LKW gesamt |
| Stückgut | 240*120*190 cm | 900 kg | nach Absprache |
| Sprinter | 200*120*190 cm | 500 kg | 800 kg |
| SoloTruck | 240*120*230 cm | 800 kg | 7500 kg |
| Sattelzug | 240*120*230 cm | 1000 kg | 22000 kg |
unsere Limits bei Verladung über Hebebühne
Wenn größer oder schwerer müsste man über Fahrzeuge mit eigenem Bordstapler oder Bordkran nachdenken. Ansonsten können wir den Transport nur anbieten, wenn die Verladung an beiden Stellen durch Absender und Empfänger gewährleistet werden kann.
Man könnte zum Beispiel über externe Dienstleister einen Stapler oder einen Kran zu einem bestimmten Termin und Zeitfenster buchen und den LKW dann entsprechend terminieren. Hier ist aber zu beachten, dass durch die eingeschränkten Zeitfenster, der Transport nicht mehr als flexible Beiladung, sondern als Fixtermintransport kalkuliert werden muss.
Staplerrampe – In der Regel führen Tieflader LKW 2 Auffahrrampen mit, womit sich z.B. Traktoren oder Geländestapler auf- und abfahren lassen. Bei einigen Staplern (Link zur Themenseite Stapler-Transporte) benötigt man allerdings besondere Rampen. Man denke z.B. an Hallenstapler mit extrem niedrigen Bodenabstand. Oder an 3-Rad Stapler. Hierfür werden spezielle Staplerrampen benötigt. Diese sind durchgängig und auch in flachem Winkel befahrbar.
Mitnahmestapler – Einen Sattelzug mit eigenem Stapler, dem sogenannten Mitnahmestapler, kann man verwenden, wenn an den Verladestellen selbst keinerlei Möglichkeit für die Verladung besteht. (Ein LKW mit Mitnahmestapler ist nicht zu verwechseln mit einem LKW mit Hebebühne und Hubwagen). Der Fahrer muss wie bei anderen Flurförderfahrzeugen auch, im Besitz eines gültigen Gabelstaplerscheins sein.
Der Mitnahmestapler wird hinten an den Sattelzug gehängt und wiegt ca. 2,5 – 3 t. In der Regel lassen sich Gewichte bis ca. 1500 – 2000 kg heben, aber es gibt verschiedene Ausführungen.
Die Transporte auf einem solchen LKW mit eigenem Stapler sind teurer als per Standard Planen Sattelzug. Zum einen muss die Technik und die Verladung selbst als Leistung und Zeit bezahlt werden. Zum anderen kann ein solcher Sattelzug auch weniger Gewicht transportieren, weil das Gewicht des Staplers von der möglichen Zuladung abgezogen werden muss. Zusätzlich muss das Haftungsrisiko für die Verladung auf Seiten der Spedition / des Fuhrunternehmens einkalkuliert werden.
LKW mit Bordkran – hier gehts zum Artikel über das Thema LKW mit Bordkran.
Code XL – Die EN 12642-XL-Zertifizierung betrifft Lkw-Aufbauten und garantiert, dass diese besonders stabil sind und die Ladung besser sichern können. Fahrzeuge, die nach dieser Norm zertifiziert sind, haben verstärkte Seitenwände, Dachkonstruktionen, Hecktüren und andere Bauteile, sodass die Ladung auch bei extremen Fahrmanövern sicher bleibt. Bei uns in der Speditionsagentur werden Sattelzüge mit Code XL Aufbau zum Beispiel bei Transporten von Getränkekisten in großer Stückzahl und Gewicht genutzt. (Hier geht es zu einer Übersicht bisheriger LKW-Ladungen seit 2007)
Ein wichtiger Punkt ist die sogenannte „Formschlüssigkeit“: Das bedeutet, dass die Ladung dicht und lückenlos im Anhänger verstaut wird. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, sind keine zusätzlichen Sicherungsmittel wie Gurte nötig. Die Norm schreibt vor, dass bei einer formschlüssigen Beladung die Stirnwand 50 % der Ladung, die Seitenwände 40 % und die Rückwand 30 % tragen können.
Die Zertifizierung ist besonders wichtig im internationalen Transport, da sie sicherstellt, dass der Anhänger den Belastungen standhält, die in verschiedenen Ländern gefordert werden. Allerdings muss die Ladung, wenn sie nicht formschlüssig verstaut werden kann, zusätzlich gesichert werden, z.B. mit Gurten oder Antirutschmatten.

Für den sicheren Transport ist es wichtig, dass der Anhänger regelmäßig gewartet wird. Schäden an der Struktur könnten die Stabilität beeinträchtigen und das Zertifikat ungültig machen. Daher sollten Fahrer und Betreiber den Zustand des Anhängers stets im Auge behalten und bei Bedarf Reparaturen nach Herstellervorgaben durchführen lassen.
Die Zertifizierung und Prüfung eines Lkw-Aufbaus erfolgt durch Organisationen wie den TÜV, und jedes Fahrzeug, das die Anforderungen erfüllt, erhält ein Zertifikat und eine Kennzeichnung. Dieses Zertifikat muss der Fahrer bei sich führen, um im Bedarfsfall nachweisen zu können, dass der Anhänger den Anforderungen entspricht.
Die Investition in einen nach EN 12642-XL zertifizierten Aufbau kann sich also lohnen, da sie die Sicherheit erhöht, die Ladezeit verkürzt und den Wiederverkaufswert des Fahrzeugs steigert. Insgesamt bietet ein solcher Aufbau eine höhere Sicherheit und erleichtert die Ladungssicherung, was insbesondere bei langen oder internationalen Transporten von Vorteil ist.
Spanngurte / Zurrgurte – Nach der Beladung der Ware auf den LKW, wird diese Ware mit Spanngurten niedergezurrt. Entsprechend den Vorgaben an die Ladungssicherung (Link zum Beitrag Ladungssicherung) gibt es verschiedene Zurrtechniken.
Erfolgt die Verladung durch Absender und Empfänger, oder durch den Frachtführer? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Beitrag zur Verladung im Transportlexikon.
Twist Lock – In unserem Transportalltag haben wir mit Twist Lock Verriegelungen zu tun, wenn es z.B. um den Transport von Containern (Link zur Themenseite Container-Transporte) geht. Diese Container können nicht einfach nur niedergezurrt werden. Man denke an die wirkenden Kräfte eines 10 t schweren Containers bei einer Vollbremsung. Hierfür gibt es die Twist Lock Ecken an den Containern und die entsprechende Verriegelung am LKW. Nach Abstellen des Containers auf dem LKW wird die Verriegelung um 90 Grad eingedreht (engl. twist) und so eine formschlüssige Verbindung zwischen Container und Fahrzeug hergestellt.
Beachten sollte man, dass beim Thema Twist Lock Verriegelung die Meinung verschiedener Transporteure auseinander gehen. So sind viele der Meinung, „leere Container braucht man nur mit 2 Twist Locks fixieren“. Auch wenn es an eindeutigen Texten seitens des Gesetzgebers fehlt, findet man im Ladungssicherungshandbuch des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) klare Angaben: So heißt es auf dessen Seite:
„Grundsätzlich sind alle vier Eckbeschläge mit Verriegelungseinheiten zu sichern.
Das gilt auch für Leercontainer“
Andere Zurmittel für Containertransporte verwenden:
Zusätzlich? Ja. Anstatt? Nein!
Eine sachgerechte Sicherung von Containern, Wechselbehältern und Lastgestellen erfolgt durch Twist-Locks. Ketten und Gurte (also andere Zurrmittel) können zusätzlich eingesetzt werden. Aber nicht anstatt!
Alle austauschbaren Ladungsträger mit normgerechten Befestigungsbeschlägen wie Container, Wechselbehälter und Lastgestelle lassen sich mit „Container-Verriegelungen“ sachgerecht sichern. Zusätzlich können dazu geeignete Zurmittel eingesetzt werden, sie sollten aber nicht „anstatt“ benutzt werden. (siehe hier)
Wechselbrücke – Als Wechselbrücke bezeichnet man einen Ladungsträger den man tauschen und damit im multimodalen Verkehr verwenden kann. Die Wechselbrücke kann man vom Trägerfahrzeug trennen. Hierfür können die vier klappbaren Stützen aufgstellt werden und der LKW kann sich lösen und wegfahren. Ein anderer LKW kann Sie später, etwa nach einer Beladung, wieder unterfahren und aufnehmen. Wechselbrücken nennt man auch Wechselbaufbau, Wechselkoffer oder Wechselbehälter. Sie sind auf Euronormpaletten geeicht, im Gegensatz etwa zu Iso Containern.
LKW – Typen
Transportlexikon A-Z
LKW steht als Abkürzung für Lastkraftwagen. Gemeint sind stark motorisierte Kraftfahrzeuge, mit denen der Transport verschiedenster Waren durchgeführt werden kann. Bei Beauftragung eines Transportes können unterschiedliche Kosten je Kilometer entstehen. Je nachdem, mit welchem LKW sich die Fracht befördern lässt und welche spezifischen Anforderungen seitens der Kundschaft gestellt wird. In unserem Kalkulator bieten wir Transportpreise für verschiedene LKW-Typen an.
Planensprinter, Solotruck, Stückgut-LKW
Kleine, wendige LKW, auf Wunsch mit Ladebordwand. Entweder als Direktkurier oder als Stückgut (sehr günstig, aber es wird mehrmals umgeladen).
Sattelzug / Tautliner
Ein Sattelzug (Zugmaschine + Auflieger) hat eine Länge bis 16,5m, eine Breite von 2,55m und eine Höhe von ca. 2,70m. Als Hängerzug kommt er auf eine Länge von knapp 19m. In der Regel gibt es einen Planenaufbau, womit seitlich oder von oben (Edscha Verdeck) verladen werden kann. Er bietet Platz auf 13,6 Lademetern mit 2,47 cm Breite und einer Durchladehöhe von ca. 2,60m. Alternativ gibt es offene Sattelzüge oder Koffer LKW. Genau kann man das nicht angeben, da es viele verschiedene Ausführungen gibt. Befrachten kann man den Sattelzug in der Regel mit ca. 24t.
Sofern beide Verladestellen für LKW mit ca. 17m Gesamtlänge anfahrbar sind, ist der Transport auf einem Tautliner relativ günstig. Vor allem, wenn es sich um Beiladungen auf größeren Distanzen handelt. Ein Tautliner, oder auch Schiebeplanenauflieger oder Gardinenplanenauflieger, ist ein LKW mit Planenaufbau. Diese Plane lässt sich seitlich öffnen und der LKW somit seitlich verladen. Diese Art von Sattelauflieger wurde als Patent im Jahr 1969 von der Firma Boalloy Industries Ltd. angemeldet und fortan hergestellt.
Megatrailer
Der Megatrailer hat eine Innenhöhe von 3,0 m und kann das Dach für den Verladevorgang anheben. Anders als bei Sattelzügen mit ihrer Durchladehöhe von ca. 2,6 m können mit einem Megatrailer besonders große Höhen transportiert werden. Die Ladefläche bietet Platz auf 13,6 * 2,47 m. Zuladungen bis ca. 24 t sind möglich.
Jumbo Hängerzug
Bietet auf ca. 15m Länge Platz mit 3,00m Innenhöhe. Zugmaschine und Anhänger sind aber nicht gleich lang, sondern unterscheiden sich meistens hinsichtlich der Länge. Jumbo Hängerzüge sind Lastkraftwagen mit besonders großem Ladevolumen. Ca. 15 Lademeter stehen zur Verfügung und im Gegensatz zu normalen Sattelzügen steht eine Innenhöhe von ca. 3 Metern zur Verfügung. Die Durchladehöhe kann mit einem Hubdach (auch Edschaverdeck genannt) auf ca. 3,30 Meter vergrößert werden. Daher spricht man auch von Volumen-Transporten.
offener LKW
offene Plateau LKW oder Hängerzüge sind ideal, wenn die Breite der Transportgüter nicht unter Plane auf einen Sattelzug passt. Seecontainer oder größere Maschinen werden meist offen transportiert.
Tieflader
ein Tieflader bietet mit seinen Auffahrrampen die Möglichkeit der Verladung von hinten. Je nach Ladehöhe kann ein Tieflader Geräte, Maschinen oder Traktoren bis ca. 3,4m Höhe aufnehmen.
Tiefbett
Für alles, was höher als 3,4 m ist nutzt man einen Tiefbett LKW. Im Bett haben diese Fahrzeuge ca. 6 – 7 m Länge. Meist kann bis ca. 12 m teleskopiert werden.
LKW mit eigenem Bordkran
Für den Transport von z.B. Container nutzt man gerne einen Bordkran-LKW, welcher sich selbst be- und entladen kann. Die meisten dieser Bordkräne sind bis ca. 2,5 t problemlos nutzbar, sofern der LKW seitlich an den Containerstandort fahren kann. Bei höherem Gewicht, oder wenn weitere Strecken und Höhe überkrant werden muss, müssen wir einen externen Krandienst hinzuziehen und mit dem LKW Termin koordinieren. Zu diesem Thema haben wir einen eigenen Artikel über Bordkran-LKW erstellt.
weitere Bezeichnungen für LKW-Typen:
Planen-LKW – Um Waren wettergeschützt transportieren zu können bedient man sich der sogenannten Planen LKW. Anders als die offenen LKW haben diese einen Planenaufbau. Das können Planensprinter, Planensattelzüge bis hin zu Tiefbett LKW unter Plane sein. In der Regel wird für die Verladung die Plane seitlich geöffnet. LKW mit sogenanntem Edschaverdeck lassen sich zusätzlich von oben per Kran verladen.
Koffer-LKW – Im Gegensatz zu einem Planen-LKW ist die Ladefläche des Koffer LKW rundum mit festen Wänden kastenförmig geschlossen. Eine Beladung kann hier nur von hinten erfolgen (von einigen ganz wenigen Ausnahmen abgesehen). Entweder wird an eine Laderampe angedockt, oder der LKW besitzt eine eigene Hebebühne.
Offene LKW – sind LKW ohne Planenaufbau. Das können z.B. Tieflader mit Auffahrrampen sein, oder Tiefbett LKW, oder offene Gliederzüge und Plateausattel. Offene LKW kommen zum Einsatz für den Transport von z.B. Seecontainern, größere Landmaschinen, Mähdrescher oder Traktoren.
Frigo – Kühlkoffer – Ein Koffer-LKW, der über die Möglichkeit verfügt, den Laderaum auf eine bestimmte Temperatur zu kühlen. Wird insbesondere für den Transport von Lebensmitteln oder Pharmaprodukten eingesetzt. Kann beim Transport von Schnittblumen und Pflanzen ebenfalls erforderlich sein.
Lang-LKW (Gigaliner) – Bis Ende 2016 wurden in einem Feldversuch die Chancen und Risiken innovativer Fahrzeugkonzepte getestet. U.a. ging es um den Einsatz sogenannter Lang-LKW. Bei gleichbleibendem Gesamtgewicht von 40 t (bzw. 44 t im Kombiverkehr) darf die Länge dieser LKW für Sattelfahrzeuge von 16,50 m auf 17,80 m und die Länge für Gliederzüge von 18,75 m auf bis zu25,25 m erhöht werden. Es lässt sich kurz zusammengefasst sagen, dass zwei Lang-LKW soviel Ladung wie drei Standard-LKW transportieren können. Inzwischen wurden Lang-LKW in den Regelbetrieb überführt. Stand heute (2019), darf der verlängerte Sattelauflieger zunächst befristet bis 31.12.2023 weiter getestet werden.
Sattelauflieger – Als Auflieger bezeichnet man unmotorisierte Fahrzeuge für den Transport großer Warenmenge. Auch bekannt als Sattelauflieger verfügen diese Fahrzeuge meist über mehrere Hinterachsen, nicht jedoch über eine Vorderachse. Diese ist nicht notwendig, weil der Auflieger mit einer Sattelplatte auf einer Zugmaschine aufliegt und gezogen wird. Ein großer Vorteil ist die hohe Flexibilität. Auflieger lassen sich an verschiedene Zugfahrzeuge anhängen und sind deshalb vor allem im Güterkraftverkehr, im kombinierten Verkehr und in der Landwirtschaft im Einsatz und müssen mit eigenen Kennzeichen versehen werden.
Telesattel – Sattelauflieger, die ihre Ladefläche auf bis zu 40 Meter verlängern können, nennt man Telesattel. Typische Transportgüter für einen Telesattel sind z.B. Teile für Windkraftanlagen.
Hängerzug – Ein Hängerzug (oder auch Gliederzug genannt) ist ein LKW mit einem oder mehreren Anhängern. Ein Hängerzug ist im Vergleich zu einem Sattelzug etwas wendiger und bietet mehr Laderaum. Dadurch verringern sich die Transportkosten je Lademeter für den Versender. Allerdings muss man vorab prüfen, dass ein LKW in dieser Größenordnung auch wirklich beide Verladestellen erreichen kann. Die Gesamtlänge eines Gliederzugs beträgt max. 18,75 m. (Im Vergleich dazu ein Sattelzug ca. 17 m). Beengte Wohngebiete sind eher schwierig zu erreichen.
Ist die Zufahrt an beiden Verladestellen aber gegeben, ist der Transport als Beiladung auf einem Hängerzug sehr kosteneffizient. Im Idealfall kann der Hängerzug komplett ausgelastet werden (bei Komplettladungen spricht man von FTL, bei Beiladungen von LTL) und reduziert die Umweltbelastung durch reduziertem Kraftstoffverbrauch je Ladungstonne.
LKW Zusatzausstattung
ADR – Das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (Abkürzung ADR, von Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route), wurde am 30. September 1957 in Genf beschlossen. Es enthält besondere Vorschriften für den Transport von Gefahrgut. Es regelt unter anderen die Einstufung der zu transportierenden Güter als Gefahrgut und zugehörige Sicherheitsmaßnahmen, den Bau von Behältern, Tanks und Fahrzeugen für Gefahrguttransporte oder die Kennzeichnung und Dokumentation eines Gefahrguttransportes. Unter anderem fordert das ADR in vielen Fällen z.B. vom Fahrer, dass er einen Gefahrgutführerschein besitzen muss oder das Unternehmen, die Gefahrgüter befördern, einen Gefahrgutbeauftragten haben müssen.
A-Schild – Vielleicht haben Sie die weißen Schilder mit einem schwarzen A schon häufiger an LKW gesehen. LKW mit diesem sogenannten A-Schild transportieren Abfälle. Zum 1.6.2012 wurde mit der Neufassung des Kreislaufwirtschaftgesetztes (KrWG) die EU Abfall Richtlinie 2008/98/EG umgesetzt. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und die Abfallbewirtschaftung sicher für Mensch und Umwelt zu gestalten. Es handelt sich um die zentrale Regelung zu den Bereichen Entsorgung, Transport und Überwachung von Abfall, sowie juristischer Grundlagen für beteiligte Unternehmen und Institutionen. Die aktuelle Fassung betrifft die Kennzeichnung von Transportfahrzeugen. Abfalltransporte auf öffentlichen Straßen sind durch zwei deutlich erkennbare, rückstrahlende Abfallschilder (A-Schild) kenntlich gemacht werden. Diese Schilder sind vorne und hinten anzubringen.
Ameise / Hubwagen – Ein Hubwagen (umgangssprachlich auch Ameise genannt) ist ein Flurfördergerät (Link zur Themenseite Stapler-Transporte) und mit oder ohne elektrischem Antrieb erhältlich. Mit der Ameise können Transportpaletten, Gitterboxen und entsprechende Förderhilfsmittel auf ebenem Untergrund transportiert werden. Die Ameise hat zwei Metallzinken, die unter die Palette geschoben und dann angehoben werden können. Zur ebenerdigen Verladung wird neben dem Hubwagen auch eine Hebebühne am LKW benötigt.
Auffahrrampen – Werden Traktoren, Unimogs oder Stapler über Auffahrrampen verladen, kommen meist Tieflader LKW zum Einsatz, welche solche Auffahrrampen mitführen. Bei der Transportplanung ist zu klären, über welche Länge die Auffahrrampen verfügen müssen, damit die Verladung reibungslos funktioniert. Grundsätzlich empfiehlt sich folgende Faustformel:
Empfohlene maximale Steigung bei der Verladung: 30% (abhängig von der Power und dem Gewicht vom Traktor, Stapler, Unimog … )
(Auffahrhöhe (in cm) / maximaler Steigungswinkel (30) ) x 100 = Länge der Auffahrrampen.
Machen wir es an einem Beispiel konkret: Sie möchten einen Unimog auf einem Tieflader transportieren. Dieser hat eine Ladehöhe von z.B. 90 cm. Ihre Faustformel lautet: ( 90 / 30 ) x 100 = 300. Der LKW sollte also über Rampen von mind. 3m Länge verfügen.
Natürlich gibt es noch andere Faktoren zu berücksichtigen. Die verschiedenen Rampen unterscheiden sich auch in der Tragfähigkeit. Oder die maximale Steigung von 30% kann eventuell nicht von jedem Traktor bewältigt werden. usw.
Edscha – Hin und wieder schafft es ein Produkt- oder Firmenname, von der Allgemeinheit stellvertretend für eine bestimmte Tätigkeit oder eine bestimmte Funktion verwendet zu werden. So wird häufig nicht mehr gesucht sondern gegoogled. Statt einem Papiertaschentuch fragt man gleich nach einem Tempo. In der Logistikwelt nutzen wir gerne pauschal den Begriff „Edscha-Verdeck“ und meinen damit die Funktion, nicht nur die seitlichen Planen sondern auch das gesamte Dach eines Planen-LKW öffnen zu können. Dadurch kann dann auch von oben, z.B. mit einem Kran, verladen werden. Seit 1969 existiert ein Schiebeverdeck als Patent der Firma Edscha, einem deutschen Automobilzulieferer. Natürlich gibt es mittlerweile diese Verdecke auch von anderen Herstellern, aber wir sprechen meistens nur von einem Edscha.
Flurförderfahrzeuge – werden genutzt, um Ware zu heben und zu transportieren. Aus den Lager- oder Produktionshallen zum Beispiel sind Gabelstapler oder Hubwagen / Ameisen nicht wegzudenken. Anders als für den Hubwagen, braucht man aber einen Staplerschein für den Gebrauch dieser Stapler (Link zur Themenseite Stapler-Transporte).
Hebebühne | Ladebordwand – Die Hebebühne, auch Ladebordwand genannt, ermöglicht die ebenerdige Verladung. Je nach LKW Typ, Bauart und Alter stehen verschiedene Nutzlasten zur Verfügung. Daher ist es schwer, grundsätzliche und pauschale Leistungsangaben zum Thema Hebebühne zu machen.
Wir können aber sagen, was wir konkret für Sie anbieten können. Sollten Sie für Ihren Transport einen LKW mit Hebebühne + Hubwagen benötigen, bieten wir dies innerhalb folgender Beschränkung an:
| LKW Typ | max. Abmessung je Packstück LBH | max. Gewicht je Packstück | max. Zuladung LKW gesamt |
| Stückgut | 240*120*190 cm | 900 kg | nach Absprache |
| Sprinter | 200*120*190 cm | 500 kg | 800 kg |
| SoloTruck | 240*120*230 cm | 800 kg | 7500 kg |
| Sattelzug | 240*120*230 cm | 1000 kg | 22000 kg |
unsere Limits bei Verladung über Hebebühne
Wenn größer oder schwerer müsste man über Fahrzeuge mit eigenem Bordstapler oder Bordkran nachdenken. Ansonsten können wir den Transport nur anbieten, wenn die Verladung an beiden Stellen durch Absender und Empfänger gewährleistet werden kann.
Man könnte zum Beispiel über externe Dienstleister einen Stapler oder einen Kran zu einem bestimmten Termin und Zeitfenster buchen und den LKW dann entsprechend terminieren. Hier ist aber zu beachten, dass durch die eingeschränkten Zeitfenster, der Transport nicht mehr als flexible Beiladung, sondern als Fixtermintransport kalkuliert werden muss.
Staplerrampe – In der Regel führen Tieflader LKW 2 Auffahrrampen mit, womit sich z.B. Traktoren oder Geländestapler auf- und abfahren lassen. Bei einigen Staplern (Link zur Themenseite Stapler-Transporte) benötigt man allerdings besondere Rampen. Man denke z.B. an Hallenstapler mit extrem niedrigen Bodenabstand. Oder an 3-Rad Stapler. Hierfür werden spezielle Staplerrampen benötigt. Diese sind durchgängig und auch in flachem Winkel befahrbar.
Mitnahmestapler – Einen Sattelzug mit eigenem Stapler, dem sogenannten Mitnahmestapler, kann man verwenden, wenn an den Verladestellen selbst keinerlei Möglichkeit für die Verladung besteht. (Ein LKW mit Mitnahmestapler ist nicht zu verwechseln mit einem LKW mit Hebebühne und Hubwagen). Der Fahrer muss wie bei anderen Flurförderfahrzeugen auch, im Besitz eines gültigen Gabelstaplerscheins sein.
Der Mitnahmestapler wird hinten an den Sattelzug gehängt und wiegt ca. 2,5 – 3 t. In der Regel lassen sich Gewichte bis ca. 1500 – 2000 kg heben, aber es gibt verschiedene Ausführungen.
Die Transporte auf einem solchen LKW mit eigenem Stapler sind teurer als per Standard Planen Sattelzug. Zum einen muss die Technik und die Verladung selbst als Leistung und Zeit bezahlt werden. Zum anderen kann ein solcher Sattelzug auch weniger Gewicht transportieren, weil das Gewicht des Staplers von der möglichen Zuladung abgezogen werden muss. Zusätzlich muss das Haftungsrisiko für die Verladung auf Seiten der Spedition / des Fuhrunternehmens einkalkuliert werden.
LKW mit Bordkran – hier gehts zum Artikel über das Thema LKW mit Bordkran.
Code XL – Die EN 12642-XL-Zertifizierung betrifft Lkw-Aufbauten und garantiert, dass diese besonders stabil sind und die Ladung besser sichern können. Fahrzeuge, die nach dieser Norm zertifiziert sind, haben verstärkte Seitenwände, Dachkonstruktionen, Hecktüren und andere Bauteile, sodass die Ladung auch bei extremen Fahrmanövern sicher bleibt. Bei uns in der Speditionsagentur werden Sattelzüge mit Code XL Aufbau zum Beispiel bei Transporten von Getränkekisten in großer Stückzahl und Gewicht genutzt. (Hier geht es zu einer Übersicht bisheriger LKW-Ladungen seit 2007)
Ein wichtiger Punkt ist die sogenannte „Formschlüssigkeit“: Das bedeutet, dass die Ladung dicht und lückenlos im Anhänger verstaut wird. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, sind keine zusätzlichen Sicherungsmittel wie Gurte nötig. Die Norm schreibt vor, dass bei einer formschlüssigen Beladung die Stirnwand 50 % der Ladung, die Seitenwände 40 % und die Rückwand 30 % tragen können.
Die Zertifizierung ist besonders wichtig im internationalen Transport, da sie sicherstellt, dass der Anhänger den Belastungen standhält, die in verschiedenen Ländern gefordert werden. Allerdings muss die Ladung, wenn sie nicht formschlüssig verstaut werden kann, zusätzlich gesichert werden, z.B. mit Gurten oder Antirutschmatten.

Für den sicheren Transport ist es wichtig, dass der Anhänger regelmäßig gewartet wird. Schäden an der Struktur könnten die Stabilität beeinträchtigen und das Zertifikat ungültig machen. Daher sollten Fahrer und Betreiber den Zustand des Anhängers stets im Auge behalten und bei Bedarf Reparaturen nach Herstellervorgaben durchführen lassen.
Die Zertifizierung und Prüfung eines Lkw-Aufbaus erfolgt durch Organisationen wie den TÜV, und jedes Fahrzeug, das die Anforderungen erfüllt, erhält ein Zertifikat und eine Kennzeichnung. Dieses Zertifikat muss der Fahrer bei sich führen, um im Bedarfsfall nachweisen zu können, dass der Anhänger den Anforderungen entspricht.
Die Investition in einen nach EN 12642-XL zertifizierten Aufbau kann sich also lohnen, da sie die Sicherheit erhöht, die Ladezeit verkürzt und den Wiederverkaufswert des Fahrzeugs steigert. Insgesamt bietet ein solcher Aufbau eine höhere Sicherheit und erleichtert die Ladungssicherung, was insbesondere bei langen oder internationalen Transporten von Vorteil ist.
Spanngurte / Zurrgurte – Nach der Beladung der Ware auf den LKW, wird diese Ware mit Spanngurten niedergezurrt. Entsprechend den Vorgaben an die Ladungssicherung (Link zum Beitrag Ladungssicherung) gibt es verschiedene Zurrtechniken.
Erfolgt die Verladung durch Absender und Empfänger, oder durch den Frachtführer? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Beitrag zur Verladung im Transportlexikon.
Twist Lock – In unserem Transportalltag haben wir mit Twist Lock Verriegelungen zu tun, wenn es z.B. um den Transport von Containern (Link zur Themenseite Container-Transporte) geht. Diese Container können nicht einfach nur niedergezurrt werden. Man denke an die wirkenden Kräfte eines 10 t schweren Containers bei einer Vollbremsung. Hierfür gibt es die Twist Lock Ecken an den Containern und die entsprechende Verriegelung am LKW. Nach Abstellen des Containers auf dem LKW wird die Verriegelung um 90 Grad eingedreht (engl. twist) und so eine formschlüssige Verbindung zwischen Container und Fahrzeug hergestellt.
Beachten sollte man, dass beim Thema Twist Lock Verriegelung die Meinung verschiedener Transporteure auseinander gehen. So sind viele der Meinung, „leere Container braucht man nur mit 2 Twist Locks fixieren“. Auch wenn es an eindeutigen Texten seitens des Gesetzgebers fehlt, findet man im Ladungssicherungshandbuch des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) klare Angaben: So heißt es auf dessen Seite:
„Grundsätzlich sind alle vier Eckbeschläge mit Verriegelungseinheiten zu sichern.
Das gilt auch für Leercontainer“
Andere Zurmittel für Containertransporte verwenden:
Zusätzlich? Ja. Anstatt? Nein!
Eine sachgerechte Sicherung von Containern, Wechselbehältern und Lastgestellen erfolgt durch Twist-Locks. Ketten und Gurte (also andere Zurrmittel) können zusätzlich eingesetzt werden. Aber nicht anstatt!
Alle austauschbaren Ladungsträger mit normgerechten Befestigungsbeschlägen wie Container, Wechselbehälter und Lastgestelle lassen sich mit „Container-Verriegelungen“ sachgerecht sichern. Zusätzlich können dazu geeignete Zurmittel eingesetzt werden, sie sollten aber nicht „anstatt“ benutzt werden. (siehe hier)
Wechselbrücke – Als Wechselbrücke bezeichnet man einen Ladungsträger den man tauschen und damit im multimodalen Verkehr verwenden kann. Die Wechselbrücke kann man vom Trägerfahrzeug trennen. Hierfür können die vier klappbaren Stützen aufgstellt werden und der LKW kann sich lösen und wegfahren. Ein anderer LKW kann Sie später, etwa nach einer Beladung, wieder unterfahren und aufnehmen. Wechselbrücken nennt man auch Wechselbaufbau, Wechselkoffer oder Wechselbehälter. Sie sind auf Euronormpaletten geeicht, im Gegensatz etwa zu Iso Containern.