Digitale Spedition
Transportlexikon A-Z
Was genau versteht man unter dem Begriff digitale Spedition?
Digitalisierung macht auch vor dem Transportwesen nicht halt. Fax und Telefon werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt und wichen zuerst der Emailkommunikation und nun immer mehr möglichst automatischer Prozesse digital affiner Nutzer.
Eine digitale Spedition möchte sämtliche Prozesse der Kommunikation möglichst automatisiert und rein digital abbilden. Vom Transportangebot, bis zur Beauftragung, Sendungsverfolgung und papierloser Frachtpapiere geht es vor allem um die Effizienz der Prozesse.
der Unterschied: digitale und klassische Spedition
Wo ein hoher Automatisierungsgrad und effiziente Prozesse das Ziel sind, wird man Abstriche machen müssen bei der Zugänglichkeit für digital nicht affine Kunden sowie bei der Kommunikation. Es ist nicht das Ziel, Aufträge und Anfragen per Email oder Telefon zu bearbeiten. Vielmehr soll sich der Kunde möglichst selbstständig durch den Transportprozess selbst manövrieren können. Für Vielversender kann durch direkte Schnittstelle an eine digitale Spedition eine deutliche Steigerung der Effizienz erreicht werden. Kurzfristige Änderungen sieht in vollautomatischen Prozessen dann aber wiederum schwierig. Auch wird durch Festlegung auf ein bestehendes „running system“ die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln, erschwert.
Klassische Speditionen müssen digitaler werden
Keine Frage, der Nachholbedarf des Transportgewerbes an Digitalisierung ist enorm. Es gibt viele Kunden, die lieber auf klassischer Art und Weise Transporte vergeben wollen. Oder Kunden, die kein Interesse an voll automatisierten Prozessen haben und die vielleicht selber auch gar nicht so digitalisierungsaffin sind.
Klassische Speditionen und Transportunternehmen müssen aber bedenken, dass die Generation der digital natives von Jahr zu Jahr wächst und in einigen Jahren verantwortlich für die Vergabe von Transporten sein wird. Es kommt also darauf an, der Digitalisierung zumindest einen Schritt entgegen zu gehen. Hier erfährst Du, wie Du Transportpartner werden und Dein Transportunternehmen digitalisieren kannst.
Speditionsagentur.de als hybride Spedition
Die Speditionsagentur sieht sich selbst als hybride Spedition. D.h. der klassische Ansatz hinsichtlich Flexibilität und Kommunikation wird weiter verfolgt. Ergänzt allerdings um die Möglichkeit für ihre Kunden, sich rund um die Uhr Transportpreise anzeigen zu lassen und Transporte zu beauftragen. Über 47% aller Transportangebote unterbreitet die Speditionsagentur nach Feierabend, vollautomatisch. Hierfür nutzen wir den Transportpreiskalkulator von Transportpreis.com – einer Marke der WebZeit FreightTech GmbH.
Mit Transportpreis.com der Digitalisierung einen Schritt entgegen
Die Möglichkeit für klassische Transportunternehmen und Speditionen Ihre Kernkompetenz auch zukünftig weiter ausspielen zu können besteht nur, wenn es gelingt, auch die Kunden der Zukunft dort abzuholen, wo sie sich befinden. Im Internet, als mehr und mehr digital Native und mit der Erwartungshaltung, Fragen, Informationen und eben auch Angebote direkt zu erhalten. Kein klassisches Transportunternehmen muss sich also dafür entscheiden, eine digitale Spedition zu werden. Und am Ende können die Nutzer nach eigenem Ermessen entscheiden, ob höherer Automatisierungsgrad oder mehr persönliche Kommunikation den Ausschlag für die Platzierung eines Transportauftrags geben.
Versandkostenrechner
Ein Transportpreisberechnungstool im Bereich Kleingut- und Paket- und Briefpost ist schon länger im Einsatz. Für Transporte per Spedition war es bisher mit etwas mehr Aufwand verbunden, die Transportkosten zu ermitteln. Es musste geschrieben, telefoniert und abgeklärt werden. Irgentwann kam dann ein Angebot per Fax oder Email. Vielleicht aber auch nicht.
Eines ist aber völlig klar: Der Kunde wird zukünftig immer weniger bereit sein zu warten, bis er konkrete Angebote erhält. Und viele Kunden wollen vielleicht auch gemütlich auf dem Sofa sitzend, mal eben prüfen, was ein Transport kosten würde und können dann überlegen, ob es lohnt, mit dem Verkäufer einer Landmaschine oder eines Containers überhaupt weiter zu verhandeln.
TMS – Transport Management System
Ein TMS (Transportmanagementsystem) stellt die einzelnen Teilbereiche eines logistischen Prozesses digital dar. Je nach gewünschten Nutzungsgrad können Prozesse von der Planung über den Transport, die Sendungsverfolgung und die Nachbarbeitung verwaltet werden. Darstellen, was der Status Quo eines Auftrags ist, egal in welcher Phase dieser sich befindet ist der große Nutzwert eines TMS.
Beispiele für digitale Speditionen:
Saloodo
wurde zum Ende 2024 abgeschaltet.
Dies war eine 2016 von der Deutschen Post DHL Group gegründete digitale Frachtplattform und nach eigener Aussage und eigenem Anspruch sollte Logistik-Know-how und Infrastruktur eines Global Players mit der Flexibilität und digitalen Kompetenz eines Start-ups kombiniert werden. Das Unternehmen wollte tägliche Prozesse von Verladern und Transportunternehmen vereinfachen, indem eine leistungsfähige digitale End-to-End-Komplettlösung angeboten wurde. Die Plattform war die Antwort der DHL auf die fortschreitende Digitalisierung im stark fragmentierten Transportmarkt. Aber die Nutzung ist gewerblichen Nutzern mit gültiger UMST-ID Nr. vorbehalten. Bis zum Ende von Saloodo haben wir regelmäßig im Auftrag von Saloodo Transporte organisiert.

Was konnte man mit Saloodo versenden?
- Sie konnten Gewichte zwischen 31,5 kg und maximal 24.000 kg (Sattelzug Komplettladung) versenden. Die Verpackungen müssten sicher und deutlich gekennzeichnet werden.
- Sie mussten dafür Sorge tragen, dass die Waren für den Transport und für einfache Handhabung geeignet waren.
- Die Ladungsträger (Paletten) mussten bündig gepackt und übereinander stapelbar sein.
- Die Waren mussten von einer Person ohne Beschädigung sicher rangiert werden können.
Ziel war die Expansion in Wachstumsmärkte
2016 wurde das Unternehmen gegründet, sodass die Plattform 2017 in Deutschland eingeführt werden konnte. Aber mittlerweile ist man auch in UK, Italien und Polen präsent. Denn das Ziel des Tochterunternehmens von Deutsche Post DHL ist die Expansion in Europa und Wachstumsmärkten weltweit. Und mittlerweile wurde die Plattform auch im Nahen Osten gestartet, sodass man hier auf einem guten Weg ist.
Früher Cillox – Rechtsstreit mit DPD
Am Anfang sollte das neue Tochterunternehmen der DHL Cillox heißen, was in einer einstweiligen Verfügung im März des Jahres 2017 mündete. Diese wurde angestrengt durch den Paketdienstleister DPD, denn er befand den Namen als zu ähnlich zu seiner Firmentochter Illox. Darauf hin entschied man sich zur Umbenennung in Saloodo.
Cargonexx
Das Hamburger Softwareunternehmen Cargonexx hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde am 1. Juli Rechtsanwalt Sven Hentschel (White & Case) bestellt. Grund seien fehlende Kundenzahlen zur Deckung der Entwicklungskosten der Plattform für Straßengüterverkehr, so ein Kanzleisprecher. Die Investorensuche läuft – erste Rückmeldungen seien positiv. Die Gehälter der neun Beschäftigten sind bis Ende August durch Insolvenzgeld gesichert.
Quelle: Handelsregistereintrag 8. Juli 2025 | DVZ Ausgabe 30/25
Cargonexx: Vom digitalen Hoffnungsträger zur Insolvenz
Gegründet 2016 in Hamburg, galt Cargonexx als Vorreiter der digitalen Logistik. Das Unternehmen startete mit dem ambitionierten Ziel, Leerfahrten per KI zu vermeiden – über eine Plattform, die Fracht und freie Lkw automatisch intelligent zusammenführt.
Cargonexx zählte damit zu den digitalen Speditionen wie Saloodo oder der Speditionsagentur, fokussierte sich jedoch auf Komplettladungen im Fernverkehr. Zeitweise waren über 8.000 Frachtführer registriert. Im Wettbewerb stand man u. a. mit kapitalstarken Playern wie Sennder oder Instafreight.
Später entwickelte sich Cargonexx zu einem Anbieter cloud-basierter Transportsoftware für Speditionen. Trotz Innovationskraft und mehrfacher Auszeichnungen reichte das Kundenwachstum nicht aus, um die Entwicklungskosten zu tragen.
Mit der nun eingeleiteten Insolvenz endet ein Kapitel, das einst als Aufbruch für den Logistikstandort Deutschland gefeiert wurde.

Digitale Spedition
Transportlexikon A-Z
Was genau versteht man unter dem Begriff digitale Spedition?
Digitalisierung macht auch vor dem Transportwesen nicht halt. Fax und Telefon werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt und wichen zuerst der Emailkommunikation und nun immer mehr möglichst automatischer Prozesse digital affiner Nutzer.
Eine digitale Spedition möchte sämtliche Prozesse der Kommunikation möglichst automatisiert und rein digital abbilden. Vom Transportangebot, bis zur Beauftragung, Sendungsverfolgung und papierloser Frachtpapiere geht es vor allem um die Effizienz der Prozesse.
der Unterschied: digitale und klassische Spedition
Wo ein hoher Automatisierungsgrad und effiziente Prozesse das Ziel sind, wird man Abstriche machen müssen bei der Zugänglichkeit für digital nicht affine Kunden sowie bei der Kommunikation. Es ist nicht das Ziel, Aufträge und Anfragen per Email oder Telefon zu bearbeiten. Vielmehr soll sich der Kunde möglichst selbstständig durch den Transportprozess selbst manövrieren können. Für Vielversender kann durch direkte Schnittstelle an eine digitale Spedition eine deutliche Steigerung der Effizienz erreicht werden. Kurzfristige Änderungen sieht in vollautomatischen Prozessen dann aber wiederum schwierig. Auch wird durch Festlegung auf ein bestehendes „running system“ die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln, erschwert.
Klassische Speditionen müssen digitaler werden
Keine Frage, der Nachholbedarf des Transportgewerbes an Digitalisierung ist enorm. Es gibt viele Kunden, die lieber auf klassischer Art und Weise Transporte vergeben wollen. Oder Kunden, die kein Interesse an voll automatisierten Prozessen haben und die vielleicht selber auch gar nicht so digitalisierungsaffin sind.
Klassische Speditionen und Transportunternehmen müssen aber bedenken, dass die Generation der digital natives von Jahr zu Jahr wächst und in einigen Jahren verantwortlich für die Vergabe von Transporten sein wird. Es kommt also darauf an, der Digitalisierung zumindest einen Schritt entgegen zu gehen. Hier erfährst Du, wie Du Transportpartner werden und Dein Transportunternehmen digitalisieren kannst.
Speditionsagentur.de als hybride Spedition
Die Speditionsagentur sieht sich selbst als hybride Spedition. D.h. der klassische Ansatz hinsichtlich Flexibilität und Kommunikation wird weiter verfolgt. Ergänzt allerdings um die Möglichkeit für ihre Kunden, sich rund um die Uhr Transportpreise anzeigen zu lassen und Transporte zu beauftragen. Über 47% aller Transportangebote unterbreitet die Speditionsagentur nach Feierabend, vollautomatisch. Hierfür nutzen wir den Transportpreiskalkulator von Transportpreis.com – einer Marke der WebZeit FreightTech GmbH.
Mit Transportpreis.com der Digitalisierung einen Schritt entgegen
Die Möglichkeit für klassische Transportunternehmen und Speditionen Ihre Kernkompetenz auch zukünftig weiter ausspielen zu können besteht nur, wenn es gelingt, auch die Kunden der Zukunft dort abzuholen, wo sie sich befinden. Im Internet, als mehr und mehr digital Native und mit der Erwartungshaltung, Fragen, Informationen und eben auch Angebote direkt zu erhalten. Kein klassisches Transportunternehmen muss sich also dafür entscheiden, eine digitale Spedition zu werden. Und am Ende können die Nutzer nach eigenem Ermessen entscheiden, ob höherer Automatisierungsgrad oder mehr persönliche Kommunikation den Ausschlag für die Platzierung eines Transportauftrags geben.
Versandkostenrechner
Ein Transportpreisberechnungstool im Bereich Kleingut- und Paket- und Briefpost ist schon länger im Einsatz. Für Transporte per Spedition war es bisher mit etwas mehr Aufwand verbunden, die Transportkosten zu ermitteln. Es musste geschrieben, telefoniert und abgeklärt werden. Irgentwann kam dann ein Angebot per Fax oder Email. Vielleicht aber auch nicht.
Eines ist aber völlig klar: Der Kunde wird zukünftig immer weniger bereit sein zu warten, bis er konkrete Angebote erhält. Und viele Kunden wollen vielleicht auch gemütlich auf dem Sofa sitzend, mal eben prüfen, was ein Transport kosten würde und können dann überlegen, ob es lohnt, mit dem Verkäufer einer Landmaschine oder eines Containers überhaupt weiter zu verhandeln.
TMS – Transport Management System
Ein TMS (Transportmanagementsystem) stellt die einzelnen Teilbereiche eines logistischen Prozesses digital dar. Je nach gewünschten Nutzungsgrad können Prozesse von der Planung über den Transport, die Sendungsverfolgung und die Nachbarbeitung verwaltet werden. Darstellen, was der Status Quo eines Auftrags ist, egal in welcher Phase dieser sich befindet ist der große Nutzwert eines TMS.
Beispiele für digitale Speditionen:
Saloodo
wurde zum Ende 2024 abgeschaltet.
Dies war eine 2016 von der Deutschen Post DHL Group gegründete digitale Frachtplattform und nach eigener Aussage und eigenem Anspruch sollte Logistik-Know-how und Infrastruktur eines Global Players mit der Flexibilität und digitalen Kompetenz eines Start-ups kombiniert werden. Das Unternehmen wollte tägliche Prozesse von Verladern und Transportunternehmen vereinfachen, indem eine leistungsfähige digitale End-to-End-Komplettlösung angeboten wurde. Die Plattform war die Antwort der DHL auf die fortschreitende Digitalisierung im stark fragmentierten Transportmarkt. Aber die Nutzung ist gewerblichen Nutzern mit gültiger UMST-ID Nr. vorbehalten. Bis zum Ende von Saloodo haben wir regelmäßig im Auftrag von Saloodo Transporte organisiert.

Was konnte man mit Saloodo versenden?
- Sie konnten Gewichte zwischen 31,5 kg und maximal 24.000 kg (Sattelzug Komplettladung) versenden. Die Verpackungen müssten sicher und deutlich gekennzeichnet werden.
- Sie mussten dafür Sorge tragen, dass die Waren für den Transport und für einfache Handhabung geeignet waren.
- Die Ladungsträger (Paletten) mussten bündig gepackt und übereinander stapelbar sein.
- Die Waren mussten von einer Person ohne Beschädigung sicher rangiert werden können.
Ziel war die Expansion in Wachstumsmärkte
2016 wurde das Unternehmen gegründet, sodass die Plattform 2017 in Deutschland eingeführt werden konnte. Aber mittlerweile ist man auch in UK, Italien und Polen präsent. Denn das Ziel des Tochterunternehmens von Deutsche Post DHL ist die Expansion in Europa und Wachstumsmärkten weltweit. Und mittlerweile wurde die Plattform auch im Nahen Osten gestartet, sodass man hier auf einem guten Weg ist.
Früher Cillox – Rechtsstreit mit DPD
Am Anfang sollte das neue Tochterunternehmen der DHL Cillox heißen, was in einer einstweiligen Verfügung im März des Jahres 2017 mündete. Diese wurde angestrengt durch den Paketdienstleister DPD, denn er befand den Namen als zu ähnlich zu seiner Firmentochter Illox. Darauf hin entschied man sich zur Umbenennung in Saloodo.
Cargonexx
Das Hamburger Softwareunternehmen Cargonexx hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde am 1. Juli Rechtsanwalt Sven Hentschel (White & Case) bestellt. Grund seien fehlende Kundenzahlen zur Deckung der Entwicklungskosten der Plattform für Straßengüterverkehr, so ein Kanzleisprecher. Die Investorensuche läuft – erste Rückmeldungen seien positiv. Die Gehälter der neun Beschäftigten sind bis Ende August durch Insolvenzgeld gesichert.
Quelle: Handelsregistereintrag 8. Juli 2025 | DVZ Ausgabe 30/25
Cargonexx: Vom digitalen Hoffnungsträger zur Insolvenz
Gegründet 2016 in Hamburg, galt Cargonexx als Vorreiter der digitalen Logistik. Das Unternehmen startete mit dem ambitionierten Ziel, Leerfahrten per KI zu vermeiden – über eine Plattform, die Fracht und freie Lkw automatisch intelligent zusammenführt.
Cargonexx zählte damit zu den digitalen Speditionen wie Saloodo oder der Speditionsagentur, fokussierte sich jedoch auf Komplettladungen im Fernverkehr. Zeitweise waren über 8.000 Frachtführer registriert. Im Wettbewerb stand man u. a. mit kapitalstarken Playern wie Sennder oder Instafreight.
Später entwickelte sich Cargonexx zu einem Anbieter cloud-basierter Transportsoftware für Speditionen. Trotz Innovationskraft und mehrfacher Auszeichnungen reichte das Kundenwachstum nicht aus, um die Entwicklungskosten zu tragen.
Mit der nun eingeleiteten Insolvenz endet ein Kapitel, das einst als Aufbruch für den Logistikstandort Deutschland gefeiert wurde.
