Transportbegriffe, Dokumente
Transportlexikon A-Z
Lieferschein, POD (proof of delivery)
Ein sehr wichtiges Dokument ist der Lieferschein, bzw. Abliefernachweis oder neudeutsch POD. Das kommt aus dem englischen und heißt Proof of delivery. Der Empfänger einer Ware quittiert auf diesem Dokument den Erhalt, die Stückzahl oder etwaige Beschädigungen und andere Abweichungen.Erstellt wird der Lieferschein vorab entweder vom Versender oder dem Spediteur.
Frachtvertrag
Durch den Frachtvertrag wird ein Frachtführer (auch Fuhrunternehmen) verpflichtet, eine Beförderung durchzuführen. Hierfür werden z.B. Frachtbriefe, Ladescheine, Konnossement oder Luftfrachtbriefe ausgestellt und dokumentieren den Frachtvertrag. Wird ein Frachtvertrag abgeschlossen gilt zwingend das Frachtrecht.
Wenn Sie mehr über die Unterschiede zwischen Frachtvertrag und Speditionsvertrag wissen möchten, empfehlen wir Ihnen das Video vom Logistik-Kanal:
Speditionsvertrag
Eine gewerbsmäßige Organisation von Güterverkehrsendungen wird im Speditionsvertrag geregelt. Der Auftraggeber, oder Versender, beauftragt die Spedition, einen Transport zu besorgen. Die Hauptpflichten der Spedition liegen in der Bestimmung des Beförderungsmittels und Beförderungswegs sowie der Beauftragung eines geeigneten Frachtführers. Im Nachgang hat der Spediteur etwaige Schadenersatzansprüche des Versenders zu sichern.
Der Spediteur erteilt Informationen und Weisungen an den Frachtführer und hat in allen Phasen des Transportvorgangs die Hauptpflicht, das Interesse des Versenders wahrzunehmen und dessen Weisungen zu befolgen.
Frachtbrief
Der Frachtbrief enthält u.a. folgende Angaben: Ort und Tag der Ausstellung, Name und Anschrift von Absender, Frachtführer und Empfänger, Bezeichnung der Art des Gutes, Art der Verpackung, Anzahl und Bezeichnung der Packstücke, das Rohgewicht, Weisungen für die etwaige Zollbehandlung des Gutes oder eine Vereinbarung, dass mit offenem, nicht mit Planen bedecktem Fahrzeug transportiert werden kann. Der Frachtbrief wird in drei Originalausfertigungen ausgestellt. Eine ist für den Absender, eine verbleibt bei der Ware und eine behält der Frachtführer. Für den Frachtbrief generell gilt, dass oben aufgeführte Frachtbriefangaben nicht zwingend oder abschließend sind. Es gibt diesbezüglich keine Formvorschrift.
CMR
Der CMR-Frachtbrief ist ein Beförderungsdokument. Man nutzt einen CMR bei internationalen Transporten, die auf Basis der CMR („Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“) durchgeführt werden. Der CMR Frachtbrief gilt zwingend für alle Parteien des Frachtvertrages, wenn das Abgangs- und/oder Empfangsland des Transportes ein Mitglied der Konvention ist und löst damit das herrschende nationale Transportrecht ab. Mitgliedsstaaten sind aktuell Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien und Nordirland (Vereinigtes Königreich), Iran, Irland, Island, Italien, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Libanon, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Syrien, Tadschikistan, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, Türkei, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, Weißrussland, Zypern. Das CMR hat mehrere Durchschläge, die sowohl vom Absender als auch vom Frachtführer unterzeichnet werden müssen. Über das CMR wird auch die Haftung geregelt.
Eine ausführlichere Erläuterung zum Thema CMR finden Sie im Video des Logistik-Kanal:
Frachtführer, Frächter, Spedition, Spediteur
Frachtführer oder Frächter genannt wird, wer sich durch den Frachtvertrag dazu verpflichtet hat, das Gut zum Bestimmungsort zu befördern und beim Empfänger anzuliefern. Das Recht des Frachtführers ist im HGB geregelt. Beim grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr gilt das “Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr” (CMR).
Die Aufgabe des Spediteurs, der Spedition ist eine Gütersendung zu besorgen. (Die des Frachtführers oder Frächters ist es hingegen, die Güter zu befördern und auszuliefern.) Was genau gemeint ist mit “Besorgung”, wird im HGB beschrieben. Dort steht z.B., dass damit die Organisation der Versendung gemeint ist. Dazu gehören die Bestimmung des Beförderungsmittels und des Beförderungsweges, die Auswahl geeigneter Frachtführer, die Erteilung von Information, die Weisung an ausführende Unternehmen. Auch sonstige vereinbarte Leistungen, die auf die Beförderung bezogen sind, werden ausgeführt. Z.B. Versicherung, Zollbehandlung, usw.
Der Unterschied zwischen einer Spedition und einem Fuhrunternehmen, bzw. Frachtführer, wird im Video des Logistik-Kanals erläutert:
Güterfolgeversicherung / Zusatzversicherung
Die im Transportpreis enthaltene Haftpflichtversicherung ist eventuell nicht ausreichend Ihre Güter vollumfänglich abzusichern. Dies liegt daran, dass die Haftung eines Fuhrunternehmens in einem „vernünftigem Verhältnis“ zum Frachtentgeld stehen muss. Bei unabwendbaren Ereignissen, bei denen ein Schaden trotz größtmöglicher Sorgfalt nicht vermieden werden konnte, haftet der Spediteur / Frachtführer nicht. Und selbst wenn der Spediteur / Frachtführer für einen Schaden einzutreten hat, ist voller Schadenersatz für den Auftraggeber die Ausnahme. Die gesetzliche Haftung beschränkt sich auf das Warengewicht. Das heißt, hochwertige Güter mit relativ geringem Gewicht sind möglicherweise stark unterversichert und Sie als Auftraggeber müssten im schlimmsten aller Fälle mit starken Verlusten rechnen. Wir empfehlen daher, dass Sie eine Zusatzversicherung abschließen. Wir berechnen 0,4% vom Netto-Warenwert, mind. jedoch 7,50 Euro netto. Diese Zusatzversicherung leistet Schadenersatz bis zur Höhe der tatsächlich deklarierten Summe. Weitere Informationen zur Zusatzversicherung finden Sie hier.
Das Thema Transportschaden / Schadensberechnung wird im Video des Logistik-Kanals gut erklärt:
EU-Lizenz | Gemeinschaftslizenz
Eine EU-Gemeinschaftslizenz ist Grundvoraussetzung für die Berechtigung, gewerblichen Güterkraftverkehr innerhalb der Europäischen Union durchzuführen.

Wofür braucht man die Lizenz:
Für den gewerblichen grenzüberschreitenden Güterkraftverkehr zwischen:
allen EU-/EWR-Staaten (EU Staaten und Norwegen, Liechtenstein, Island).
Mit dem Vereinigten Königreich
Mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft
weitere Ausführungen zum Thema EU -Gemeinschaftslizenzen auf Wikipedia
Kontraktlogistik
Einigen sich ein Industrie- oder Handelsunternehmen mit einem Logistikdienstleister per mittel- bis langfristigem Rahmenvertrag auf die Übernahme mehrerer logistischer Aufgaben, spricht man von Kontraktlogistik. Den Begriff der Logistik kann man dann je nach Geschäftsverbindung differenzeren. Nach Branchen differenziert kann man z.B. von Automobillogistik, Handelslogistik oder Krankenhauslogistik sprechen. Nach Gütern differenziert kann man von Ersatzteillogistik oder Konsumgüterlogistik sprechen. Nach Projekten differenziert spricht man z.B. von Baustellenlogistik, Anlagenlogistik oder Messelogistik. Man kann aber auch nach Funktion während verschiedener Phasen des Güterflusses differenzieren und z.B. von Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Distributionslogistik oder Entsorgungslogistik sprechen.
EORI-Nummer
Die Eori Nummer ist eine eindeutige Nummer, welche von der Zollbehörde an ein Unternehmen vergeben wird. EORI setzt sich zusammen aus Economic Operator Registration and Identification, was soviel heißt wie Registrierung und Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten.
Ohne eine solche von der Zollverwaltung zugeteilten Eori Nummer können Unternehmen, die in der Europäischen Union ansässig sind, keinen Import oder Export von Waren durchführen.
Lieferkette / Supply Chain
Lieferkette (englisch Supply Chain) ist der gesamte Prozess zwischen Herstellung und Lieferung an den Kunden. Man nennt es auch Wertschöpfungskette. Die 3 Hauptphasen einer Lieferkette bestehen aus Beschaffung, Produktion und Vertrieb.
Im Erklärvideo vom Logistik-Kanal wird dies am Beispiel einer Brille verdeutlicht, welche ein Kunde bei seinem Optiker kauft. Die vielen vorgelagerten Einzelprozesse, von verschiedenen Rohstofflieferanten über diverse Veredelungsstufen bis zum direkten Kundenvertrieb sind ein Beispiel für eine Supply Chain.
Im Supply Chain Management betrachtet man die vielen Einzelteile einer Lieferkette und versucht diesen Prozess zu optimieren.
ADSP
Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen 2017 (ADSp) sind ein Empfehlungswerk der Verbände der verladenden Wirtschaft und der Speditionen. Seit 1927 setzen sie die bestehende Tradition fort, für die Abwicklung aller Arten von Speditionsgeschäften den beteiligten Unternehmen sowohl aus Industrie und Handel als auch aus der Speditions- und Verkehrsbranche eine Vertragsordnung an die Hand zu geben. Die Marktakzeptanz ist hoch. Über 90 Prozent der bundesdeutschen Speditionen arbeiten auf der Grundlage der ADSp. Für Unternehmen der verladenden Wirtschaft hat dies den Vorteil, sich auf einheitliche Geschäftsbedingungen verlassen zu können, auch wenn mit verschiedenen Speditionen und Fuhrunternehmen zusammengearbeitet wird. Hier können Sie die aktuellen ADSP einsehen.
Mehr zu den ADSp gibt es im Video des Logistik-Kanals:
Avisierung
Mit Avisierung, oder Telefonavis, meint man das telefonische Ankündigen einer Abholung oder Zustellung. In der Regel gehen wir davon aus, dass ein bereits beauftragter Transport zu den geschäftsüblichen Zeiten zwischen 8 – 17 h abgeholt und zugestellt werden kann. Sollten Sie für Ihre Planungen eine Avisierung benötigen, teilen Sie uns dies bitte vor Beauftragung mit.
Brennstoffemissionshandelsgesetz
Schrittweise Einführung der Bepreisung des CO2-Ausstoßes aus Brennstoffen (CO2-Steuer) ab 01. Januar 2021 (Einführungsphase 2021 – 2025). Der Bundestag hat am Donnerstag, 8. Oktober 2020, den Entwurf der Bundesregierung für ein erstes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes angenommen. Ausführliche Informationen dazu auf der Website des Bundestages.
Dieses schafft die Grundlage für den Handel mit Zertifikaten für Emissionen aus Brennstoffen und somit eine entsprechende Bepreisung der Emissionen. Damit soll ein Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaziele geleistet werden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dies starke Auswirkungen auf die Transportkosten haben wird.
| Jahr | CO2-Preis je t | Zusatzkosten je l Diesel in EUR | Anteil Treibstoffkosten an Gesamtkosten |
| 2020 | 0 EUR | 0,0000 EUR | 17,3% |
| 2021 | 25 EUR | 0,0668 EUR | 18,4% |
| 2022 | 30 EUR | 0,0801 EUR | 18,6% |
| 2023 | 35 EUR | 0,0935 EUR | 18,7% |
| 2024 | 45 EUR | 0,1202 EUR | 19,2% |
| 2025 | 55 EUR | 0,1469 EUR | 19,6% |
| 2026 | 55 – 65 EUR | 0,1469 – 0,1736 EUR | über 19,6% |
Coilmulde
Eine Coilmulde ist eine besondere Halterung für Coils (engl. für Spulen) auf dem LKW. In der Regel findet man die muldenförmige Vertiefung längst im Ladeboden. Mit einer solchen Mulde kann man auch schwere gerollte Stahlbleche sicher transportieren, denn einfaches gurten oder verkeilen reicht oft nicht aus. Wird für eine Tour keine Coilmulde benötigt, lässt sich die Vertiefung mit Brettern oder Bohlen schließen und der LKW verfügt über eine ebene Ladefläche.
Colli
Als Colli bezeichnet man eine Packeinheit, Ladeeinheit oder auch Transporteinheit. Das können verschiedene auf einem Lademittel zusammengefasste Waren sein oder eine Gitterbox und ihr Inhalt.
Corlette
Die Corlette ist aus Lagern und Verteilzentren kaum noch wegzudenken. Dabei handelt es sich um ein rollbares Lademittel zur Kommisionierung vieler einzelner Packstücke. Mit Corletten hat man regelmäßig zu tun beim Transport von Handelsgütern. Oft wird dann auch der LKW von hinten über die Verladerampe mit den Corletten beladen. Besonders nützlich sind Corletten, da sie sich platzsparend lagern lassen, weil sie zusammenklappbar sind.
Dieselzuschlag
Der Dieselzuschlag wird von Speditionen und Fuhrunternehmen abhängig vom aktuellen Ölpreis berechnet. Als Variable der Gesamtkosten wird dieser dann als separater Posten an den Kunden weitergegeben.
Direktverkehr
Bei einer Direktfahrt im Direktverkehr verlässt Ihre Ware den LKW nicht bevor dieser an der Lieferstelle ankommt. Es wird also nicht umgeladen (kein Umschlag), wie beim Stückgutverkehr (Link zur Themenseite Stückgut-Transporte). Sehr wohl können aber verschiedene Frachten auf einem LKW als eine Direktfahrt zusammengestellt werden. Die Ware wird also nur einmal geladen und einmal entladen. Der LKW kann auf der Route zu Ihrer Lieferstelle aber noch verschiedene andere Lade- und Lieferstellen davor und danach anfahren.
Disposition
Die Disposition im Verkehrswesen beinhaltet die Verteilung von zu transportierenden Gütern auf zur Verfügung stehende Transportmittel. In der Logistik ist die Dispositionsfachkraft dafür zuständig, Waren und Güter unter Berücksichtigung aller verkehrstechnischen Bedingungen zu einer bestimmten Destination verbringen zu lassen. Zur administrativen Tätigkeit gehören Organisation des Verkehrsmittels, die zeitliche Abstimmung des Warenverkehrs und die Verwaltung aller rechtlichen Aspekte (z.B. die Zollabfertigung). Neben See- oder Luftverkehren findet die häufigste Disposition auf Straßenfahrzeuge statt. Wie sieht eigentlich ein typischer Alltag aus in der Disposition? Anbei ein Beispiel, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bereitgestellt vom Logistik-Kanal:
ETA
Mit ETA ist die voraussichtliche Ankunftszeit eines LKW an der Verladestelle gemeint. (estimated time of arrival)
EUR1 Zertifikat
Mit dem EUR1 Zertifikat kann der Ursprung von bestimmten Waren nachgewiesen werden. Wenn in das Gebiet der Europäischen Union importiert werden soll, kann dies zu einem ermäßigten Satz oder gar zollfrei geschehen. Aber nur, wenn das Ursprungsland der Ware durch ein entsprechendes Handelsabkommen mit der EU präferenzbehandelt wird.
FTL / LTL
FTL ist die englische Abkürzung für Full Truck Load, meint also, dass es sich hier um eine Fracht handelt, die den gesamten Laderaum eines LKW in Anspruch nimmt. Im Deutschen sprechen wir dann von einer Komplettladung. Im Gegensatz dazu meint LTL eine Teilladung. Der LKW Laderaum wird also nur zu einem bestimmten Teil genutzt. LTL steht für Less than Truck Load.
ZOLL
Zölle sind Abgaben an einen Staat, die bei Einfuhr, Durchfuhr oder Ausfuhr in oder aus einem Zollgebiet zu entrichten sind. Zu einem Zollgebiet können sich verschiedene Staaten zusammenschließen und eine Zollunion gründen. So ist z.B. die europäische Union eine solche. D.h. der Grenzübertritt innerhalb einer solchen Zollunion ist ohne Zölle möglich. Bei Grenzübertritt in oder aus einem sogenannten Drittland fallen Zölle an. Es sei denn, zwischen beiden beteiligten Staaten gibt es ein Freihandelsabkommen.
Die Höhe der zu entrichtenden Abgaben ergibt sich aus dem zugrunde liegendem Zolltarif. So haben alle Warengruppen Zollsätze. Andere Länder, wie die Schweiz z.B. erheben nicht nach Warengruppe, sondern nach Gewicht einen sogenannten Gewichtszoll.
Eine interessante Einführung in das Thema gibt es im Video des Logistik-Kanals:
Zolltarifnummer
Die Zolltarifnummer ist eine konkrete Zahlenkombination, die eindeutige Rückschlüsse auf die Beschaffenheit einer Ware gewährleistet. Sie gilt im gesamten Gebiet der WTO (world trade organisation). Für jede Ware lassen sich mit dieser Nummer Import- und Exportbestimmungen, Vorbehalte, Verbote Abgaben und Steuersätze ermitteln.
Freihandelsabkommen
Das Freihandelsabkommen CETA zwischen der Europäischen Union und Kanada ist seit 2017 in Kraft. Kernziel ist das gegenseitige Reduzieren oder Abschaffen von Zöllen für importierte Waren. Darüber hinaus verpflichten sich beide Seiten, Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Insgesamt hat die EU Freihandelsabkommen mit 70 Ländern und Regionen. Zuletzt wurde das EU-Mercosur Abkommen beschlossen.
Hauptlauf
Der Hauptlauf ist im Bereich der Sammelgutverkehre der Transportprozess zwischen Vorlauf und Nachlauf. Im Vorlauf werden Güter vom Versender abgeholt und in einem Warenverteilzentrum gesammelt. Im Hauptlauf wird vom Verteilzentrum zu einem anderen oder zu einem Empfangsspediteur transportiert. Die Zustellung beim Empfänger durch den Empfangsspediteur nennt man den Nachlauf. Die Anzahl beteiligter Verteilzentren, Hubs und Lagern kann stark variieren, je nach Lade- und Lieferregion. Grundsätzlich geht es darum verschiedene Sendungen zu sammeln und zu verteilen um möglichst kostengünstig die einzelne Fracht ausliefern zu können.
Hauptspediteur
Wird auch Erstspediteur genannt. Dies ist der Spediteur, welcher den Auftrag vom Versender übernimmt und alle zur vollständigen Abwicklung erforderlichen Maßnahmen trifft. Z.B. das Beauftragen eines Zwischenspediteurs. Selbst größte Unternehmen haben nicht an allen Orten Niederlassungen und sind somit ständig auf die Zusammenarbeit mit anderen Spediteuren angewiesen.
Hub and Spoke
Als HUB bezeichnet man in der Logistik eine zentrale Güterumschlagstelle. Größere Logistikdienstleister betreiben eigene solcher Umschlagpunkte innerhalb ihres Netzwerkes. An den möglichst zentralen Standorten werden ankommende LKW entladen und neu sortiert. Anschließend auf einen anderen LKW verladen, der als Linienverkehr in das gewünschte Zielgebiet fährt.
just in time
Just-in-Time bezeichnet man in der Logistik eine Lieferung, die genau zum Zeitpunkt des Bedarfs beim Kunden eintrifft. Als typische Branche für just in time Transporte sei hier die Automobilbranche mitsamt der Zuliefer-Betriebe genannt. Ein wesentlicher Vorteil sind deutlich reduzierte Lagerkosten, da man nicht alles vorrätig halten muss. Hier finden Sie weitere Informationen zu verschiedenen Durchführungsfristen.
kombinierter Verkehr
Kombinierter Verkehr ist ein Transport, der zwischen Abholung und Zustellung mit verschiedenen Transportmitteln aus Land- See- und Schienenverkehr durchgeführt worden ist. Auch wenn verschiedene Verkehrsträger kombiniert werden ist für den Versender nur ein Transportdokument notwendig.
Dieses Transportsystem, welches auch intermodal genannt wird, reduziert bei größeren Transportstrecken die Frachtkosten, ist aber nicht immer der schnellste Weg von A nach B.
Lademeter
Die Standard Maßeinheit im Transportwesen. Keine Kalkulation der Frachtkosten kann ohne Wissen um die benötigten Lademeter funktionieren. Die Formel für die Lademeterberechnung lautet (Länge x Breite) : 2,4. Nehmen wir z.b. eine Standard Europalette so haben wir folgende Abmessungen: 1,2 x 0,8 m. Gem. Lademeterformel sprechen wir dann von 0,4 Lademetern.
LKW-Maut
Die Belastung der Straßen durch 40t LKW ist ca. 60.000 mal größer als durch einen PKW. Somit verursacht der LKW Verkehr in besonderem Maße Kosten für den Bau, die Erhaltung und den Betrieb von Autobahnen. Die LKW Maut ist daher im Einklang mit der EU-Verkehrspolitik beschlossen wurden, um eine verursachergerechtere Finanzierung der Infrastruktur zu gewährleisten. Darüber hinaus sollen die Wettbewerbsbedingungen zwischen Straße und Schiene gerechter strukturiert werden. Mehr Güter sollen damit von der Straße auf Binnenschifffahrt und Schiene verlagert werden können.
Rückladung
Die Kosten eines LKW reduzieren sich, wenn nicht nur der Weg von A nach B bezahlt wird, sondern auch der Weg zurück. Bei jeglichen Standardfrachten im Teil- und Komplettladungsverkehr wird eine Spedition immer versuchen, jeden gefahrenen Kilometer vergütet zu bekommen. Nach Auslieferung einer Tour, nimmt ein gut disponierter LKW weitere Fracht in der Nähe auf, die ihn wieder zurück in Richtung Heimat oder zumindest zur nächsten Ladestelle führt. Dies nennt man dann die Rückladung.
Same Day Delivery
Laden und Liefern sollen am gleichen Tag geschehen – ein typisches Szenario in der Express Logistik (Kurierfahrten, Sonderfahrten). Diese Kundenanforderung nennt man Same Day Delivery (Link zur Themenseite Express-Transporte).
Zwischenspediteur
Der Zwischenspediteur wird durch den Hauptspediteur beauftragt, Teilaufgaben eines Verkehrsauftrag zu übernehmen. Es besteht nur zwischen ihm und dem Hauptspediteur ein Vertragsverhältnis, nicht zum Versender. Als selbstständiger Spediteur ist der Zwischenspediteur nicht Erfüllungsgehilfe des Hauptspediteurs.
Transportbegriffe, Dokumente
Transportlexikon A-Z
Lieferschein, POD (proof of delivery)
Ein sehr wichtiges Dokument ist der Lieferschein, bzw. Abliefernachweis oder neudeutsch POD. Das kommt aus dem englischen und heißt Proof of delivery. Der Empfänger einer Ware quittiert auf diesem Dokument den Erhalt, die Stückzahl oder etwaige Beschädigungen und andere Abweichungen.Erstellt wird der Lieferschein vorab entweder vom Versender oder dem Spediteur.
Frachtvertrag
Durch den Frachtvertrag wird ein Frachtführer (auch Fuhrunternehmen) verpflichtet, eine Beförderung durchzuführen. Hierfür werden z.B. Frachtbriefe, Ladescheine, Konnossement oder Luftfrachtbriefe ausgestellt und dokumentieren den Frachtvertrag. Wird ein Frachtvertrag abgeschlossen gilt zwingend das Frachtrecht.
Wenn Sie mehr über die Unterschiede zwischen Frachtvertrag und Speditionsvertrag wissen möchten, empfehlen wir Ihnen das Video vom Logistik-Kanal:
Speditionsvertrag
Eine gewerbsmäßige Organisation von Güterverkehrsendungen wird im Speditionsvertrag geregelt. Der Auftraggeber, oder Versender, beauftragt die Spedition, einen Transport zu besorgen. Die Hauptpflichten der Spedition liegen in der Bestimmung des Beförderungsmittels und Beförderungswegs sowie der Beauftragung eines geeigneten Frachtführers. Im Nachgang hat der Spediteur etwaige Schadenersatzansprüche des Versenders zu sichern.
Der Spediteur erteilt Informationen und Weisungen an den Frachtführer und hat in allen Phasen des Transportvorgangs die Hauptpflicht, das Interesse des Versenders wahrzunehmen und dessen Weisungen zu befolgen.
Frachtbrief
Der Frachtbrief enthält u.a. folgende Angaben: Ort und Tag der Ausstellung, Name und Anschrift von Absender, Frachtführer und Empfänger, Bezeichnung der Art des Gutes, Art der Verpackung, Anzahl und Bezeichnung der Packstücke, das Rohgewicht, Weisungen für die etwaige Zollbehandlung des Gutes oder eine Vereinbarung, dass mit offenem, nicht mit Planen bedecktem Fahrzeug transportiert werden kann. Der Frachtbrief wird in drei Originalausfertigungen ausgestellt. Eine ist für den Absender, eine verbleibt bei der Ware und eine behält der Frachtführer. Für den Frachtbrief generell gilt, dass oben aufgeführte Frachtbriefangaben nicht zwingend oder abschließend sind. Es gibt diesbezüglich keine Formvorschrift.
CMR
Der CMR-Frachtbrief ist ein Beförderungsdokument. Man nutzt einen CMR bei internationalen Transporten, die auf Basis der CMR („Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“) durchgeführt werden. Der CMR Frachtbrief gilt zwingend für alle Parteien des Frachtvertrages, wenn das Abgangs- und/oder Empfangsland des Transportes ein Mitglied der Konvention ist und löst damit das herrschende nationale Transportrecht ab. Mitgliedsstaaten sind aktuell Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien und Nordirland (Vereinigtes Königreich), Iran, Irland, Island, Italien, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Libanon, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Syrien, Tadschikistan, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, Türkei, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, Weißrussland, Zypern. Das CMR hat mehrere Durchschläge, die sowohl vom Absender als auch vom Frachtführer unterzeichnet werden müssen. Über das CMR wird auch die Haftung geregelt.
Eine ausführlichere Erläuterung zum Thema CMR finden Sie im Video des Logistik-Kanal:
Frachtführer, Frächter, Spedition, Spediteur
Frachtführer oder Frächter genannt wird, wer sich durch den Frachtvertrag dazu verpflichtet hat, das Gut zum Bestimmungsort zu befördern und beim Empfänger anzuliefern. Das Recht des Frachtführers ist im HGB geregelt. Beim grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr gilt das “Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr” (CMR).
Die Aufgabe des Spediteurs, der Spedition ist eine Gütersendung zu besorgen. (Die des Frachtführers oder Frächters ist es hingegen, die Güter zu befördern und auszuliefern.) Was genau gemeint ist mit “Besorgung”, wird im HGB beschrieben. Dort steht z.B., dass damit die Organisation der Versendung gemeint ist. Dazu gehören die Bestimmung des Beförderungsmittels und des Beförderungsweges, die Auswahl geeigneter Frachtführer, die Erteilung von Information, die Weisung an ausführende Unternehmen. Auch sonstige vereinbarte Leistungen, die auf die Beförderung bezogen sind, werden ausgeführt. Z.B. Versicherung, Zollbehandlung, usw.
Der Unterschied zwischen einer Spedition und einem Fuhrunternehmen, bzw. Frachtführer, wird im Video des Logistik-Kanals erläutert:
Güterfolgeversicherung / Zusatzversicherung
Die im Transportpreis enthaltene Haftpflichtversicherung ist eventuell nicht ausreichend Ihre Güter vollumfänglich abzusichern. Dies liegt daran, dass die Haftung eines Fuhrunternehmens in einem „vernünftigem Verhältnis“ zum Frachtentgeld stehen muss. Bei unabwendbaren Ereignissen, bei denen ein Schaden trotz größtmöglicher Sorgfalt nicht vermieden werden konnte, haftet der Spediteur / Frachtführer nicht. Und selbst wenn der Spediteur / Frachtführer für einen Schaden einzutreten hat, ist voller Schadenersatz für den Auftraggeber die Ausnahme. Die gesetzliche Haftung beschränkt sich auf das Warengewicht. Das heißt, hochwertige Güter mit relativ geringem Gewicht sind möglicherweise stark unterversichert und Sie als Auftraggeber müssten im schlimmsten aller Fälle mit starken Verlusten rechnen. Wir empfehlen daher, dass Sie eine Zusatzversicherung abschließen. Wir berechnen 0,4% vom Netto-Warenwert, mind. jedoch 7,50 Euro netto. Diese Zusatzversicherung leistet Schadenersatz bis zur Höhe der tatsächlich deklarierten Summe. Weitere Informationen zur Zusatzversicherung finden Sie hier.
Das Thema Transportschaden / Schadensberechnung wird im Video des Logistik-Kanals gut erklärt:
EU-Lizenz | Gemeinschaftslizenz
Eine EU-Gemeinschaftslizenz ist Grundvoraussetzung für die Berechtigung, gewerblichen Güterkraftverkehr innerhalb der Europäischen Union durchzuführen.

Wofür braucht man die Lizenz:
Für den gewerblichen grenzüberschreitenden Güterkraftverkehr zwischen:
allen EU-/EWR-Staaten (EU Staaten und Norwegen, Liechtenstein, Island).
Mit dem Vereinigten Königreich
Mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft
weitere Ausführungen zum Thema EU -Gemeinschaftslizenzen auf Wikipedia
Kontraktlogistik
Einigen sich ein Industrie- oder Handelsunternehmen mit einem Logistikdienstleister per mittel- bis langfristigem Rahmenvertrag auf die Übernahme mehrerer logistischer Aufgaben, spricht man von Kontraktlogistik. Den Begriff der Logistik kann man dann je nach Geschäftsverbindung differenzeren. Nach Branchen differenziert kann man z.B. von Automobillogistik, Handelslogistik oder Krankenhauslogistik sprechen. Nach Gütern differenziert kann man von Ersatzteillogistik oder Konsumgüterlogistik sprechen. Nach Projekten differenziert spricht man z.B. von Baustellenlogistik, Anlagenlogistik oder Messelogistik. Man kann aber auch nach Funktion während verschiedener Phasen des Güterflusses differenzieren und z.B. von Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Distributionslogistik oder Entsorgungslogistik sprechen.
EORI-Nummer
Die Eori Nummer ist eine eindeutige Nummer, welche von der Zollbehörde an ein Unternehmen vergeben wird. EORI setzt sich zusammen aus Economic Operator Registration and Identification, was soviel heißt wie Registrierung und Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten.
Ohne eine solche von der Zollverwaltung zugeteilten Eori Nummer können Unternehmen, die in der Europäischen Union ansässig sind, keinen Import oder Export von Waren durchführen.
Lieferkette / Supply Chain
Lieferkette (englisch Supply Chain) ist der gesamte Prozess zwischen Herstellung und Lieferung an den Kunden. Man nennt es auch Wertschöpfungskette. Die 3 Hauptphasen einer Lieferkette bestehen aus Beschaffung, Produktion und Vertrieb.
Im Erklärvideo vom Logistik-Kanal wird dies am Beispiel einer Brille verdeutlicht, welche ein Kunde bei seinem Optiker kauft. Die vielen vorgelagerten Einzelprozesse, von verschiedenen Rohstofflieferanten über diverse Veredelungsstufen bis zum direkten Kundenvertrieb sind ein Beispiel für eine Supply Chain.
Im Supply Chain Management betrachtet man die vielen Einzelteile einer Lieferkette und versucht diesen Prozess zu optimieren.
ADSP
Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen 2017 (ADSp) sind ein Empfehlungswerk der Verbände der verladenden Wirtschaft und der Speditionen. Seit 1927 setzen sie die bestehende Tradition fort, für die Abwicklung aller Arten von Speditionsgeschäften den beteiligten Unternehmen sowohl aus Industrie und Handel als auch aus der Speditions- und Verkehrsbranche eine Vertragsordnung an die Hand zu geben. Die Marktakzeptanz ist hoch. Über 90 Prozent der bundesdeutschen Speditionen arbeiten auf der Grundlage der ADSp. Für Unternehmen der verladenden Wirtschaft hat dies den Vorteil, sich auf einheitliche Geschäftsbedingungen verlassen zu können, auch wenn mit verschiedenen Speditionen und Fuhrunternehmen zusammengearbeitet wird. Hier können Sie die aktuellen ADSP einsehen.
Mehr zu den ADSp gibt es im Video des Logistik-Kanals:
Avisierung
Mit Avisierung, oder Telefonavis, meint man das telefonische Ankündigen einer Abholung oder Zustellung. In der Regel gehen wir davon aus, dass ein bereits beauftragter Transport zu den geschäftsüblichen Zeiten zwischen 8 – 17 h abgeholt und zugestellt werden kann. Sollten Sie für Ihre Planungen eine Avisierung benötigen, teilen Sie uns dies bitte vor Beauftragung mit.
Brennstoffemissionshandelsgesetz
Schrittweise Einführung der Bepreisung des CO2-Ausstoßes aus Brennstoffen (CO2-Steuer) ab 01. Januar 2021 (Einführungsphase 2021 – 2025). Der Bundestag hat am Donnerstag, 8. Oktober 2020, den Entwurf der Bundesregierung für ein erstes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes angenommen. Ausführliche Informationen dazu auf der Website des Bundestages.
Dieses schafft die Grundlage für den Handel mit Zertifikaten für Emissionen aus Brennstoffen und somit eine entsprechende Bepreisung der Emissionen. Damit soll ein Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaziele geleistet werden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dies starke Auswirkungen auf die Transportkosten haben wird.
| Jahr | CO2-Preis je t | Zusatzkosten je l Diesel in EUR | Anteil Treibstoffkosten an Gesamtkosten |
| 2020 | 0 EUR | 0,0000 EUR | 17,3% |
| 2021 | 25 EUR | 0,0668 EUR | 18,4% |
| 2022 | 30 EUR | 0,0801 EUR | 18,6% |
| 2023 | 35 EUR | 0,0935 EUR | 18,7% |
| 2024 | 45 EUR | 0,1202 EUR | 19,2% |
| 2025 | 55 EUR | 0,1469 EUR | 19,6% |
| 2026 | 55 – 65 EUR | 0,1469 – 0,1736 EUR | über 19,6% |
Coilmulde
Eine Coilmulde ist eine besondere Halterung für Coils (engl. für Spulen) auf dem LKW. In der Regel findet man die muldenförmige Vertiefung längst im Ladeboden. Mit einer solchen Mulde kann man auch schwere gerollte Stahlbleche sicher transportieren, denn einfaches gurten oder verkeilen reicht oft nicht aus. Wird für eine Tour keine Coilmulde benötigt, lässt sich die Vertiefung mit Brettern oder Bohlen schließen und der LKW verfügt über eine ebene Ladefläche.
Colli
Als Colli bezeichnet man eine Packeinheit, Ladeeinheit oder auch Transporteinheit. Das können verschiedene auf einem Lademittel zusammengefasste Waren sein oder eine Gitterbox und ihr Inhalt.
Corlette
Die Corlette ist aus Lagern und Verteilzentren kaum noch wegzudenken. Dabei handelt es sich um ein rollbares Lademittel zur Kommisionierung vieler einzelner Packstücke. Mit Corletten hat man regelmäßig zu tun beim Transport von Handelsgütern. Oft wird dann auch der LKW von hinten über die Verladerampe mit den Corletten beladen. Besonders nützlich sind Corletten, da sie sich platzsparend lagern lassen, weil sie zusammenklappbar sind.
Dieselzuschlag
Der Dieselzuschlag wird von Speditionen und Fuhrunternehmen abhängig vom aktuellen Ölpreis berechnet. Als Variable der Gesamtkosten wird dieser dann als separater Posten an den Kunden weitergegeben.
Direktverkehr
Bei einer Direktfahrt im Direktverkehr verlässt Ihre Ware den LKW nicht bevor dieser an der Lieferstelle ankommt. Es wird also nicht umgeladen (kein Umschlag), wie beim Stückgutverkehr (Link zur Themenseite Stückgut-Transporte). Sehr wohl können aber verschiedene Frachten auf einem LKW als eine Direktfahrt zusammengestellt werden. Die Ware wird also nur einmal geladen und einmal entladen. Der LKW kann auf der Route zu Ihrer Lieferstelle aber noch verschiedene andere Lade- und Lieferstellen davor und danach anfahren.
Disposition
Die Disposition im Verkehrswesen beinhaltet die Verteilung von zu transportierenden Gütern auf zur Verfügung stehende Transportmittel. In der Logistik ist die Dispositionsfachkraft dafür zuständig, Waren und Güter unter Berücksichtigung aller verkehrstechnischen Bedingungen zu einer bestimmten Destination verbringen zu lassen. Zur administrativen Tätigkeit gehören Organisation des Verkehrsmittels, die zeitliche Abstimmung des Warenverkehrs und die Verwaltung aller rechtlichen Aspekte (z.B. die Zollabfertigung). Neben See- oder Luftverkehren findet die häufigste Disposition auf Straßenfahrzeuge statt. Wie sieht eigentlich ein typischer Alltag aus in der Disposition? Anbei ein Beispiel, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bereitgestellt vom Logistik-Kanal:
ETA
Mit ETA ist die voraussichtliche Ankunftszeit eines LKW an der Verladestelle gemeint. (estimated time of arrival)
EUR1 Zertifikat
Mit dem EUR1 Zertifikat kann der Ursprung von bestimmten Waren nachgewiesen werden. Wenn in das Gebiet der Europäischen Union importiert werden soll, kann dies zu einem ermäßigten Satz oder gar zollfrei geschehen. Aber nur, wenn das Ursprungsland der Ware durch ein entsprechendes Handelsabkommen mit der EU präferenzbehandelt wird.
FTL / LTL
FTL ist die englische Abkürzung für Full Truck Load, meint also, dass es sich hier um eine Fracht handelt, die den gesamten Laderaum eines LKW in Anspruch nimmt. Im Deutschen sprechen wir dann von einer Komplettladung. Im Gegensatz dazu meint LTL eine Teilladung. Der LKW Laderaum wird also nur zu einem bestimmten Teil genutzt. LTL steht für Less than Truck Load.
ZOLL
Zölle sind Abgaben an einen Staat, die bei Einfuhr, Durchfuhr oder Ausfuhr in oder aus einem Zollgebiet zu entrichten sind. Zu einem Zollgebiet können sich verschiedene Staaten zusammenschließen und eine Zollunion gründen. So ist z.B. die europäische Union eine solche. D.h. der Grenzübertritt innerhalb einer solchen Zollunion ist ohne Zölle möglich. Bei Grenzübertritt in oder aus einem sogenannten Drittland fallen Zölle an. Es sei denn, zwischen beiden beteiligten Staaten gibt es ein Freihandelsabkommen.
Die Höhe der zu entrichtenden Abgaben ergibt sich aus dem zugrunde liegendem Zolltarif. So haben alle Warengruppen Zollsätze. Andere Länder, wie die Schweiz z.B. erheben nicht nach Warengruppe, sondern nach Gewicht einen sogenannten Gewichtszoll.
Eine interessante Einführung in das Thema gibt es im Video des Logistik-Kanals:
Zolltarifnummer
Die Zolltarifnummer ist eine konkrete Zahlenkombination, die eindeutige Rückschlüsse auf die Beschaffenheit einer Ware gewährleistet. Sie gilt im gesamten Gebiet der WTO (world trade organisation). Für jede Ware lassen sich mit dieser Nummer Import- und Exportbestimmungen, Vorbehalte, Verbote Abgaben und Steuersätze ermitteln.
Freihandelsabkommen
Das Freihandelsabkommen CETA zwischen der Europäischen Union und Kanada ist seit 2017 in Kraft. Kernziel ist das gegenseitige Reduzieren oder Abschaffen von Zöllen für importierte Waren. Darüber hinaus verpflichten sich beide Seiten, Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Insgesamt hat die EU Freihandelsabkommen mit 70 Ländern und Regionen. Zuletzt wurde das EU-Mercosur Abkommen beschlossen.
Hauptlauf
Der Hauptlauf ist im Bereich der Sammelgutverkehre der Transportprozess zwischen Vorlauf und Nachlauf. Im Vorlauf werden Güter vom Versender abgeholt und in einem Warenverteilzentrum gesammelt. Im Hauptlauf wird vom Verteilzentrum zu einem anderen oder zu einem Empfangsspediteur transportiert. Die Zustellung beim Empfänger durch den Empfangsspediteur nennt man den Nachlauf. Die Anzahl beteiligter Verteilzentren, Hubs und Lagern kann stark variieren, je nach Lade- und Lieferregion. Grundsätzlich geht es darum verschiedene Sendungen zu sammeln und zu verteilen um möglichst kostengünstig die einzelne Fracht ausliefern zu können.
Hauptspediteur
Wird auch Erstspediteur genannt. Dies ist der Spediteur, welcher den Auftrag vom Versender übernimmt und alle zur vollständigen Abwicklung erforderlichen Maßnahmen trifft. Z.B. das Beauftragen eines Zwischenspediteurs. Selbst größte Unternehmen haben nicht an allen Orten Niederlassungen und sind somit ständig auf die Zusammenarbeit mit anderen Spediteuren angewiesen.
Hub and Spoke
Als HUB bezeichnet man in der Logistik eine zentrale Güterumschlagstelle. Größere Logistikdienstleister betreiben eigene solcher Umschlagpunkte innerhalb ihres Netzwerkes. An den möglichst zentralen Standorten werden ankommende LKW entladen und neu sortiert. Anschließend auf einen anderen LKW verladen, der als Linienverkehr in das gewünschte Zielgebiet fährt.
just in time
Just-in-Time bezeichnet man in der Logistik eine Lieferung, die genau zum Zeitpunkt des Bedarfs beim Kunden eintrifft. Als typische Branche für just in time Transporte sei hier die Automobilbranche mitsamt der Zuliefer-Betriebe genannt. Ein wesentlicher Vorteil sind deutlich reduzierte Lagerkosten, da man nicht alles vorrätig halten muss. Hier finden Sie weitere Informationen zu verschiedenen Durchführungsfristen.
kombinierter Verkehr
Kombinierter Verkehr ist ein Transport, der zwischen Abholung und Zustellung mit verschiedenen Transportmitteln aus Land- See- und Schienenverkehr durchgeführt worden ist. Auch wenn verschiedene Verkehrsträger kombiniert werden ist für den Versender nur ein Transportdokument notwendig.
Dieses Transportsystem, welches auch intermodal genannt wird, reduziert bei größeren Transportstrecken die Frachtkosten, ist aber nicht immer der schnellste Weg von A nach B.
Lademeter
Die Standard Maßeinheit im Transportwesen. Keine Kalkulation der Frachtkosten kann ohne Wissen um die benötigten Lademeter funktionieren. Die Formel für die Lademeterberechnung lautet (Länge x Breite) : 2,4. Nehmen wir z.b. eine Standard Europalette so haben wir folgende Abmessungen: 1,2 x 0,8 m. Gem. Lademeterformel sprechen wir dann von 0,4 Lademetern.
LKW-Maut
Die Belastung der Straßen durch 40t LKW ist ca. 60.000 mal größer als durch einen PKW. Somit verursacht der LKW Verkehr in besonderem Maße Kosten für den Bau, die Erhaltung und den Betrieb von Autobahnen. Die LKW Maut ist daher im Einklang mit der EU-Verkehrspolitik beschlossen wurden, um eine verursachergerechtere Finanzierung der Infrastruktur zu gewährleisten. Darüber hinaus sollen die Wettbewerbsbedingungen zwischen Straße und Schiene gerechter strukturiert werden. Mehr Güter sollen damit von der Straße auf Binnenschifffahrt und Schiene verlagert werden können.
Rückladung
Die Kosten eines LKW reduzieren sich, wenn nicht nur der Weg von A nach B bezahlt wird, sondern auch der Weg zurück. Bei jeglichen Standardfrachten im Teil- und Komplettladungsverkehr wird eine Spedition immer versuchen, jeden gefahrenen Kilometer vergütet zu bekommen. Nach Auslieferung einer Tour, nimmt ein gut disponierter LKW weitere Fracht in der Nähe auf, die ihn wieder zurück in Richtung Heimat oder zumindest zur nächsten Ladestelle führt. Dies nennt man dann die Rückladung.
Same Day Delivery
Laden und Liefern sollen am gleichen Tag geschehen – ein typisches Szenario in der Express Logistik (Kurierfahrten, Sonderfahrten). Diese Kundenanforderung nennt man Same Day Delivery (Link zur Themenseite Express-Transporte).
Zwischenspediteur
Der Zwischenspediteur wird durch den Hauptspediteur beauftragt, Teilaufgaben eines Verkehrsauftrag zu übernehmen. Es besteht nur zwischen ihm und dem Hauptspediteur ein Vertragsverhältnis, nicht zum Versender. Als selbstständiger Spediteur ist der Zwischenspediteur nicht Erfüllungsgehilfe des Hauptspediteurs.